So., 12.01.2020

Fußball: In einem engen Fohlen-Cup scheidet die FSG Hüllhorst-Tengern aus Geheimtipp scheitert vorzeitig

Der Geheimfavorit FSG Hüllhorst-Tengern konnte beim Fohlen-Cup nur bedingt an den starken Terra-Cup anknüpfen.

Der Geheimfavorit FSG Hüllhorst-Tengern konnte beim Fohlen-Cup nur bedingt an den starken Terra-Cup anknüpfen. Foto: Tim Uding

Von Jan Benedikt Meier

Lübbecke/Hüllhorst (WB). Es ist zwölf Uhr, als die ersten Spieler nach und nach eintrudeln. In weniger als drei Stunden wird die B-Jugend der FSG Hüllhorst-Tengern ihr erstes Vorrundenspiel gegen die JSG Tonnenheide II bestreiten. Zuvor jedoch schauen sie gespannt den Spielen aus den ersten beiden Gruppen zu. Mit der Zeit steigt die Nervosität gleichermaßen wie die Vorfreude.

In der Kabine herrscht bei der ersten Besprechung eine insgesamt gute Atmosphäre. Als die Spieler zurück in die Halle gehen, sehen sie, wie eines der stärksten Teams im Fußballkreis Lübbecke, FC Preußen Espelkamp, Probleme hat, sich gegen die JSG Nord Oppenwehe durchzusetzen. Instinktiv fiebern auch die Spieler von Hüllhorst-Tengern, wie die fast gesamte Halle, mit dem Außenseiter JSG Nord Oppenwehe mit. Zwar verliert Oppenwehe das Spiel mit 2:4, doch die FSG merkt, dass in dieser Halle heute kein Gegner unterschätzt werden sollte.

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Ihr wisst, dass ihr gut Fußball spielen könnt. Bringt es einfach auf den Platz.

Dominik Rautenberg (Trainer FSG Hüllhorst-Tengern)

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Die Spieler können sich nur kurz warm machen, um dann den beiden Teams den Weg frei zu machen, die den Auftakt in der Gruppe C bestreiten: JSG Mittwald-Fabbenstedt gegen JSG Gehlenbeck-Oberbauerschaft. Während des Spiels geht Hüllhorst-Tengern als Team geschlossen in die Kabine, um den Fokus auf das eigene Spiel gegen Tonnenheides Zweitvertretung zu lenken. Das Trainerteam Christoph Schlottmann, Timo Scheding und Dominik Rautenberg will vor jedem Spiel den maximalen Willen der Spieler provozieren. Christoph Schlottmann betont: „Das erste Spiel ist das wichtigste“. Die Mannschaft soll den Gegner nicht unterschätzen: „Ihr müsst das Spiel gewinnen wollen“, fügt Timo Scheding hinzu. „Ihr wisst, dass ihr gut Fußball spielen könnt. Bringt es einfach auf den Platz“, appelliert Dominik Rautenberg an die eigenen Stärken. Doch die FSG Hüllhorst-Tengern hat Startschwierigkeiten und bewegt sich lange auf ein enttäuschendes 1:1 gegen Tonnenheide II zu. Die angespannte Lage, das Spiel gewinnen zu müssen, färbt sich aufs Spiel ab, die JSG Tonnenheide II wittert die Chance auf den Überraschungserfolg. Diese Rechnung hat sie allerdings nicht mit Jasper Quellhorst gemacht, der die FSG Hülllhorst-Tengern mit seinen Toren zum 2:1 und 3:1 zum Sieg schießt.

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Das ist viel zu lässig, ihr müsst das Tempo hochfahren.

Dominik Rautenberg (Trainer FSG Hüllhorst-Tengern)

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Vor dem nächsten Spiel gegen den SV Schnathorst soll die Anspannung wieder hochgefahren werden. Das Spiel ist besonders brisant, da es ein Derby ist. Die Trainer fordern: „Zieht euer Spiel durch“. Zwar führt die FSG Hüllhorst Tengern nach wenigen Minuten mit 3:0, doch plötzlich scheint ein bisschen Selbstzufriedenheit einzusetzen. Die Trainer erkennen das sofort: „Das ist viel zu lässig, ihr müsst das Tempo hochfahren“, schreit Dominik Rautenberg. Am Ende steht ein effektives wie glanzloses 6:1 zu Buche. Die Tore schießen Robin Syperrek (2), Jasper Quellhorst (2) und Lucca Pohl (2). In der Pause entspannen sich die Spieler, quatschen und sitzen am Handy.

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Ihr habt das Potenzial, das Turnier zu gewinnen, warum zeigt ihr das nicht?

Dominik Rautenberg (Trainer FSG Hüllhorst-Tengern)

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Der nächste Gegner sollte die erste echte Generalprobe sein. Gegen die JSG Mittwald-Fabbenstedt braucht es einen ganz anderen Auftritt: „Ihr habt das Potenzial, das Turnier zu gewinnen, warum zeigt ihr das nicht? So sehen wir schwarz für morgen. Überwindet euren Schweinehund und schießt die Dinger rein“. Die Trainer fordern eine Reaktion – die Trainer bekommen eine Reaktion. Das Spiel gegen den vermeintlich stärksten Gruppengegner wird souverän mit 5:0 gewonnen. Einen wichtigen Anteil bei diesem Befreiungsschlag hat Verteidiger Lasse Els, der seine Turniertore zwei und drei erzielt. Die Trainer honorieren den starken Auftritt und rufen von draußen: „Das sieht schon viel besser aus. Geht doch.”

