Jörn Paulsen setzt beim TuS Tengern II weiter ausschließlich auf heimische Kicker
Das Bilbao der Bezirksliga

Tengern (WB). Alltäglich ist das nicht im heutigen Fußball: Die zweite Mannschaft des TuS Tengern vermeldet vor der neuen Saison bislang keinen Neuzugang – und das, obwohl der Bezirksligist sechs Spieler, darunter drei an die eigene Erste, abgegeben hat.

Donnerstag, 13.08.2020, 11:50 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 13:23 Uhr
Trainer Jörn Paulsen geht beim TuS Tengern II ins vierte Jahr. Er setzt mit Vorliebe auf heimische Spieler - und verzichtet in diesem Jahr komplett auf Neuzugänge. Foto: Pollex
Trainer Jörn Paulsen geht beim TuS Tengern II ins vierte Jahr. Er setzt mit Vorliebe auf heimische Spieler - und verzichtet in diesem Jahr komplett auf Neuzugänge. Foto: Pollex

Stattdessen setzt Trainer Jörn Paulsen auf einen „kleinen, aber feinen Kader“, wie er feststellt, und in dem alle Spieler entweder Tengeraner sind oder einen sehr starken Bezug zum Ort haben. Aus diesem Grund hatte Paulsen sein Team im Vereinsheft auch mal augenzwinkernd als das „Athletic Bilbao der Liga“ bezeichnet, weil der spanische Erstligist traditionell nur Spieler aus dem Baskenland verpflichtet und die kleinen Kleeblätter halt nur Tengeraner.

Drei Hochkaräter an die erste Mannschaft abgegeben

Schwer wiegen dieses Mal die Abgänge, nicht nur in der Anzahl, sondern weil Tengern II mit ihnen viel Qualität verloren hat. Torben Krause, Timo Nuyken und Björn Bredemeier, die in die Erste aufrücken, waren absolute Stammspieler und Leistungsträger. Mit Jannis Clemens, den es beruflich nach Freiburg verschlagen hat, fehlt künftig der Feldspieler, der zuletzt am häufigsten und am längsten auf dem Platz stand. Paulsen: „Ich merke jetzt schon, dass mehr Last auf Timo Schlüters Schultern liegt, der der einzig verbliebene Linksfuß in unserer Abwehr ist.“ Auch die Abgänge von Hassan Kante und Dominik Rautenberg schmerzen: „Sie haben letztes Jahr zwar nicht so viel gespielt, aber sie wären diejenigen gewesen, die aufgrund der Abgänge nachgerückt wären.“

Das Saisonziel bleibt dennoch unangetastet. Der 46 Jahre alte Coach möchte mit seinem Team am Ende der Saison wieder dort stehen, wo er stand, als die vergangene Spielzeit abgebrochen wurde – über dem Strich. „Wir wollen die Klasse erhalten und weitere Spieler an die erste Mannschaft heranführen“, sagt Paulsen, der Tengern II vor zwei Jahren in die Bezirksliga geführt hatte und seitdem dort gehalten hat.

Paulsen traut seinem Team den Klassenerhalt zu

Die Aufstiegssaison 18/19 taugt als Vorbild, was mit einem kleinen Aufgebot möglich ist. „Da waren wir auch nur 18 Mann“, erinnert sich Paulsen: „Aber wir waren richtig gut eingespielt, und ein Rädchen hat exakt ins andere gegriffen. Das kann auch jetzt ein großer Vorteil werden, weil sich niemand erst kennenlernen oder eingewöhnen muss.“ Aber, schränkt der erfahrene Trainer ein, es dürfe bei der schmalen Besetzung halt auch nichts Außergewöhnliches geschehen: „Viel wird davon abhängen, inwieweit wir von Verletzungen verschont bleiben. Wir haben im letzten Jahr in einer stärkeren Liga bewiesen, dass wir die Klasse halten können, und ich sehe gute Chancen, dass uns das wieder gelingt.“

Prinzipiell wollen wir den Klassenerhalt mit eigenen Bordmitteln schaffen.

Trainer Jörn Paulsen über den verkleinerten Kader

Hilfe kommt eventuell mehr als früher von oben. „Vielleicht sind wir dieses Jahr aufgrund unserer Kadergröße ja froh, wenn das ein oder andere Mal Unterstützung aus der Ersten kommt. Aber prinzipiell wollen wir es mit eigenen Bordmitteln schaffen.“

In der Liga erwartet Paulsen eine Dreiteilung. Als Titelfavoriten nennt er TuRa Löhne, Stift Quernheim und den TuS Lohe. Dahinter sollten sich seiner Meinung nach FA Herringhausen, der TuS Dielingen und der SV Kutenhausen/Todtenhausen einreihen. „Der Rest ist offen“, vermutet Paulsen und berichtet von großer Vorfreude: „Diese Saison ist ganz speziell. Das ist ein langes Ding. Du muss nicht nur am 6. September fit sein, sondern auch am 20. Dezember. Das wird mit Sicherheit interessant.“

TuS Tengern II

Kader: Tor: Oliver Korejtek, Dennis Schmidt; Abwehr: Patrick Knappmeyer, Marcel Nuyken, Timo Schlüter; Abwehr/Mittelfeld: Lars Binner, Jonas Schnake, Clemens Rohleder, Cedric Schillak, Lukas Maschmeier, Robin Schnake; Mittelfeld: Jannik Brockmeier, Michael Grätz, Samuel Fantastico; Mittelfeld/Angriff: Timo Gerfen, Daniel Schmidt, Tim Wöhler; Angriff: Florian Hartmann

Abgänge: Torben Krause, Timo Nuyken, Björn Bredemeier (alle Tengern I), Jannis Clemens (beruflich nach Freiburg), Dominik Rautenberg (SV Hüllhorst/Ob.), Hassane Kante (unbekannt)

Trainer: Jörn Paulsen (46), im vierten Jahr

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