Sa., 10.08.2019

Fußball-Westfalenliga: Der Aufsteiger verliert sein erstes Heimspiel mit 0:3 (0:0) gegen den SV Borussia Emsdetten. Waldemar Jurez verschießt einen Elfmeter Tengerns Traum zerplatzt an der Latte

Enttäuschung bei Waldemar Jurez (rechts): Tengerns Angreifer bot sich per Elfmeter die große Chance zur 1:0-Führung.

Enttäuschung bei Waldemar Jurez (rechts): Tengerns Angreifer bot sich per Elfmeter die große Chance zur 1:0-Führung. Foto: Marc Schmedtlevin

Von Marc Schmedtlevin

Hüllhorst (WB). Herzlich willkommen in der Westfalenliga! Die Fußballer des TuS Tengern haben gleich am ersten Spieltag zu spüren bekommen, dass abgezockte Gegner auf sie zukommen werden. Mit 0:3 (0:0) verlor der Aufsteiger daheim gegen den SV Borussia Emsdetten. Wenngleich mit etwas mehr Glück auch deutlich mehr möglich gewesen wäre.

Der Konjunktiv hilft nach einem verlorenen Fußballspiel nicht. Doch eine entscheidende Frage blieb am Samstagnachmittag unbeantwortet. Wäre die Partie vielleicht ganz anders verlaufen, wenn Waldemar Jurez seine Tengeraner nach einer halben Stunde in Führung geschossen hätte? Nachdem Maximilian Schwier zu Fall gebracht worden war, zeigte der gute Schiedsrichter Philip Dräger auf den Punkt, doch der Angreifer setzte den Ball an die Latte. Wollte es Jurez zu genau machen? »Nein, überhaupt nicht. Ich wollte sogar flach schießen. Ich habe keine Ahnung, wieder Ball so hoch gehen konnte«, gab der Routinier hinterher zu.

Bruch nach gutem Start

Die Szene sollte richtungsweisend sein. Denn in den bis dahin guten Auftritt der Kleeblätter schlichen sich von da an zunehmend Ungenauigkeiten ein und die Gästen schienen durch den Lattentreffer endgültig wach gerüttelt worden zu sein. »Wir waren bis zu meinem Fehlschuss sicherlich nicht schlechter«, sagte Jurez.

In der Tat hatten die Gastgeber in der ersten Hälfte die besseren Möglichkeiten. Vor Jurez traf auch schon Bjarne Adick per Kopfball nach einer Ecke von Magnus Giersdorff die Unterkante der Latte (10.). Zu diesem Zeitpunkt hatte der TuS die Partie gerade mehr und mehr an sich gerissen. Ein frühes Pressing nach Ballverlusten lohnte sich, zwang Emsdetten immer wieder zu unkontrollierten Aktionen und Fehlern. Nur das nötige Glück fehlte Tengern Abschlüssen – zum Beispiel beim Versuch von Pawel Zieba (14.). Meist war noch ein Gäste-Bein im Weg.

Ihr Können ließen die Emsdettener erstmals nach 24 Minuten aufblitzen. Nach schneller Kombination zielte Jan Kortevoß über das Tor. Der groß gewachsene Stürmer bildete den Fixpunkt im Offensivspiel der Gäste. Er wurde immer wieder lang und hoch gesucht, machte die Bälle dann gut fest und verteilte sie. Für größere Gefahr sorgte diese Variante aber erst wieder kurz vor der Pause, als Karl Hoffmann von rechts kommend über das Tor schoss (41.).

Zwei Wechsel in der Pause

Mit Beginn der zweiten Hälfte veränderte TuS-Trainer Olaf Sieweke seine Viererkette auf zwei Positionen: Für den angeschlagen Bjarne Adick (Oberschenkelverhärtung) und Jarno Kassebaum kamen Jan Stühmeier und Angreifer Alexander Knicker. Den Posten hinten links übernahm der zuvor offensivere Magnus Giersdorff.

Und genau der sollte gleich einen wichtigen Zweikampf verlieren. Marius Klöpper hatte freie Bahn zur Führung der Gäste (48.). Nur sieben Minuten später kombinierte sich Emsdetten erneut sehenswert durch die Tengeraner Hintermannschaft und Marco Pereira Ferreira hatte alleine vor Alexander Fischer keine Mühe, auf 2:0 zu stellen (55.).

Gäste mit breiter Brust

Plötzlich hatten sich die Kräfteverhältnisse auf dem Platz vollkommen verändert. Während die Hausherren verunsichert wirkten und die Genauigkeit auf dem Weg nach vorne verloren ging, traten die Vorjahres-Achten aus Emsdetten mit breiter Brust und deutlich griffiger auf. Am Auswärtssieg sollte es schon jetzt keine Zweifel mehr geben. »Mir hat das Aufbäumen gefehlt, den Vorwurf muss ich meiner Mannschaft machen«, sagte Sieweke. Spätestens, als Niklas Melzer per direktem Freistoß auf 3:0 erhöhte (66.), war die endgültige Entscheidung gefallen. Tengern kam nur noch durch einen Stühmeier-Kopfball zu einer richtig guten Chance (75.).

Während seine Spieler enttäuscht auf der Bank und dem Rasen davor Platz nahmen, wollte Kleeblatt-Coach Sieweke etwas klarstellen: »Ich habe gerade schon häufiger gehört, dass wir Lehrgeld gezahlt hätten. Das ist Quatsch. Wir haben einfach nur ein Spiel gegen einen guten Gegner verloren. Mehr ist nicht passiert. Wir hatten ja auch unsere Möglichkeiten.«

TuS Tengern: Fischer – Grzegorczyk, Kosecki, Adick (46. Stühmeier), Kassebaum (46. Knicker), Bley, Kachel (62. T. Borchard), Schwier, Giersdorff, Zieba, Jurez (68. Scholz)

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