Mo., 27.05.2019

Aufstiegsmärchen: Tengern lässt es nach dem Sprung in die Westfalenliga krachen. Fischer tanzt, Giersdorff trinkt

Party mit Pils und Sekt: Tengerns Spieler lassen es nach dem Aufstieg in Holsen krachen. Später ging es mit dem Planwagen zurück zum Vereinsheim.

Party mit Pils und Sekt: Tengerns Spieler lassen es nach dem Aufstieg in Holsen krachen. Später ging es mit dem Planwagen zurück zum Vereinsheim. Foto: Grohmann

Von Alexander Grohmann

Bünde (WB). Der VfL Holsen weiß, was sich für einen guten Gastgeber gehört. Nachdem Tengerns Spieler nach dem 2:1-Sieg am Schluchtweg minutenlang mit Inbrunst ihren Aufstieg in die Westfalenliga zelebriert hatten, gab es zunächst einmal eine Stärkung auf Kosten des Hauses. Eine VfL-Helferin servierte den Fußballern mitten auf dem Rasen eine Ladung Bratwürstchen, wenig später schleppte ein Holsener Kicker auch noch den vereinseigenen »Stiefel« an, randvoll mit Bier gefüllt. Ein Prost auf den Aufstieg!

Nach Spexard und Vlotho nun Tengern

Olaf Sieweke verarbeitete den Erfolg zu diesem Zeitpunkt bereits in aller Ruhe am Spielfeldrand. Tengerns Coach, der die Mannschaft erst im vergangenen Sommer übernommen hatte, bleibt ein absoluter Erfolgsgarant: Nach dem SV Spexard (in die Westfalenliga) und dem SC Vlotho, den Sieweke vor drei Jahren in die Landesliga geführt hatte, feierte er nun den nächsten Titel-Coup.

Der »Meistermacher« hatte sich im schweren Spiel beim VfL Holsen zu einer überraschenden Variante entschlossen: Kapitän ­Pascal Bley nahm trotz überstandener Gelb-Rot-Sperre nur auf der Bank Platz, gegenüber dem 2:0-Sieg in der Vorwoche gegen Kaunitz rückte lediglich Richard Urban als weitere Mittelfeldkraft neu ins Team. Joscha Kachel sollte als hängende Spitze zugleich die Wege von VfL-Spielmacher Carlos Carvalho einengen. Eine halbe Stunde schwamm der TuS bei stark beginnenden Hausherren, dann griff die Taktik.

Pascal Bley sitzt erst nur auf der Bank – und nimmt die Rolle klaglos hin

Bley nahm seine »Ausbootung« derweil Kapitäns-like auf. »Ich werde heute wohl als dritter Trainer an der Seitenlinie gebraucht«, grinste der Mittelfeldspieler ohne einen Anflug von schlechter Laune. Eine Eigenschaft, die den Charakter der gesamten Mannschaft widerspiegelt. »Es gibt ja diesen Fußball-Spruch von den elf Freunden. Auf uns trifft das tatsächlich zu. Ich war noch nie vorher in so einer tollen Truppe«, schwärmte Bley, der in der Schlussphase noch in die Partie gekommen war, vom überragenden Teamgeist.

Mehr als elf Freunde: Tengerns Teamgeist führt zum Aufstieg

Den hoben auch andere Spieler nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte hervor. Für viele war es der erste Aufstieg, der Jubel dementsprechend ausgelassen. Mehr »Routine« weist Waldemar Jurez auf: Mit dem SV Rödinghausen war der frühere Regionalliga-Stürmer zwischen 2011 und 2014 gleich drei Mal in Folge aufgestiegen. Der emotionale Unterschied zum TuS-Titel: War Rödinghausens Durchmarsch geplant, kam der Tengeraner Höhenflug in dieser Saison aus heiterem Himmel. Als Jurez in der vierten Minute der Nachspielzeit mit seinem verwandelten Elfmeter zum 2:1-Sieg endgültig die letzten Zweifel zerstreute, brach es daher auch aus dem 33-Jährigen heraus. »Ich wollte den Elfmeter einfach irgendwie reinmachen«, so der Torjäger.

Das Fernduell mit dem vor dem letzten Spieltag punktgleichen VfB Fichte Bielefeld nahm eine überraschende Entwicklung. Der Rivale beraubte sich durch die 1:2-Niederlage gegen den SC Verl II selbst aller Chancen und muss den Umweg über die Relegation nehmen. Den kann sich der TuS Tengern, der die komplette Rückrunde an Position eins stand, sparen.

Bulgarien-Fahrt dürfte zum Party-Marathon werden

Die Mannschaftsfahrt nach Bulgarien dürfte im Juni zum Party-Marathon werden. Ihre Feier-Fähigkeiten stellten Tengerns Fußballer nach dem Abpfiff unter Beweis. Der im Sommer scheidende Felix Budde (siehe Bericht unten) wurde mitsamt des Plastikstuhls, auf dem der Verteidiger Platz genommen hatte, in die Luft geworfen, Torhüter Alex Fischer gab zu den Klängen von ­»Kalinka« eine russische Tanzeinlage zum Besten und Magnus Giersdorff tat das Undenkbare: Der Linksverteidiger, der sonst nie Alkohol trinkt, gönnte sich zur ­Feier des Tages einen Schluck Bier. Freudetrunken geht’s Richtung Westfalenliga!

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