Mi., 12.02.2020

„Hinterm Handball-Tor“: Wehe feiert – Nettelstedt plant Heißhunger auf die „Kempa“-Pizza

Weher Wirbelwinde: Nele Bredenkötter (links) und Lorena Tacke feiern ihr Kempa-Trick-Tor.

Weher Wirbelwinde: Nele Bredenkötter (links) und Lorena Tacke feiern ihr Kempa-Trick-Tor. Foto: Ingo Notz

Von Ingo Notz

Lübbecke (WB). Ein Sturm im Wasserglas und Pizza-Tricks auf einer gemischten Handball-Platte mit extra viel Käse: Das Handball-Wochenende hat wieder zahlreiche Geschichten hinterm Handball-Tor produziert.

Bei den Herren sorgte ausgerechnet ein Spiel für die meisten Diskussionen, das gar nicht stattgefunden hat: Das Landesliga-Derby zwischen dem TuS Schwarz Weiß Wehe und der Reserve des TuS Nettelstedt war wegen der Sturmwarnungen abgesagt worden: trotz der überschaubaren Entfernung zwischen den beiden Orten und trotz des nachmittags – Spielbeginn wäre um 14 Uhr gewesen – ebenfalls noch überschaubaren Windstärken. Nettelstedts Trainer Michael Scholz hatte für das Derby eine Mischung aus seiner eigentlichen Mannschaft und A-Jugendlichen nominiert – und sah sich dann doch dazu gezwungen, den Umständen Tribut zu zollen, auch wenn es nur wenige Kilometer von Nettelstedt bis zur Halle in Rahden gewesen wären.

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Alle anderen Mannschaften im Kreis waren der gleichen Meinung und haben abgesagt. Es sind Jugendspieler und wenn es in der Presse und allen anderen Medien Warnungen vor Orkan gibt, muss man das akzeptieren. Auch in Wehe...

Michael Scholz (Trainer TuS Nettelstedt II)

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Das aber eben nicht für aller Nettelstedter Spieler, erklärte der ehemalige Bundesligaspieler: „Die Jungs mit Anreise aus Bielefeld sehen das anders... Alle anderen Mannschaften im Kreis waren der gleichen Meinung und haben abgesagt. Es sind Jugendspieler und wenn es in der Presse und allen anderen Medien Warnungen vor Orkan gibt, muss man das akzeptieren. Auch in Wehe...“ Es sei also kein taktisch begründeter Einzelfall seiner mit Personalsorgen kämpfenden Mannschaft gewesen, um dann in besserer Besetzung im Derby bessere Karten zu haben. Gleichzeitig zeigte sich Michael Scholz aber auch optimistisch, das Prestigeduell mit dem Altkreis-Nachbarn zu einem späteren Zeitpunkt durchaus gewinnen zu können: „Die zwei Punkte holen sie dann ein anderes Mal...“ Wann das sein wird, steht allerdings noch nicht fest.

Sturmtief sorgt für Terminverschiebungen

Einen neuen Termin müssen auch die Verbandsliga-Handballer der HSG Hüllhorst finden, während die Männer des TuS Gehlenbeck sich nicht auf das Orkantief berufen konnten als Grund dafür, dass ihre Erfolgsserie erst einmal vom Winde verweht ist. Nicht zuletzt waren auch Personalsorgen mitverantwortlich, dass die eindrucksvolle Serie von sechs ungeschlagenen Partien hintereinander inklusive einer weißen Jahresweste 2020 beendet worden ist – oder nur unterbrochen: In der Form der vergangenen Wochen ist der nächste Sieg nur eine Frage der Zeit – und der Umstände.

