TuS Tengern II kommt spät in Schwung, schafft aber souverän den Klassenerhalt
Die Spätstarter

Tengern. Die Saison begann rabenschwarz. Sie endete zwar nicht rosarot, aber doch zumindest in einem wesentlich freundlicherem Farbton. Nach dem direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga gelang der zweiten Mannschaft des TuS Tengern mit Platz zwölf zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs der Klassenerhalt – unabhängig davon, ob der Quotient oder die Punktzahl als Wertungsmaßstab herangezogen worden wäre.

Sonntag, 21.06.2020, 08:30 Uhr aktualisiert: 21.06.2020, 08:40 Uhr
Timo Nuyken war einer der Aktivposten in der Bezirksligareserve des TuS Tengern. Foto: Pollex
Timo Nuyken war einer der Aktivposten in der Bezirksligareserve des TuS Tengern. Foto: Pollex

„Damit bin ich sehr zufrieden“, sagte Trainer Jörn Paulsen. Mit dem Blick auf die „kleinen Kleeblätter“ setzen wir unseren dreiteiligen Rückblick auf die heimischen Fußball-Bezirksligisten fort. In der ersten Folge ging es um den TuS Dielingen.

Einen schlechteren Start gibt es kaum. Mit 0:6 geriet der TuS im ersten Saisonspiel in Herringhausen unter die Räder. Der Hammer zum Auftakt sollte zwar die höchste Niederlage und der schwächste Auftritt der Saison bleiben, aber die Zeit der Nackenschläge war noch nicht vorbei: 1:4 gegen Kutenhausen-Todtenhausen, 0:4 gegen Kirchlengern. Tengerns Zwischenbilanz nach drei Spieltagen: 1:14 Tore, null Punkte.

Der Start war einigermaßen katastrophal.

Trainer Jörn Paulsen

„Der Start war einigermaßen katastrophal. Da ging nicht viel, da waren wir ja überhaupt nicht konkurrenzfähig“, gibt Paulsen zu. Der Trainer hatte in dieser Phase aber auch erhebliche Personalprobleme. Gestandene Leistungsträger wie Robin Schnake, Timo Schlüter oder Daniel Schmidt standen kaum oder gar nicht zur Verfügung. Patrick Knappmeyer war ein halbes Jahr in Australien und kam nur auf sechs Einsätze. Und die jungen Neuen, zumeist aus unteren Ligen, brauchten halt ihre Zeit.

Erst im zehnten Saisonspiel gelang dem damaligen Schlusslicht der erste Sieg. Er brachte die Wende, die sich zuvor beim 2:2 gegen Vlotho bereits ein wenig angedeutet hatte. Mit vier Siegen aus den folgenden fünf Begegnungen verließ Tengern II das Tabellenende und bewegte sich fortan in ruhigerem Fahrwasser. „Es war schon vorher eher eine Ergebniskrise als eine Leistungskrise gewesen“, urteilt Paulsen.

Manchmal hatte der TuS auch einfach nur Pech. So führte Paulsens Mannschaft am fünften Spieltag gegen TuRa Löhne lange mit 1:0, ehe das Spitzenteam in der vorletzten Minute und der Nachspielzeit die Partie noch drehte. Trotzdem war dieser Auftritt für den Trainer – neben dem 2:1 gegen Stift Quernheim am 9. November – das beste Spiel seiner Mannschaft im Verlauf der Kurzsaison.

„Trotz aller Rückschläge sind wir drangeblieben, und irgendwann haben wir uns auch belohnt. Und haben dann unsere Punkte geholt“, stellt Paulsen fest: „Deshalb muss man sagen: Chapeau vor der Truppe – so mit dem Rücken an der Wand zu stehen und sich dann so hochzuarbeiten. Egal, welches Szenario beim Saisonabbruch zum Tragen gekommen wäre: Wir standen über dem Strich. Insofern haben wir uns den Klassenerhalt auch verdient, und er entspricht auch unserem Leistungsvermögen.“ Paulsens Gesamtfazit: „Die zweite Hälfte bis zum Abbruch ist für uns sehr erfolgreich gewesen, und damit kann man dann auch zufrieden sein. Wir dachten sicherlich, dass wir am Anfang etwas besser dabei gewesen wären, aber am Ende haben wir unser wahres Gesicht gezeigt. Und darauf kommt es letzten Endes an.“

Auffälligstes Problem der TuS-Reserve war die schwache Torquote. Mit lediglich 16 Treffern hatte Tengern die zweitschlechteste Ausbeute aller Teams. Lediglich der TuS Eisbergen (15) zielte noch etwas schlechter. Anders als in den Vorjahren, als er immer für rund 20 Treffer gut war, kam auch Torjäger Florian Hartmann nicht richtig in Schwung. Ihm gelang nur ein Treffer. Paulsen nimmt aber keinen Einzelnen, sondern eher das gesamte Team in den Blick, wenn er sagt: „Wir müssen viel mehr aus unseren Torchancen machen, aber auf der anderen Seite dürfen wir auch nicht so viele leichte Tore hergeben.“

Ausblick

Mit Dominik Rautenberg (SV Hüllhorst-Oberbauerschaft) und Jannis Clemens, den es beruflich nach Freiburg zieht, verlassen zwei Spieler den Verein. Torben Krause, Björn Bredemeier und Timo Nuyken wagen den Sprung in die erste Mannschaft. Neu hinzukommt nach einem einjährigen Aufenthalt in Australien Samuel Fantastico, der im vergangenen Sommer aus der A-Jugend gekommen war. „Damit habe ich einen 19er-Kader und kann, wenn Not am Mann ist, auch auf Spieler aus der Ersten zurückgreifen“, sagt Paulsen: „Insofern glaube ich, dass wir gut aufgestellt sind. Dass der Kader ein bisschen kleiner wird, finde ich gar nicht schlimm. Das bedeutet doch auch, dass andere Spieler wieder in den Vordergrund rücken und sich entwickeln können. Und dann wollen wir uns weiter in der Liga etablieren.“

Statistisches

Timo Gerfen erzielte fünf Tore und war damit bester Schütze der TuS-Reserve. Björn Bredemeier traf vier Mal, Timo Nuyken gelangen zwei Tore. Jannis Clemens, Nico Erdelt, Florian Hartmann und Jonas Schnake steuerten jeweils einen Treffer bei. Jannis Clemens war der Dauerbrenner im Team. Bei seinen 17 Einsätzen stand er 16 Mal die volle Spielzeit auf dem Platz. Ebenfalls 17 Mal eingesetzt wurden Florian Hartmann. Marcel Nuyken, Björn Bredemeier, Jannik Brockmeier, Michael Grätz kamen auf 16 Einsätze. Oliver Korejtek, Torben Krause und Jonas Schnake standen jeweils 15 Mal in der vergangenen Saison für Tengern II auf dem Platz.

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