Di., 10.09.2019

»BlaMa«-Meister: Spieler des FC Preußen Espelkamp II werden von Krakeelern auf das Übelste beleidigt. Stegkämper-Brüder drohen mit Abbruch der Fußball-Fete »Preußen-Schweine«

Schnappschuss von der Ehrung des »BlaMa«-Meisters am Samstag auf der Bühne des Rose-Zeltes. Die Spieler des FC Preußen Espelkamp II wurden dabei aufs Übelste beleidigt.

Schnappschuss von der Ehrung des »BlaMa«-Meisters am Samstag auf der Bühne des Rose-Zeltes. Die Spieler des FC Preußen Espelkamp II wurden dabei aufs Übelste beleidigt. Foto: WB

Lübbecke-Blasheim  (mim). Es begann wie immer sehr stimmungsvoll. Das Haxenzelt des Gasthaus Rose war wie erwartet voll besetzt. Einige Vereine warfen sich schon während des »Einmarsches« in das Zelt die eine oder andere »Nettigkeit« zu. Das wird zumeist mit einem Augenzwinkern registriert, ist unter den anwesenden Fußballern normal. Der Höhepunkt des Abends sollte die Ehrung des »BlaMa-Meisters« werden. Und es wurde ein Höhepunkt, allerdings ein negativer!

Vor der Ehrung war alles im Rahmen geblieben. Die Mannschaften feierten zusammen und besonders der Holsener SV sorgte für viele Lacher. Der aktuelle Tabellenletzte der A-Liga zog mit seiner immer gut zu erkennenden »rote Laterne« durch die Reihen. Um kurz vor 21 Uhr kippte die Stimmung aber komplett und viele Unbeteiligte, die natürlich auch im Festzelt waren, verstanden die Welt urplötzlich nicht mehr.

Leidtragende waren in erster Linie die Spieler des FC Preußen Espelkamp II, aber auch die Brüder Christian und Benjamin Stegkemper. Im Vorfeld wurde die Idee der Familie Stegkemper von allen Mannschaften gelobt, am Blasheimer Markt-Samstag den aktuellen Tabellenführer der Kreisliga A zu ehren. Ob dies aber nach den Ereignissen vom Wochenende in den kommenden Jahren noch so sein wird, erscheint sehr fraglich.

»Das ist einfach nur schwach«

Dass der FC Preußen Espelkamp von vielen anderen Vereinen nicht geliebt wird vielleicht auch nicht den besten Ruf besitzt, ist kein Geheimnis. Doch der Hass, der den Espelkamper Fußballern entgegenschlug, hatte mit gesunder Rivalität nichts, aber auch wirklich gar nichts mehr zu tun. Als die Stegkemper-Brüder mit dem großen Wanderpokal die Bühne betraten, hallten immer wieder laute »Preußen-Schweine«-Rufe durch den vorderen Bereich des Zeltes. Christian und Benjamin Stegkemper gelang es nicht, die Krakeeler zu beruhigen, so dass sie zwischenzeitlich sogar mit Abbruch drohten. Auch die Spieler von des FC Preußen Espelkamp II waren über das Ausmaß und die Wortwahl sehr getroffen. »Natürlich wussten wir, dass wir ausgepfiffen werden. Das wäre vielleicht auch jeder anderen Mannschaft passiert. Vielleicht nicht so heftig, aber darauf waren wir letztlich eingestellt. Aber auf diese Art und Weise niedergemacht zu werden, ist einfach nur schwach. Sowohl die Rufe, als auch der entgegengestreckte Mittelfinger. Da kann man sich seinen Samstag Abend auch anders vorstellen«, war Spielertrainer Maxim Dyck geschockt.

Gute Reaktion der »Adlerträger«

Mit der Reaktion der »Adlerträger« dürfte die Menge im Zelt aber wohl kaum gerechnet haben. Sie feierten nach der Pokalübergabe trotz allen Schmährufen auf der Bühne. Im weiteren Verlauf des Abends blieb es dann ruhig. Allerdings wurde über das Verhalten, das zahlreiche Preußen-Gegner an den Tag legten, noch eifrig diskutiert. Neutrale Besuchern ließen dabei selbst einem höheren Alkoholspiegel nicht als Entschuldigung gelten.

Immer wieder war in der jüngeren Vergangenheit gelobt worden, dass sich der Umgang mit- und untereinander verbessert habe. Die Ausnahme scheint da offensichtlich der FC Preußen Espelkamp zu bilden. Und hier wird auch keine Ausnahme gemacht, welches Team es trifft. Die Jugendmannschaften des FCP hatten ihre Erfahrung bereits vor Jahren bei der Kreismeisterschaft machen müssen. Jetzt erwischte es die im Sommer neuformierte zweite Mannschaft der Preußen, die sich in den ersten Spielen bodenständig und keinesfalls abgehoben präsentiert hatte, also keinen Anlass für diese Beleidigungen gab.

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