Do., 12.03.2020

Corona-Pause: Handballverband Westfalen setzt den Spielbetrieb bis 19. April aus Redeker: „Die Gesundheit geht vor“

Schluss mit Handball: Sebastian Redeker muss mit der HSG Hüllhorst bis 19. April pausieren. Der Trainer hat Verständnis für den „Cut“ - trotz der daraus resultierenden Probleme.

Schluss mit Handball: Sebastian Redeker muss mit der HSG Hüllhorst bis 19. April pausieren. Der Trainer hat Verständnis für den „Cut“ - trotz der daraus resultierenden Probleme. Foto: Pollex

Von Alexander Grohmann

Lübbecke (WB). Pause nicht nur bei den Profis, sondern auch bei den Amateuren: Der Handballverband Westfalen hat den Spielbetrieb im Seniorenbereich auf allen Ebenen bis zum 19. April ausgesetzt. Damit steht fest: Für die Handballer im Kreis Minden-Lübbecke ist erst einmal Feierabend. Das gab’s in dieser Form noch nie!

Die Entscheidung sei nach intensiver Absprache zwischen allen Landes-, Sportfach- und Spitzenverbänden getroffen worden. „Der Handballverband Westfalen bedauert, mitteilen zu müssen, dass aufgrund der das Corona-Virus betreffenden Lage bis auf weiteres alle Veranstaltungen, Sitzungen und Maßnahmen des Verbandes abgesagt sind“. Grundlage der Entscheidung sei die neue Beurteilung der Gesamtlage durch die WHO und die Einstufung des Coronavirus als Pandemie.

Saison im Jugendbereich ist mit sofortiger Wirkung beendet

Für den Nachwuchs hat das noch gravierendere Folgen: Der Spielbetrieb im Kinder- und Jugendbereich wurde am Donnerstag mit sofortiger Wirkung für die laufende Saison ganz eingestellt. Der Erwachsenenspielbetrieb ruht bis auf weiteres. Spätestens zum 19. April soll dann über die Saison-Fortsetzung entschieden werden. Der Verband rät den Vereinen darüber hinaus, den Trainingsbetrieb vorläufig einzustellen.

„Ich finde die Entscheidung gut. Die Gesundheit geht vor“, sagt ­Sebastian Redeker , Trainer der HSG Hüllhorst. Dabei kommt die Pause für seine um den Klassenerhalt kämpfenden Verbandsliga-Handballer nach einem Lauf mit 5:1 Punkten zur Unzeit. Zumal es noch viele Fragezeichen gibt. Das Auf- und Abstiegsrennen könnte zur Farce werden. „Ich weiß nicht, wie man alle Spiele bis zum vorgesehenen Saisonende über die Bühne kriegen will“, verweist Redeker auf das enge Zeitfenster. Der letzte Spieltag ist für den 9. Mai angesetzt. Danach wären – Stand jetzt – viele Teams auf Achse. Redeker: „Wir sind sicher nicht die Einzigen, die schon eine Fahrt nach Mallorca gebucht haben.“

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Ich würde den Trainingsbetrieb gerne aufrecht erhalten. Bisher hat niemand bei uns im Verein Symptome.

Sebastian Redeker, Verbandsliga-Coach der HSG Hüllhorst

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Redeker weiß, dass solche Probleme in Zeiten weltweiter Corona-Panik nebensächlich sind. „Die ­Sicherheit geht vor. Ich gehe jeden Weg mit, den der Verband einschlägt“, so der Coach, der die ­ Lage gestern bei einer ­lockeren Fußball-Einheit mit seinen Spielern besprechen wollte. „Bisher hat niemand im Verein Symptome. Ich würde den Trainingsbetrieb gerne aufrechterhalten. Wichtig ist mir, was die Mannschaft sagt.“

Nettelstedt-Coach Michael Scholz hatte selbst Corona-Symptome

Michael Scholz , Trainer von Landesligist TuS Nettelstedt II, ist überrascht vom radikalen Vorgehen des Verbandes. „Ich finde es schon krass. Ich sehe eigentlich keinerlei Gefahr für Spieler. Aber es ist auch keine leichte Entscheidung“, sagt der Coach, den es selbst gerade erwischt hat. Seit einer Woche liegt Scholz schon flach, litt unter Fieber und starkem Husten. Auch ihm kam der Gedanke an Corona. „Ich habe die Symptome telefonisch beim zuständigen Amt abgeklärt. Ein Test sollte aber nicht gemacht werden, weil ich keinen direkten Kontakt zu Chinesen oder Italienern hatte“, sagt Scholz, der diese Logik nicht verstehen kann. Immerhin: Ihm geht es allmählich besser.

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Ich sehe die Zeit nicht, wo man die Saison über die Bühne bringt.

Michael Scholz (TuS Nettelstedt II) über das schmale Zeitfenster

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Probleme sieht er dafür auf die Liga zukommen. „Nach der Pause wären noch acht Spiele zu bestreiten. Ich sehe die Zeit nicht, wo man die Saison über die Bühne bringt.“ Englische Wochen seien keine Lösung. „Wir sind keine Profis, unter der Woche bekomme ich keine Mannschaft zusammen.“

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