Di., 28.05.2019

Die Reserve des TuS Tengern macht nach der Bezirksliga-Rückkehr die Nacht zum Tag Zweimal für Nachschub gesorgt

Abpfiff! Da gab’s kein Halten mehr. Der Meistertitel wurde im Endspurt eingefahren, die Rückkehr in die Bezirksliga perfekt.

Abpfiff! Da gab’s kein Halten mehr. Der Meistertitel wurde im Endspurt eingefahren, die Rückkehr in die Bezirksliga perfekt. Foto: Volker Krusche

Von Volker Krusche

Hüllhorst-Tengern (WB). Als die Lichter am Sportplatz in Tengern am frühen Montag ausgingen, lag das nicht daran, dass die letzten ­»Feierbiester« des Doppelaufstiegs mehr oder weniger standfest den Heimweg antraten, sondern weil das Tageslicht eine künstliche Beleuchtung nicht mehr erforderlich machte. Der TuS Tengern hatte die Nacht zum Tage gemacht.

»Als ich mich um Mitternacht umgeschaut habe, waren noch erstaunlich viele Menschen am Platz. Das war Wahnsinn«, blickte Christian »Klappi« Meyer, Sport­licher Leiter der Kleeblätter, zurück. »Am späten Abend kamen auch noch viele Fußballer anderer Vereine zu uns.« Und das Aufstiegs-Bier floss in Strömen. 600 Liter des heimischen Gerstensafts zwangen das Thekenpersonal zu wahrer Glanzleistung beim Durststillen der Feiersüchtigen. Passend zum Erfolg der Meistermannschaften. »Zweimal mussten wir Nachschub holen«, verriet Meyer.

»Da wackelt der Flieger«

Für die in die Fußball-Bezirksliga zurückgekehrten TuS-Kicker war die Aufstiegsfeier mit dem Verlassen des Sportplatzes aber längst noch nicht vorbei. Mit dem Bus ging es zum Flughafen und von dort nach Bulgarien, wo es die Mannschaft am Schwarzmeerstrand bestimmt nicht bei Ruhe und Besinnlichkeit belassen wird. Das versprach Torben Krause schon gleich nach dem Abpfiff der finalen Partie gegen den TuS Stemwede : »Wir werden es jetzt richtig krachen lassen.« Und Timo Gerfen fügte hinzu: »Da wackelt der Flieger!«

Doch zunächst wurde nach getaner Arbeit auf dem Grün in Tengern der unerwartete Aufstieg neben flüssigem Schmierstoff mit Männergesängen gefeiert. »Tengeraner Jungs, Tengeraner Jungs, wir sind alle Tengeraner Jungs«, hallte es über den Platz. Und die Wahrheit, die in der Strophe steckt, macht auch die Stärke des Bezirksliga-Rückkehrers aus. Obwohl nach dem Abstieg sechs Spieler weggingen, fand sich unter der Leitung von Jörn Paulsen schnell wieder eine funktionierende Gemeinschaft. »Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können«, sagte der Trainer. Und Kapitän Timo Schlüter ergänzte: »Und dass wir fighten können.«

Stimmung ist gewaltig

Aber Meisterschaft, nein, das Wort nahm bei der Reserve des TuS Tengern keiner in den Mund. Als dann in der Rückrunde die Topteams mehr und mehr schwächelten, hoben eben die Kleeblätter den Arm und meldeten sich für Platz eins an. »Wenn kein anderer will«, sagte Michael Grätz. »Nach dem 4:1 in Varl haben wir dann mit Blick auf die Mannschaftsfahrt gesagt: aber nur mit Meisterschale! Ein Thema war der Titel zu dem Zeitpunkt jedoch immer noch nicht«, sagte der Routinier, der immer für einen Spruch gut ist. So wie in der ersten Halbzeit, als er gefoult wurde und nicht so schnell wieder auf die Beine kam. »Jungs, denkt dran, ich bin über 30!«

Die Stimmung in Tengern ist jedenfalls gewaltig. Und das nicht erst seit Sonntag oder als man sieben Tage vorher erstmals die Tabellenführung übernommen hatte. Daher ist den Verantwortlichen auch nicht bange, wenn sie auf die kommende Saison blicken. »Wir kennen es doch, in der Bezirksliga zu spielen«, sagte Coach Paulsen. Und spielerisch dürfte es in der neuen, alten Spielklasse unbestritten einige Mannschaften geben, die nicht so stark wie das TuS-Ensemble sind.

Zumal die Tengeraner komplett beisammen bleiben. Und sogar noch verstärkt werden. Zwei Spieler kehren nach Tengern zurück: Timo Nuyken nach einem Jahr beim BV Stift Quernheim und Lars Binner vom SuS Wulferdingsen. Außerdem wird künftig noch Dominik Rautenberg vom SV Hüllhorst-Oberbauerschaft das grüne Trikot überstreifen. Aus der eigenen Jugend rückt Dennis Schmidt in den Seniorenkader. Sollte der TuS Tengern II nicht wieder so vom Verletzungspech verfolgt sein wie in der Abstiegssaison, dann könnte die Mannschaft nach der feststehenden Rückkehr in die Bezirksliga eine gute Rolle spielen.

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