Mi., 15.01.2020

Freeway-Cup: Heimische Mühlenkreisauswahl fordert den Profinachwuchs Wie ein Turniersieg

Der Trainer-Vulkan Stefan Hartmann entpuppt sich 2010 nach dem historischen Erfolg auch als Feier-Vulkan.

Der Trainer-Vulkan Stefan Hartmann entpuppt sich 2010 nach dem historischen Erfolg auch als Feier-Vulkan. Foto: Ingo Notz

Lübbecke (WB). Seine gute Laune ist geradezu ansteckend. Offen und ehrlich, immer für einen lustigen Spruch gut – so kennt man Stefan Hartmann. Dem inzwischen 41-Jährigen gelang vor zehn Jahren beim Freeway-Cup als Trainer der Mühlenkreisauswahl (gemeinsam mit Heinz Zwingmann) etwas Besonderes: Die Talente aus den Fußballkreisen Lübbecke und Minden belegten den vierten Rang – die bisher beste Platzierung der Auswahl in der Turniergeschichte.

„Die Jungs sind damals über sich hinausgewachsen, der vierte Platz ist rückblickend so etwas wie ein Turniersieg“, erinnert sich Stefan Hartmann sehr gerne an den Januar 2010. Dabei hatte das Turnier alles andere als gut für die Auswahl angefangen. Die ersten beiden Vorrundenspiele gingen deutlich (0:5 gegen den 1. FC Köln und 0:6 gegen Bayern München) verloren. „Am Samstagabend meinte Heinz-Dieter Holsing zu mir, es wäre schön, wenn wir uns am zweiten Turniertag steigern könnten. Und zwar mit Nachdruck“, betont Hartmann.

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Der Turniermodus kam uns natürlich entgegen.

Stefan Hartmann (damaliger Trainer der Mühlenkreisauswahl)

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Ob die Holsing-Äußerung Einfluss auf den Sonntag und die dort gezeigten Leistungen der „Mühlis“ hatte, ist nicht überliefert – doch die Auswahl geriet in einen tollen Flow und übertraf alle Erwartungen. „Der Turniermodus kam uns natürlich entgegen, weil sich alle Teams für das Achtelfinale qualifizierten. Hinzu kam aber, dass die meisten der jungen Spieler ihre Nervosität ablegen konnten. Außerdem standen die Zuschauer in der Lübbecker Kreissporthalle komplett hinter uns. Man konnte manchmal sein eigenes Wort nicht verstehen“, so Hartmann über die Kulisse in der Halle.

Er sah an jenem Sonntagmorgen zunächst ein 4:1 im dritten Gruppenspiel gegen Eintracht Frankfurt. Als im Achtelfinale ein 7:6-Erfolg nach Neunmeterschießen gegen den Karlsruher SC folgte, war das laut Stefan Hartmann der „absolute Brustlöser“. „Anschließend hatten alle drei Blöcke genügend Selbstvertrauen, um im Viertelfinale einen 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg zu landen. „Als Sven Redetzky kurz vor dem Ende mit einem Weitschuss den entscheidenden Treffer erzielt hatte, musste ich mich kneifen“, denkt der 41-Jährige sehr gerne an diese Szene zurück. Beim Jubel warf sich der damals 32-Jährige mitten zwischen seine Spieler, die das Halbfinale erreicht hatten.

Dort kam zwar das Aus gegen den späteren Turniersieger Bayern München, und auch das Spiel um den dritten Platz gegen Eintracht Frankfurt ging mit 3:4 verloren. Doch das tat der Begeisterung um die „Mühlis“ keinen Abbruch. „Die vielen Samstag-Kritiker waren am Sonntag die ersten Schulterklopfer“, weiß Stefan Hartmann noch ganz genau. Und es schwingt immer noch eine große Portion Stolz mit, wenn er über einige seiner damaligen Spieler (Aias Aosman, Sven Redetzky oder Maxi Appels) spricht. „Die haben sich in einen wahren Rausch gespielt und werden sich garantiert genauso wie ich an dieses tolle Erlebnis gerne erinnern“, ist Hartmann sicher.

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Inzwischen ist Union Varl meine sportliche Heimat geworden.

Stefan Hartmann (damaliger Trainer der Mühlenkreisauswahl)

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Er selbst begann übrigens mit dem Kicken als Sechsjähriger beim TuS Levern. Weitere Stationen waren FC Preußen Espelkamp, Union Varl, HSC Alswede und SSV Preußisch Ströhen, wo er zwei Jahre Spielertrainer war. „Doch inzwischen ist Union Varl meine sportliche Heimat geworden. Deshalb habe ich dort immer mal wieder ausgeholfen, wenn Not am Mann war“, erzählt Hartmann, der sich selbst als „äußerst kommunikativ“ bezeichnet: „Das liegt an unserer großen Familie und meinen drei Brüdern“, gibt er Privates preis.

Stefan Hartmann ist dem Freeway-Cup über all die Jahre eng verbunden geblieben – inzwischen als Sponsor. Seit drei Jahren unterstützt er die Unparteiischen des Turniers in finanzieller Form. Das kann er, weil er als Inhaber des Edeka Center Hartmann in Levern auch in beruflicher Hinsicht Fuß gefasst hat. Und wenn er dann ein wenig Freizeit hat („Ich wollte einmal mit Union Varl bei der Altliga-Kreismeisterschaft gewinnen, und das haben wir geschafft.”), bringt er sich auch noch im Fußballkreis Lübbecke ein.

Den Freeway-Cup 2020 wird Stefan Hartmann, sofern es seine Zeit erlaubt, als Zuschauer verfolgen. Vielleicht trifft er dann ja mit dem inzwischen beim SV Rödinghausen spielenden Christian Derf­linger den Spieler, der ihn vor zehn Jahren am meisten beeindruckte. „Das war der beste Fußballer, den ich dort jemals gesehen habe. Niemand hat in den darauffolgenden Jahren so herausragend gespielt. Neben unserem vierten Platz hat mir Christian Derflinger am meisten Spaß bereitet“, erzählt Stefan Hartmann.

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