Di., 13.08.2019

Fußball: Während es beim TuS Tengern trotz der klaren Niederlage zum Auftakt nur wenig zu meckern gibt, wird beim FC Preußen Espelkamp deutlichere Kritik geübt. Auch der Trainer hinterfragt seine personellen Entscheidungen Katerstimmung in Klein und Groß

Enttäuschung nach dem ersten Spieltag bei den Tengeranern Lukasz Grzegorczyk und Wojtek Kosecki (rechts).

Enttäuschung nach dem ersten Spieltag bei den Tengeranern Lukasz Grzegorczyk und Wojtek Kosecki (rechts). Foto: Marc Schmedtlevin

Von Marc Schmedtlevin

Hüllhorst/Espelkamp (WB). Zwei Mal keine Punkte. Den Start in die neue Fußball-Saison hatten sich die beiden höherklassigen Altkreis-Teams ganz anders vorgestellt. Der Unterschied: Während der Trainer des FC Preußen Espelkamp seinem Team ein schlechtes Zeugnis ausstellte, gab es beim TuS Tengern gar nicht so viel zu bemängeln.

TuS Tengern: Sieweke ohne Sorgen

Der Aufsteiger sortiert sich nach dem ersten Spieltag (0:3 gegen den SV Borussia Emsdetten) erst einmal am Ende des Westfalenliga-Tableaus ein. Ein Bild, an das sich die Tengeraner natürlich nicht gewöhnen wollen. Sorgen hat Coach Olaf Sieweke diesbezüglich auch nicht: »Ich sehe diese erste Niederlage überhaupt nicht dramatisch. Wir haben uns einfach nur dumm angestellt.« Außerdem habe den Kleeblättern dieses Mal das nötige Spielglück gefehlt – anders als noch in der Woche zuvor beim Pokalsieg gegen Erkenschwick. »Da hatten wir noch bei fast jedem Schuss einen Treffer, jetzt war es bei unserem Gegner so«, sagt Sieweke.

Der hatte nach einem verschossenen Elfmeter in Hälfte eins alles auf Sieg gesetzt. Er wechselte mit Alexander Knicker einen weiteren Offensivspieler ein und schob den eigentlich so sicheren Magnus Giersdorff nach hinten links in die Viererkette. Genau dort entstand das 0:1. »An dem Positionstausch dürfte es aber nicht gelegen haben. ›Macke‹ hat da ja die ganze letzte Saison gespielt«, sagt Sieweke, dem nach dem Rückstand das nötige Aufbäumen fehlte.

Weitere Vorwürfe wollte er seinen Spielern aber nicht machen. »So schlecht haben wir uns doch nicht verkauft. Wir waren auch nicht viel schlechter als der Gegner«, betont der TuS-Trainer, der sich am Sonntag beim Spiel zwischen seinem Ex-Verein SV ­Spexard und dem SV Röding­hausen II noch ein Bild von zwei Liga-Konkurrenten machte. Auch deren Auftritt habe ihm für die kommenden Wochen und Monate keine Angst gemacht. In welcher Form sich der nächste Tengeraner Gegner befindet, blieb am ersten Spieltag allerdings ein Geheimnis. Der SC Herford war nämlich zunächst spielfrei.

FC Preußen Espelkamp: Dasekings guter Riecher

Deutlicher zu spüren war die Katerstimmung im Lager des Landesliga-Topfavoriten nach dem 0:1 beim FC Bad Oeynhausen . Neben den Spielern war auch Tim Daseking richtig angefressen. Der Trainer schien allerdings schon vor dem Wochenende eine Vorahnung gehabt zu haben. »Wir sollten das erste Spiel nur nicht verlieren«, hatte Daseking am Freitag gesagt – und eine Respektsbekundung für den Aufsteiger aus der Kurstadt gleich mitgeliefert.

Erwischte mit seinem FC Preußen einen schwachen Start: Kapitän Dennis Schmidt. Foto: Marc Schmedtlevin

Der FCP-Coach hatte einen sehr guten Riecher und fasste sich nach der Partie auch an die eigene Nase. Mit seinen Wechseln habe er nämlich daneben gelegen. Mit Beginn und während der zweiten Hälfte kamen Allan Dantas und Lennart Madroch ins Spiel. Beide konnten nicht die gewünschten Impulse setzen. »Ich habe ihnen keinen Gefallen getan. Beide sind einfach noch nicht soweit gewesen für so ein Spiel mit einer hohen Intensität. Da hätte mir ein anderer Spieler über 90 Minuten wahrscheinlich mehr gebracht«, sagt Daseking, der zudem von ­manchen seiner jüngeren Spieler enttäuscht war. Sie hätten dem vielleicht zu hohen Druck nicht standhalten können.

Die mögliche Folge des Auftaktspiels: Die Landesliga-Konkurrenz wird neue Hoffnung schöpfen. Denn die von Vielen geäußerte Befürchtung, die extrem verstärkten Preußen seien unbesiegbar, wurde nun schon gleich zum Auftakt widerlegt. Den Espelkamper Auftritt beim FCO dürften sich die kommenden Gegner jedenfalls ganz genau anschauen und sich die eine oder andere Anregung holen. Panik kommt deswegen beim FCP aber nicht auf. »Es lag vor allem auch an uns, dass das erste Spiel so ausgegangen ist. Wir müssen jetzt schnell aus unseren gemachten Fehlern die notwendigen Lehren ziehen«, sagt Trainer Daseking. Für dessen Team bietet sich am Sonntag im ersten Heimspiel gegen den ebenfalls hoch eingestuften Hövelhofer SV die Möglichkeit zur Wiedergutmachung.

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