FSG will ohne Punktverlust ins Finale

Im letzten Vorrundenspiel geht es gegen JSG Gehlenbeck-Oberbauerschaft. Zwar spornen die Trainer ihr Team an „Wir wollen ohne Punktverlust ins Finale“, doch auf dem Platz ist die FSG mit dem Kopf schon eine Runde weiter und schaltet einen Gang zurück. Das Spiel geht 0:0 aus, doch die FSG Hüllhorst-Tengern steht am Ende des Tages da, wo sie unbedingt hinkommen wollte: in der Endrunde des Fohlen-Cup.

Enttäuschung in der Endrunde

Es ist ungefär viertel nach neun Uhr, als die ersten Spieler der FSG Hüllhorst-Tengern zum Warmmachen in die Halle gehen und sich die Bälle zuspielen. Sie sind neben der JSG Stemweder Berg das erste Team, das sich aufwärmt. Mit der Zeit wird das Aufwärmen intensiviert, um direkt auf Betriebstemperatur zu kommen. Das Ziel ist es, eine gute Endrunde zu spielen. Bei der Mannschaftsbesprechung vor dem Spiel übernimmt Christoph Schlottmann den taktischen Part und betont: „Alle müssen mit zurückkommen.” Dominik Rautenberg beschwört den Teamgeist und schenkt dem Team Selbstvertrauen: „Wir vertrauen jedem einzelnen Spieler.” Timo Scheding fügt hinzu: „Wir müssen direkt Vollgas geben.” Im Spiel jedoch steht man einer sehr disziplinierten Stemweder Mannschaft gegenüber, die den ersten Fehler direkt zum 1:0 ausnutzt. Das Risiko mit offensivem Torwart wird zum ersten Mal im Turnier bestraft. Der Zeitpunkt ist sehr ungünstig und tut weh, denn in der Folgezeit wirkt Hüllhorst-Tengern etwas behäbig und kommt nicht schnell zurück, es resultiert daraus das 2:0. Die Hoffnung kommt erst durch den Anschlusstreffer von Eric Worminghaus zum 2:1 zurück, doch der Sieg geht trotzdem an Stemwede. Auf der Tribüne ist es im Hüllhorster Block sehr ruhig, die Enttäuschung über die Niederlage ist in jedem Atemzug zu spüren.

„Entscheidungsspiel“ gegen die JSG Tonnenheide

Im nächsten Spiel trifft die FSG mit der JSG Tonnenheide auf ein sehr konterstarkes Team. In der Kabine wird jedoch zuerst das Spiel gegen die JSG Stemweder Berg aufgearbeitet. Danach wird der Fokus auf die eigenen Stärken gelegt, Dominik Rautenberg weist auf die starken Auftritte gegen Bezirks- und Landesligisten vergangene Woche beim Terra-Cup hin. „Zeigt euren besten Fußball!“, denn „wir müssen gewinnen. Ihr müsst das wollen.” Voller Tatendrang startet die FSG Hüllhorst-Tengern in die entscheidende Begegnung, bei der Verlieren verboten ist. Doch nach einem „Sahneschuss” liegt die FSG trotz ordentlichem Start 0:1 hinten und läuft wieder einem Rückstand hinterher. Dabei steht sie jedoch sehr offen und der sonst so starke Rückhalt im Tor, Marvin Schimmel, ist bei den Toren zwei und drei für Tonnenheide chancenlos. Infolge der 3:0-Führung lässt sich die JSG Tonnenheide sehr weit fallen, um die Räume vor dem Tor dicht zu machen. Zwar kann Jasper Quellhorst mit seinem sechsten Turniertreffer vier Minuten vor Schluss noch einmal verkürzen, doch nach zwölf Minuten bleibt die nüchterne Erkenntnis, dass das Team noch zu unerfahren ist, um an diesem Wochenende den ganz großen Coup zu landen.

Neuer Titelanlauf im neuen Jahr

Der ist in diesem Jahr der JSG Tonnenheide im Finale gegen FC Preußen Espelkamp gelungen. Auf der anderen Seite bleibt jedoch die positive Erkenntnis, dass lediglich zwei Akteure aus dem Team dem Altjahrgang angehören. In Hüllhorst startet die FSG also nächstes Jahr mit einer ähnlichen Konstellation in den Fohlen-Cup, um dann den nächsten Anlauf auf einen Turniersieg zu starten. Bei der JSG Tonnenheide war es im vergangenen Jahr eine ähnliche Situation, in diesem Jahr konnte sie dann beim Cup mit einem gereiften Team angreifen und überraschend den Pokal gewinnen – genau das ist der Plan bei der FSG für das Jahr 2021.

Kommentare

Ihr habt viel vor euch

Hey Jungs, ihr seid ein tolles, junges Team mit spielstarken Technikern und habt den Mut zu kreativen Spielzügen. Ich bin ein Fan von euch!

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