Hüllhorsts Frauen werden überrannt

Auch bei den Hüllhorster Frauen hatte der auffrischende Wind außerhalb der Halle nicht dafür gesorgt, dass die Spielstätte selbst im Sturm eingenommen worden wäre. In der Halle des TuS Brockhagen stand im Ortsteil von Steinhagen allerdings auch der amtierende Tabellenführer der Verbandsliga auf der Platte – und der fegte beim 41:23 tatsächlich wie ein Orkan über die Gäste hinweg. Während die meisten Teams aus dem Altkreis Lübbecke die am Wochenende spielen mussten, vom Orkan-Tief bis zum Formtief auf Ursachenforschung gehen mussten, haben die Landesliga-Frauen des TuS Nettelstedt und des TuS Schwarz Weiß Wehe weiteren Rückenwind bekommen.

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Wir haben jetzt 6:2 Punkte geholt und damit unseren Abstand nach unten weiter ausgebaut. Wenn wir am Ende zwischen Platz drei und Platz fünf ins Ziel kommen, dann ist das okay.

Thorsten Waldmann (Trainer TuS Nettelstedt)

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Beim TuS Nettelstedt kostete der Achterbahn-Spielverlauf im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Herford die Trainer Thorsten Waldmann und Achim Hucke zwar während der 60 Minuten einige Nerven, am Ende zählten aber auch in diesem Spiel vor allem die Punkte und diesbezüglich haben die Nettelstedterinnen derzeit einen Lauf. „Wir haben jetzt 6:2 Punkte geholt und damit unseren Abstand nach unten weiter ausgebaut. Wenn wir am Ende zwischen Platz drei und Platz fünf ins Ziel kommen, dann ist das okay“, wagten die Trainer einen Ausblick auf die Restsaison. Die Planungen gehen natürlich schon weiter: In der neuen Spielzeit müssen die Nettelstedterinnen auf einige bewährte Kräfte verzichten: Katharina Wiebe (Medizinstudium) und Kyra Sudeck (2. Frauen), Michele Berning (erneute Pause nach ihrem Comeback) und Corinna Kolbe (2. Frauen), Nadine und Marie Schilling stehen ebenso nicht mehr für die Erste zur Verfügung wie die Grote-Zwillinge Denise und Celine. Die Folgen des Aderlasses sind klar: „Wir suchen noch zwei, drei Spielerinnen für den Rückraum“, erklärt Thorsten Waldmann die nächsten Personalziele. Dafür gibt es aber auch schon feststehende Neuzugänge beim TuS: Janina von Behren kehrt aus Mennighüffen zurück, Anne Oldag aus Bad Oeynhausen „Wir sind sehr froh darüber, dass wir diese Baustelle in unseren Planungen schließen konnten und nach einem personell turbulenten Jahr ein so starkes Torhüterduo für uns gewinnen zu können“, meinte Achim Hucke zu der wichtigen Position zwischen den Pfosten.

„Pizza-Power“ beim TuS Schwarz Weiß Wehe

Beim Spitzenteam in Wehe wurde der Sieg gegen den Erzrivalen aus Bielefeld/Jöllenbeck von Trainer Benjamin Grohmann unter „handballerisch harte Kost“ im Rezeptbuch für erfolgreiche Heimspiele abgelegt. Anschließend lief eine andere Suche auf Hochtouren: die nach der besten Pizza der Stadt. Eine Minute vor Ende der Partie hatte Wehe uneinholbar in Führung gelegen, dennoch eine Auszeit genommen. Nach deren Ende erzielte Lorena Tacke auf Vorlage Nele Bredenkötter das letzte Tor des Tages per Kempa-Trick – und so gewann die ganze Mannschaft ein Pizzaessen auf Kosten des Trainer Benny Grohmann. Der hatte die besondere Prämie schon in der Trainingswoche ausgelobt und die letzte Auszeit extra noch einmal genutzt, um auf die Wette hinzuweisen: „Schlimmer konnte es nach dem Spiel ja auch nicht mehr kommen...“ Das ließen sich seine Damen nicht zweimal sagen: Nach dem „Extra-Käse“ in vielen Minuten des Spiels zuvor schmeckte der Handball-Tag nach dem „Kempa“ dann versöhnlich und machte den siegeshungrigen Weher Damen ganz nebenbei auch noch Appetit auf mehr...

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