TuS Tengern mit sieben Neuzugängen in Vorbereitung auf zweite Westfalenliga-Serie
Studti, Tengern und das „geile Geschenk“

Tengern (WB). 24 Spieler und zwei Trainer: Mit einer breiten Personaldecke ist Fußball-Westfalenligist TuS Tengern in die Saison-Vorbereitung gestartet. Nach einigen personellen Wechseln ist das Ziel des neuen Trainers Stefan Studtrucker klar: Der Klassenerhalt soll diesmal auf sportlichem Weg erzielt werden – ohne Saisonabbruch-Bonus.

Montag, 27.07.2020, 11:38 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 11:40 Uhr
Mit offenen Armen empfangen: Tengerns neuer Trainer Stefan Studtrucker (rechts) baut in der neuen Serie auch auf den ehemaligen Espelkamper Maximilian Appels. Fotos: Ingo Notz

Die ersten Schritte auf dem harten und langen Weg dahin stimmen den ehemaligen Bundesligaspieler von Arminia Bielefeld positiv: „Das sieht schon ordentlich aus, die Jungs geben Gas!“ Vollgas für den Klassenerhalt? „Der Klassenerhalt wäre schon gut. Das hat viel mit Selbstvertrauen zu tun, wir müssen mit unserer Situation umgehen, aber natürlich werden wir versuchen, es jetzt auch sportlich zu schaffen“, nimmt Stefan Studtrucker das „Geschenk“ Westfalenliga dankend an: „Man muss ehrlich sein: Als ich zugesagt habe, war ja davon auszugehen, dass es in die Landesliga gehen würde. Wir haben auf jeden Fall eine sehr gute Landesliga-Mannschaft – in der jetzt jeder die Chance hat, sich auch der höheren Liga anzupassen. Und es ist doch ein geiles Geschenk, sich noch einmal in der Liga zu behaupten und zu zeigen: So blind sind wir ja doch nicht...“

Wir können der Liga zeigen: So blind sind wir ja doch nicht...

Stefan Studtrucker

Mit wem der TuS Tengern es in der sechsten Liga diesmal im Abstiegskampf zu tun bekommt – für den neuen Übungsleiter ist das offen. „Ich muss meine eigene Mannschaft kennen, nicht die Gegner“, schmunzelt „Studti“ vor seiner Westfalenliga-Premiere als Trainer und verdeutlicht damit ein neues Selbstbewusstsein, das auch auf die Mannschaft abfärben soll: Tengern will und muss sich nicht nur nach dem Gegner richten, sondern hat soviel Qualität, dass die Konzentration auf sich selbst der wichtigste Schritt auf dem Weg zum angestrebten Klassenerhalt ist.

Zwei von sieben Neuzugängen: Torben Krause (links) und Gerhard Kwarteng.

Zwei von sieben Neuzugängen: Torben Krause (links) und Gerhard Kwarteng. Foto: Notz

Das dieser Weg kein Selbstläufer wird, ist allen Beteiligten klar und wird mit einem Blick auf die Transferbilanz des TuS noch einmal klarer. Dass einige namhafte Spieler den Verein verlassen haben und die Neuen vor allem aus unteren Ligen kommen – für Studtrucker gehört auch das zum derzeitigen Weg des TuS Tengern: „Wir haben natürlich einige Leute abgegeben, die einen Stellenwert hatten im Team und drumherum, man muss sehen, dass mehr Substanz weggegangen ist als gekommen ist. Aber wir müssen schauen, was an Potenzial im Umkreis da ist und das müssen wir dann entwickeln. Und das muss nicht schlecht sein!“, steht der Ex-Bundesligaspieler hinter seiner neuen Aufgabe. „Das heißt ja nicht, dass wir uns ergeben, aber wir werden auch sicher nicht oben angreifen...!“

Vom ersten Spieltag an im Abstiegskampf

Dass Tengern vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg spielen wird, wissen alle Beteiligten. Bereits in den ersten Trainingsgeindrücken ist klar geworden, dass auch die Neuzugänge dem TuS weiterhelfen können. Neben den aus der Reserve aufgerückten Björn Bredemeier, Marcel Nuyken und Torben Krause sowie dem aus der A-Jugend gekommenen Torwart Carl Heusener hat Tengern sieben externe Neuzugänge geholt: Mit Maximilian Appels als Staubsauger vor der Abwehr und Motor für das Umschaltspiel und Offensivmann Gerhard Kwarteng kamen zwei Akteure von der SV Eidinghausen-Werste.

Ramroth könnte zum Senkrechtstarter werden

Der Volmerdingser Julian Meyer bringt aus seiner Zeit bei RW Maaslingen ebenfalls Westfalenliga-Erfahrung mit. Joel Waterbär zeigte bereits, dass er in der Jugend des Regionalligisten SV Rödinghausen gut ausgebildet wurde und auch nach zwei Kreuzbandrissen eine Verstärkung sein kann. Sinar Nahmet (TuRa Löhne), Okan Sakarya (Türk Gücü Espelkamp) und Kilian Ramroth (TuS Gehlenbeck) wagen dagegen den Sprung aus Bezirks- und Kreisligen in die Westfalenliga, wobei Studtrucker den „sehr abgezockten“ Ramroth nach den ersten Eindrücken als „Glücksgriff, wie man ihn nicht häufig hat“ einstuft.

Kilian Ramroth wagt den Sprung von der Kreis- in die Westfalenliga.

Kilian Ramroth wagt den Sprung von der Kreis- in die Westfalenliga. Foto: Notz

Abwehrbeton soll nicht alles sein und das Derby als Reizpunkt

Auf Glück will sich Studtrucker in der neuen Saison allerdings nicht verlassen: Ziel sei es, neben der Entwicklung der Mannschaft in den Spielen auch dominanter aufzutreten und den Klassenerhalt nicht auf Abwehr-Beton aufzubauen: „Wir wollen unser Spiel durchdrücken. Du musst immer in der Lage sein, Chancen zu erspielen und das Gefühl haben, dass du noch ein Tor machen kannst, wenn du es brauchst.“ Gerne auch im Klassiker gegen den Erzrivalen FC Preußen Espelkamp: „Das ist natürlich ein Derby, auf das ich mich freue“, hat Studtrucker die Bedeutung dieses Vergleichs verinnerlicht, „aber im Vergleich zu Espelkamp sind unsere Ambitionen hier dann doch anders!“ Viel wichtiger sind die eigenen Ziele: Nach dem „Geschenk“ soll nun der nächste Klassenerhalt auch sportlich verdient werden: „Ich hoffe, dass wir das zweite Jahr Westfalenliga hinkriegen – und dann noch eins. Und noch eins...“

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