So., 19.04.2020

Wertung erfolgt mit Quotientenregelung – Wildcards ermöglichen Landesligateams des TuS Wehe Aufstiegschance Saisonabbruch im westfälischen Handball

Die Luft ist raus: Die Handballverband Westfalen hat die aktuelle Saison wegen der Coronasituation endgültig abgebrochen.

Die Luft ist raus: Die Handballverband Westfalen hat die aktuelle Saison wegen der Coronasituation endgültig abgebrochen. Foto: dpa

Von Hans Peter Tipp

Lübbecke (WB). Der Handballverband Westfalen (HVW) hat an diesem Sonntag entschieden: In dieser Saison wird auf Verbands- und Bezirksebene kein Handball mehr gespielt. Die bislang bis zum 19. April lediglich unterbrochene Saison wird nun endgültig abgebrochen. Der Handballkreis Minden-Lübbecke hat sich dieser Entscheidung angeschlossen.

Meister und Aufsteiger werden zum Stand des 12. März mit Hilfe der sogenannten Quotientenregelung berechnet. Überdies gibt es Wildcards für Vereine, bei denen die Möglichkeit bestanden hätte, dass sie noch auf sportlichem Weg einen Aufstiegsplatz hätten erreichen könnten. Aus dem Altkreis Lübbecke könnte ein Verein gleich doppelt von der nun festgelegten Regelung profitieren. So haben die Männer und Frauen des TuS SW Wehe in der Landesliga als Tabellenzweiter bzw. -dritter eine Wildcard erhalten und können sich nun entscheiden, ob sie ihr Aufstiegsrecht in die Verbandsliga wahrnehmen.

Absteiger gibt es nicht. Das hatte der HVW bereits vor einigen Wochen für den Fall eines Saisonabbruchs angekündigt. Das betrifft vor allem den unmittelbar in den Abstiegskampf verwickelten Männer-Verbandsligisten HSG Hüllhorst. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Redeker hatte zuletzt mit 5:1-Punkten in Folge zwar die Abstiegsplätze verlassen, war aber bei weitem noch nicht gesichert. Fest steht nunmehr auch, dass fast schon gesicherten Frauen der HSG Hüllhorst im kommenden Jahr endgültig weiter in der Verbandsliga dabei sind. Der TuS Gehlenbeck und der TuS Nettelstedt II waren in der Männer-Landesliga ebenso jenseits von Gut und Böse platziert wie die Nettelstedter Landesligafrauen.

Wegen der Coronakrise sei „eine Fortsetzung und Beendigung der Saison 2019/2020 unter sportlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich“, erklärte der HVW am Sonntag zur Begründung des Abbruchs. Weiter heißt es: „Eine Lösung, welche den Tabellenlatz bei vorzeitiger Beendigung sowie nach regulärer Beendigung der Saison 1:1 wiedergibt, gibt es nicht. Zu viele Spiele stehen noch aus, welche in ihrem Ausgang nicht vorhersehbar sind und demnach in der Abwägung der unterschiedlichen Modelle keine Berücksichtigung finden dürfen. Gleiches gilt für die noch ausstehenden Heimspiele sowie Rückspiele gegen Vereine auf den unteren Tabellenplätzen.

Dabei ist klarzustellen, dass es eine Lösung im Interesse aller Vereine nicht gibt, da jedes Modell seine Vor- und Nachteile hat. Es wurden verschiedene Möglichkeiten für die Erstellung einer Abschlusstabelle ausgiebig erörtert und alle Eventualitäten gegeneinander abgewogen. Die Wertung nach der Quotientenregelung stellt nach erfolgter ausführlicher Abwägung die beste Lösung dar, indem sie die bisherige Saison mit all den bereits erbrachten Leistungen sowie die unterschiedliche Spielanzahl der Vereine berücksichtigt.”

Die Wertung der Saison erfolge nach dem „norwegischen Modell“ und für alle bis zum 12. März 2020 im Spielbetrieb des HV Westfalen durchgeführten Spiele, erläuterte der Verband. Demnach wird die Anzahl der erreichten Punkte am 12. März durch die Anzahl der absolvierten Spiele dividiert. Im Fall der Landesligamänner des TuS SW Wehe heißt das: Das Team von Dennis Pape hat 27 Punkte in 18 Spielen geholt (27:18=1,50). Die weitere Rechnung: 1,50x100 = 155,0. Mit einem Quotienten von 155,0 belegt Wehe in der Abschlusstabelle Rang drei hinter HB Bad Salzuflen (189,5) und TuS Eintracht Oberlübbe (152,6). Wegen der theoretischen Aufstiegsmöglichkeit erhalten die Schwarz-Weißen eine Wildcard.

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