Fr., 24.05.2019

Fußball-Landesliga: TuS ist nur noch einen Schritt vom ersten Westfalenliga-Aufstieg entfernt. Mit einem Sieg in Holsen wäre er wohl durch. Tengern will Geschichte schreiben

Noch ein Schritt bis zum Aufstieg: Tengerns Spieler hoffen auf eine Jubelfeier in Holsen. Bei einem Sieg wäre der TuS durch, sollte sich in Bielefeld kein Wunder ereignen.

Noch ein Schritt bis zum Aufstieg: Tengerns Spieler hoffen auf eine Jubelfeier in Holsen. Bei einem Sieg wäre der TuS durch, sollte sich in Bielefeld kein Wunder ereignen. Foto: Grohmann

Von Alexander Grohmann

Hüllhorst  (WB). Ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben: Die Fußballer des TuS Tengern können zum Saisonabschluss mit einem Sieg beim VfL Holsen den ersten Aufstieg in die Westfalenliga ­perfekt machen und sich endgültig in den Vereinsannalen verewigen. »Wir sind seit 14 Spieltagen Erster, jetzt wollen wir auch am letzten Spieltag oben bleiben«, geht Trainer Olaf Sieweke mit einer klaren Zielvorstellung ins »Finale«.

Die Auswärtsfahrt am Sonntag nach Holsen wird nichts für schwache Nerven. Die Tengeraner erwartet ein dramatisches Fern­duell um den Titel, schließlich kann sich 30 Kilometer weiter auch der VfB Fichte Bielefeld noch Hoffnungen auf eine Last-Minute-Krönung ­machen. Der punkt­gleiche Tabellenzweite ist gegen den SC Verl II zum Siegen verdonnert. Sollte Tengern in Holsen gewinnen, würde Fichte zudem nur ein Wunder in Form eines Erfolgs mit mindestens acht Treffern Differenz helfen.

Bessere Tordifferenz

Der Grund ist das um sechs Treffer bessere Torverhältnis der Tengeraner, das im Wimpernschlagfinale am Ende den Ausschlag geben könnte. Weil Fichte zuletzt in Vlotho nicht über ein mageres 3:1 hinauskam, hatte sich an der Ausgangslage nichts geändert. Der TuS, der sich dagegen beim 2:0 gegen den FC Kaunitz meisterlich präsentierte, hält auf der Zielgerade somit den wichtigen Trumpf weiter in den Händen.

So oder so: Der TuS darf nicht rechnen und muss beim Tabellensechsten VfL Holsen auf Sieg spielen. »Wir müssen zusehen, dass wir das Spiel gewinnen. Und das wollen wir auch«, sagt Sieweke, der um die Schwere der Aufgabe weiß: »Holsen ist ein brandgefähr­licher Gegner«, so der Coach. Seine Prognose: »Wenn wir gewinnen, sind wir durch. Da lege ich mich fest«, glaubt Sieweke nicht, dass Fichte in der Lage wäre, gegen starke Verler das Torverhältnis noch zu begradigen.

Sieweke hat Qual der Wahl

Die personellen Voraussetzungen bei den »Kleeblättern« sind bestens. Pünktlich zum Aufstiegsfinale habe er »die Qual der Wahl«, sagt Tengerns Coach, der damit aber zugleich etwas ins Grübeln geraten ist. »Ich weiß noch gar nicht, wie ich es mache«, bekannte der Bielefelder unter der Woche eine gewisse Ratlosigkeit, welchem Personal er beim mit Spannung erwarteten Schlussakt am Holsener Schluchtweg das Vertrauen schenken soll.

Zwar gibt es nach der starken Vorstellung gegen Kaunitz eigentlich keinen Grund, an der Startelf zu rütteln. »Wie heißt es so schön: ›Never change a winning team‹«, weiß Sieweke. Doch mit Kapitän Pascal Bley (nach Gelb-Rot-Sperre) und den zuletzt angeschlagenen Richard Urban (Wade) und Maxi Schwier (Oberschenkel) drängen gleich drei Stammkräfte zurück auf den Rasen. Auch ­Lukasz Grzegorczyk, der gegen Kaunitz nach Verletzungsproblemen ein Kurzcomeback gab, ist bereit. Besonders bei Standards könnte der Allrounder noch zu einem wichtigen Joker werden.

Holsen ist ausgeruht

Holsen geht ausgeruht ins letzte Saisonspiel. Der VfL musste am vergangenen Sonntag zur Partie gegen den BV Bad Lippspringe nicht antreten. Weil das Schlusslicht kein Team zusammenbekam, wanderten die drei Zähler kampflos auf das Konto der Elf von Sergej Bartel. Holsens Coach fuhr daraufhin mit einigen Spielern nach Tengern, um den TuS-Auftritt gegen Kaunitz zu verfolgen.

Klar ist: An einem guten Tag können die Holser jeden Gegner in der Liga zu Fall bringen. Mit Omar Khaled (20 Saisontore) steht der zweitbeste Landesliga-Knipser in ihren Reihen. An Motivation wird es dem Tabellensechsten, der nur einen Punkt hinter Platz drei liegt, vor eigenem Publikum zudem nicht mangeln, zumal der VfL als Überraschungsteam des Vorjahres ursprünglich selbst zum Kreis der Titelkandidaten gezählt hatte. »Wir haben wieder eine gute Saison gespielt, uns aber insgesamt zu viele individuelle Fehler geleistet«, analysiert Bartel, warum es für den Vorjahresdritten nicht weiter nach oben ging.

Sieweke ist sicher: »Holsen wird nichts verschenken und versuchen, noch Dritter oder Vierter zu werden.« Der TuS Tengern muss es somit selbst richten, um sich den Traum vom ersten Westfalenliga-Aufstieg zu erfüllen. Es ist ein Schlussakt, der es in sich hat!

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