Mo., 15.07.2019

Fußball-Kreisliga A: Trainer zieht sich nach der neuen Saison zurück. Der TuS Gehlenbeck war, ist und wird seine Heimat bleiben Kämper: Nach 20 Jahren ist Schluss

Noch sitzt Christoph Kämper auf der Trainerbank des TuS Gehlenbeck. Doch nach der neuen Saison soll Schluss sein.

Noch sitzt Christoph Kämper auf der Trainerbank des TuS Gehlenbeck. Doch nach der neuen Saison soll Schluss sein. Foto: Marc Schmedtlevin

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Er gehört zu den Trainer-Persönlichkeiten des Altkreises und er gibt der Herrenmannschaft des TuS Gehlenbeck ein Gesicht: Christoph Kämper. Der 54-Jährige feiert einen runden Geburtstag, startet gerade in seine 20. Saison als Coach einer Mannschaft. Doch danach soll dann auch Schluss sein.

Die Entscheidung ist schon länger gefallen. Die Spielzeit 2019/20 wird für Christoph Kämper die letzte sein. Die Verantwortlichen des TuS Gehlenbeck und die Mannschaft sind darüber informiert. Mit einem Grinsen denkt Kämper schon an die Zeit danach: »Der Sonntag war immer mit Fußball belegt und auch am Samstag habe ich mich schon damit beschäftigt. Ein Teil von mir tickt immer für die Mannschaft. Deswegen freue ich mich darauf, mir die Zeit und den Urlaub mal frei einteilen zu können.«

Gehen, wenn es am Schönsten ist

Gleich mit dem nächsten Gedanken wird allerdings auch deutlich, wie sehr Kämper an seinem Job, am Verein und vor allem an seinen Spielern hängt. »Das Training und der Spaß mit den Jungs wird mir schon fehlen. Die Einheiten vorzubereiten, sie zu leiten – das ist mein Ding«, betont Kämper, der den Zeitpunkt seines Abschieds bewusst gewählt hat: »Wenn das Feuer vielleicht nicht mehr zu 100 Prozent da ist und wenn es noch schön ist, sollte man gehen. Und eine Mannschaft braucht auch einmal neue Reize.«

Kämper geht nun schon in seine achte Saison mit Gehlenbecks erster Mannschaft. Eine Zeit mit Höhen und Tiefen. Zunächst musste der Abstieg in die Kreisliga B hingenommen werden. Direkt im Jahr darauf gelang die A-Liga-Rückkehr. »Der Abstieg war eine tiefer gehende Erfahrung. Man hätte mich rausschmeißen können, doch ich habe stattdessen Zuspruch bekommen. Das hat mich beeindruckt«, erinnert sich Kämper, der die Gehlenbecker von da an kontinuierlich bergauf führte. In den vergangenen beiden Serien spielte der TuS sogar um den Aufstieg in die Bezirksliga mit.

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Dass wir aktuell so aufgestellt sind mit den ersten beiden Mannschaften in der A- und B-Liga und eine Dritte gemeldet haben – das ist mein ständiges Highlight.

Christoph Kämper

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Was Kämper beinahe ebenso wichtig ist wie der Erfolg mit seinem Team: das Etablieren der zweiten Mannschaft in der B-Liga. Daran bastelte Kämper selbst fleißig mit, indem er zwischenzeitlich in eine doppelte Trainer-Rolle schlüpfte. »Dass wir aktuell so aufgestellt sind mit den ersten beiden Mannschaften in der A- und B-Liga und eine Dritte gemeldet haben – das ist mein ständiges Highlight«, sagt Kämper. Er habe in den vergangenen Jahren auch den »Gehlenbecker Weg«, wie er ihn selbst bezeichnet, vorangetrieben. Bedeutet: Es wurden eigentlich keine externen Spieler angesprochen, die Teams aus den eigenen Reihen aufgestellt. »So haben wir eine hohe Identifikation geschaffen«, meint Kämper.

Dessen persönlicher Weg soll nun vorerst dort enden, wo damals alles begann. Kämper durchlief zunächst die TuS-Jugend, spielte anschließend zwei Jahre für die Senioren. Eine noch deutlich längere Laufbahn legte der B-Lizenz-Inhaber danach als Trainer hin – angefangen in der Jugend. »Ich habe schnell gemerkt, dass mich das unglaublich reizt«, sagt Kämper, der unter anderem seine drei Kinder Christian (23), Johannes (21) und Pauline (19) unter seinen Fittichen hatte. Sein Können im Umgang mit Talenten stellte Kämper auch in zwei Jahren mit der Mühlenkreisauswahl, die beim U19-Pfingstturnier in Stemwede an den Start ging, unter Beweis. »Da haben wir unter anderem Feyenoord Rotterdam und die Grashoppers Zürich besiegt«, erinnert sich Kämper an einen weiteren Höhepunkt seiner Laufbahn.

Taktiktag in der Vorbereitung

Die setzte er nach einem kurzen Ausflug zum TuS Döhren als Senioren-Coach in Gehlenbeck fort. Worauf Kämper bis heute großen Wert legt: die taktische Ausbildung. Fester Bestandteil einer jeden Saisonvorbereitung ist der »Taktiktag«, an dem ein Flipchart im Vereinsheim im Mittelpunkt steht. »Ich will, dass jeder meiner Spieler genau weiß, was er auf dem Platz zu tun hat. Speziell defensiv ist mir Disziplin und Organisation besonders wichtig. Nur, weil wir Amateure sind, müssen wir ja nicht auf eine taktische Schulung verzichten«, sagt Kämper, der in sein »modernes, knackiges Training« aber auch eine Menge Lockerheit mit einbaue und verstärkt auf Spielformen setze. Das sei bisher noch bei jedem seiner Teams gut angekommen.

Ab der nächsten Saison müssen die Gehlenbecker Fußballer aber ohne Kämper auskommen. Allerdings vermutlich nur in der ersten Reihe. »Ich habe nicht vor, zu einem anderen Verein zu wechseln und werde wohl noch begleitend im Verein tätig sein«, blickt Kämper voraus. Ganz ohne Fußball geht es eben doch nicht.

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