Fußball: Veranstalter hat den Freeway-Cup 2021 abgesagt
„Entweder ganz oder gar nicht“

Lübbecke (WB). Bittere Nachricht für alle Fußball-Fans der Region: 2021 wird es keinen Freeway-Cup in Lübbecke geben! Diese Nachricht hat der Turnierchef Christian Spönemann am Donnerstag verkündet. Hintergrund des historischen Ausfalls ist auch in Lübbecke die fehlende Planungssicherheit auf Grund der Corona-Krise.

Freitag, 24.07.2020, 15:49 Uhr aktualisiert: 24.07.2020, 15:52 Uhr
Hertha BSC Berlin bleibt ein weiteres Jahr amtierender Freeway-Cup-Sieger: 2021 fällt das Turnier aus. Foto: Ingo Notz
Hertha BSC Berlin bleibt ein weiteres Jahr amtierender Freeway-Cup-Sieger: 2021 fällt das Turnier aus. Foto: Ingo Notz

Das internationale Stemweder U19-Turnier musste im Frühjahr, diesmal wegen der Corona-Krise, bereits zum zweiten Mal hintereinander ausfallen. In Lübbecke sahen sich die Verantwortlichen nun auch nicht in der Lage, eine seriöse Vorbereitung auf das Hallenfußball-Ereignis des Jahres im Lübbecker Land gewährleisten zu können. Kein Fußball-Fest, kein Budenzauber in der Kreissporthalle – eine Entscheidung, die auch den Entscheidungsträgern um Christian Spönemann schwergefallen ist, die sie aber letztlich als alternativlos angesehen haben. „Natürlich hat unser Nein mit der aktuellen Corona-Situation zu tun.

Keine dieser Fragen können wir derzeit mit Ja beantworten – keine! Das müssten wir aber, um guten Gewissens die kommenden Monate in Angriff nehmen zu können.

Christian Spönemann (Freeway-Cup-Turnierchef)

Das Organisationsteam des Freeway-Cups, zu dem zehn Mitglieder gehören, hat einen möglichen Freeway-Cup 2021 nach wichtigen Kriterien abgeklopft: Kommen die Teams, die wir einladen, gerne und verlässlich nach Lübbecke? Sind die Zuschauer bereit, sich im nächsten Januar in eine Sporthalle zu setzen? Können wir ausschließen, dass wir von Behörden sehr strenge Auflagen bekommen? Springen Sponsoren ab? Bekommen wir unsere vielen Helferinnen und Helfer für das Turnierwochenende zusammen? Keine dieser Fragen können wir derzeit mit Ja beantworten – keine! Das müssten wir aber, um guten Gewissens die kommenden Monate in Angriff nehmen zu können“, erläutert Christian Spönemann die bittere Entscheidungsfindung. „Derzeit sind Großveranstaltungen, zu denen wir zählen, bis einschließlich 31. Oktober 2020 untersagt. Keine Behörde kann uns im Moment sagen, wie es nach diesem Datum weitergeht. Ob das Verbot verlängert wird oder mit welchen Einschränkungen wir rechnen müssten. Wir sind überzeugt, dass wir frühestens im September oder Oktober Gewissheit bekämen, ob und wenn ja: wie wir einen Freeway-Cup 2021 spielen dürften. Dies wäre sehr, sehr spät, um ein Turnierwochenende auf die Beine zu stellen. Auch die Teams, die wir einladen würden, können uns nur wenig Planungssicherheit geben. In den Nachwuchsleistungszentren steht noch nicht fest, wie die einzelnen Mannschaften im Winter trainieren und spielen. Wir glauben, dass uns selbst eine jetzt erfolgte Zusage eines Klubs für einen Freeway-Cup 2021 nicht vor einem späteren Rückzug schützt – je nach aktueller Corona-Situation.“

Wir sind uns im Orga-Team einig, dass ein „Freeway-Cup light“, also etwa ein Turnier mit weniger Mannschaften, ohne Showprogramm oder Dingen wie den LED-Wänden oder dem Fernsehboden, keinen Sinn ergibt.

Christian Spönemann (FWC-Turnierchef)

Mit der Organisation zu starten, wenn Klarheit herrscht, und den Freeway-Cup eventuell in abgespeckter Form durchzuführen, war keine Alternative: „Wir sind uns im Orga-Team einig, dass ein „Freeway-Cup light“, also etwa ein Turnier mit weniger Mannschaften, ohne Showprogramm oder Dingen wie den LED-Wänden oder dem Fernsehboden, keinen Sinn ergibt. Es entspräche nicht unserem Qualitätsanspruch und wäre für Teams, Zuschauer und Sponsoren enttäuschend. Entweder ganz oder gar nicht: Das muss für uns immer die Maxime sein.“

Wir werden uns frühzeitig und mit aller Kraft in den Freeway-Cup 2022 stürzen. Denn im Januar 2022 möchten wir das nächste Turnier spielen – so, wie wir alle es kennen und mögen!

Christian Spönemann (FWC-Turnierchef)

Natürlich haben auch finanzielle Fragen eine Rolle gespielt: „Kann es einen „richtigen“ Freeway-Cup geben, wenn wir erst im Laufe des Herbstes wissen, wie es um unseren Etat bestellt ist? Wir sind überzeugt, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch unsere Sponsoren an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringen – manchen vielleicht sogar darüber hinaus. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir 2021 mit finanziellen Einbußen rechnen müssten. Würden wir mit weniger Zuschauerkapazität als sonst spielen, würden sich diese Einbußen extrem verschärfen. Das heißt: Wir halten einen Freeway-Cup 2021 momentan wirtschaftlich für nicht zu verantworten. Wir wollen und müssen als Organisator einer Großveranstaltung unserer Verantwortung gerecht werden, die Gesundheit aller Beteiligten zu schützen und keinem unnötigen Risiko auszusetzen. Dies alles hat uns zum Entschluss gebracht: 2021 setzen wir mit dem Freeway-Cup aus! Diese Entscheidung haben wir einstimmig und nach ehrlicher Diskussion und Bewertung der Rahmenbedingungen getroffen. Wir werden uns frühzeitig und mit aller Kraft in den Freeway-Cup 2022 stürzen. Denn im Januar 2022 möchten wir das nächste Turnier spielen – so, wie wir alle es kennen und mögen!“

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