Einbrüche, Brandstiftung, Randale: Auf dem Sportgelände des Vereins gibt es seit einem Jahr immer wieder Zwischenfälle
SV Schnathorst wird zum Kriminalfall

Schnathorst -

Einbrüche, Beschädigungen und sogar ein Fall von Brandstiftung: Seit einem Jahr ist der SV Schnathorst das Opfer von Chaoten, die auf dem Sportgelände ihr Unwesen treiben. Seit Ende Oktober häufen sich die Zwischenfälle wieder.

Samstag, 05.12.2020, 12:18 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 12:20 Uhr
Einer von vielen Vorfällen der jüngsten Zeit: Ein gerade erst ausgetauschtes Tornetz wurde auf dem Fußballplatz des SV Schnathorst zerstört. Das weitläufige und offene Sportgelände wird seit einem Jahr regelmäßig von Chaoten heimgesucht. Sogar ein Feuer wurde gelegt.
Einer von vielen Vorfällen der jüngsten Zeit: Ein gerade erst ausgetauschtes Tornetz wurde auf dem Fußballplatz des SV Schnathorst zerstört. Das weitläufige und offene Sportgelände wird seit einem Jahr regelmäßig von Chaoten heimgesucht. Sogar ein Feuer wurde gelegt. Foto: Verein

Die Fußballabteilung des Clubs hat sich daher nun mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit gewandt. „Wir wollen damit vor allem die Nachbarschaft am Sportgelände sensibilisieren“, sagt Fußball-Fachwart Daniel Oepping. Das zahlte sich Ende Oktober bereits aus: Ein Anwohner bemerkte in den späten Abendstunden zufällig, dass am Jugendraum des Vereins Flammen loderten und verständigte sofort die Feuerwehr. „Ich habe um halb elf den Anruf bekommen, dass bereits mehrere Löschfahrzeuge auf dem Weg zum Platz sind“, erinnert sich Daniel Oepping an den Schock.

Durch die Geistesgegenwart des Nachbarn konnte Schlimmeres verhindert werden. „Sonst würde das Gebäude wohl jetzt nicht mehr stehen“, vermutet Oepping, den die Zerstörungswut der bislang noch nicht ermittelten Täter fassungslos macht. Die versuchte Brandstiftung war aber nur der Auftakt einer Reihe von Vorfällen, die den SVS seitdem wieder pausenlos in Atem halten: Nach einem Einbruch in das alte Vereinsheim des SVS musste zum dritten Mal eines Jahres die Kriminalpolizei anrücken. Der entstandene Sachschaden war dabei um einiges höher als der Wert der geklauten Gegenstände. „Die haben vielleicht zehn oder 20 Euro Bargeld und eine Bierkiste mitgenommen. Da ist ja nichts zu holen bei uns. Auch die Polizei packt sich da an den Kopf“, sagt Oepping.

Nachdem es im Sommer lange ruhig auf dem Sportgelände war, herrscht im Moment wieder Alarmstufe Rot beim SV Schnathorst. Für Oepping kein Zufall: „Ich denke, es hängt mit dem zweiten Corona-Lockdown zusammen. Es gibt nur wenig Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Einige kommen da auf dumme Ideen“, so Oepping, der die vermeintlichen Übeltäter eines Abends sogar bei einem Kontrollgang überraschte: „Da waren etwa 15 Jugendliche, die auf der Spielerbank saßen und tranken.“ Zur Rede stellen konnte er die Besucher nicht: „Das Sportgelände ist zu vielen Seiten offen. Wenn die einen sehen, haben sie genug Vorsprung, um sich schnell aus dem Staub zu machen.“ Die Zusammenkünfte seien aber kein Einzelfall, sondern die Regel, wie er erläutert: „Es kommt jede Woche vor, dass wir die Spielerbank von Pappbechern oder Wodkaflaschen säubern müssen.“

Rückstände einer Corona-Party: Stehen gelassene Getränke und Müll auf der Spielerbank deuten auf eine größere Versammlung hin. Seit Beginn des Lockdowns häufen sich die Zwischenfälle beim SV Schnathorst wieder.

Rückstände einer Corona-Party: Stehen gelassene Getränke und Müll auf der Spielerbank deuten auf eine größere Versammlung hin. Seit Beginn des Lockdowns häufen sich die Zwischenfälle beim SV Schnathorst wieder. Foto: Verein

Auch die Gerätehütte, in denen Trainingsmaterialien wie Mini-Tore lagern, war schon der Zerstörungswut der Randalierer ausgesetzt: „Zweimal mussten wir eingeschlagene Fenster auswechseln lassen“, berichtet Oepping. Neben dem finanziellen Schaden bedeuten die Vorfälle jedes Mal eine Menge mentalen Stress und Arbeit.

Besonders bitter ist die Situation auch mit Blick auf die Philosophie des SV Schnathorst, der sich als offener Verein versteht und Anlaufstelle gerade für den Nachwuchs sein will. Doch diese Ideologie wird von Einigen mit Füßen getreten. Mittlerweile ist es soweit, dass Vereinsmitglieder regelmäßig auf Patrouille gehen, um weitere Taten zu verhindern. „Es wird immer mehr und ist kaum noch zu handeln“, sagt Oepping.

Mit einem öffentlichen Aufruf macht die Fußballabteilung auf die Probleme aufmerksam. Oeppings Hoffnung ist, dass in den ohnehin anstrengenden Corona-Zeiten endlich wieder Ruhe beim SV Schnathorst einkehrt.

Der Aufruf im Wortlaut:„Leider wurden in den vergangenen Monaten immer wieder Einrichtungen auf unserem Sportgelände mutwillig beschädigt und zerstört. Dies ist insofern sehr schade, da wir vom Sportverein aus Überzeugung für ein offenes Konzept stehen und unseren Jugendlichen gerne einen Anlaufpunkt auch für ihre Freizeit geben wollen. Dies wird leider durch einige Chaoten schamlos ausgenutzt. Es ist auch Eure Sportstätte, die durch blinde Zerstörungswut beschädigt wird und unseren Kindern somit nur eingeschränkt zur Verfügung steht.“ Sollte jemandem etwas Verdächtiges auffallen, ist der Verein den Bürgern über Hinweise an kontakt@svschnathorst.de dankbar. Im Notfall soll aber sofort die Polizei verständigt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7709871?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4029428%2F
Bundesarbeitsministerium plant Homeoffice-Vorgaben
In Zeiten von Corona;: Ein Mann arbeitet zu Hause an einem Laptop in seinem Homeoffice.
Nachrichten-Ticker