TuS N-Lübbecke muss sich im Testspiel gegen Berliner Jungfüchse mit 28:28 begnügen
Hannings Rasselbande ärgert den TuS

Lübbecke (WB). Kleiner Dämpfer für den TuS N-Lübbecke: Im Testspiel gegen eine Nachwuchsmannschaft der Füchse Berlin sind die heimischen Zweitliga-Handballer am Mittwoch in der Kreissporthalle überraschend nicht über ein 28:28 (17:12) hinausgekommen. „Ich habe meinen Spielern schon zu Wochenbeginn gesagt, dass die Partie auch ein psychologischer Test für uns wird. Man muss sagen, dass wir ihn heute nicht bestanden haben“, sagte TuS-Coach Emir Kurtagic.

Mittwoch, 02.09.2020, 21:33 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 22:30 Uhr
Nach der Pause wurde es für Peter Strosack und den TuS N-Lübbecke gegen die Jungfüchse plötzlich ungemütlich. Der Zweitligist kam im Trainingsspiel nur zu einem 28:28. Foto: Grohmann
Nach der Pause wurde es für Peter Strosack und den TuS N-Lübbecke gegen die Jungfüchse plötzlich ungemütlich. Der Zweitligist kam im Trainingsspiel nur zu einem 28:28. Foto: Grohmann

Nur zu Beginn war der Unterschied zwischen erfahrenen Zweitliga-Profis auf der einen und Berliner „Grünschnäbeln“ auf der anderen Seite zu sehen. Mit cleveren, schnellen Abschlüssen überforderten die Gastgeber ihre jungen Herausforderer in der Abwehr ein ums andere Mal und schienen über die Zwischenstände 4:1 und 13:9 für klare Verhältnisse sorgen zu können. Beim Pausenstand von 17:12 war alles in Butter.

Der schrille Pulli gehört bei Bob Hanning dazu: Für Berlins A-Jugend-Coach war die Leistung seiner Jungfüchse gegen den Zweitligisten aus Lübbecke aber der größere Hingucker.

Der schrille Pulli gehört bei Bob Hanning dazu: Für Berlins A-Jugend-Coach war die Leistung seiner Jungfüchse gegen den Zweitligisten aus Lübbecke aber der größere Hingucker. Foto: Grohmann

Gäste-Coach Bob Hanning, der die Berliner A-Jugend trainiert, fand in der Halbzeitpause dann aber offenbar die richtigen Worte. Die U 19-Auswahl – Hanning: „Es standen heute nur Spieler der Jahrgänge 2002 und 2003 in unserem Kader“ – gingen in der Abwehr nun aggressiver zu Werke und trauten sich auch vorne mehr zu. Beim 21:20 (40.) hatten die Jungfüchse bereits den Anschluss hergestellt, in der 45. Minute fiel beim 22:22 der erstmalige Ausgleich, ehe die Berliner in der Folge beim 23:25 dann sogar auf zwei Tore wegzogen. „Die haben Stress, wir haben Spaß. Körperspannung halten, Jungs!“, pushte Hanning seine talentierte Rasselbande in der letzten Auszeit.

Ich bin begeistert über die Art und Weise, wie es meine junge Mannschaft geschafft hat, von der ersten zur zweiten Halbzeit zu adaptieren.

Bob Hanning über die Leistungssteigerung der Jungfüchse

Die Lübbecker erhöhten jetzt aber ihrerseits noch einmal die Schlagzahl und gingen kurz vor Schluss durch ein Tor von Rechtsaußen Tom Skoblien wieder mit 28:27 in Führung. Doch Sekunden vor Schluss stieg Jungfuchs Nils Lichtlein auf der Gegenseite hoch und brachte den Ball mit links zum Ausgleich unter. „Der Junge ist gerade erst 18 geworden. Das ist ein Riesentalent“, sagte Hanning über den Mittelmann und lobte die Gesamtleistung seiner Truppe: „Ich bin begeistert über die Art und Weise, wie wir es geschafft haben, von der ersten zur zweiten Halbzeit zu adaptieren“, so der Trainer, der auch Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes ist.

Nach vier Trainingseinheiten am Montag und Dienstag konnte der TuS N-Lübbecke dagegen nicht die gewünschte Leistung aufs Parkett zaubern. Nach dem guten Start verlor der ambitionierte Zweitligist etwas die Körperspannung und lud das „ausgefuchste“ Gäste-Team zum Spielen ein. „Das ist eine hochmotivierte und gut ausgebildete Truppe, gegen die wir da angetreten sind. Wir haben einfach nicht gut gespielt“, kritisierte Kurtagic und verwies vor allem auf die verbesserungswürdige Angriffsleistung mit insgesamt 16 Fehlwürfen und vielen technischen Fehlern.

Roman Becvar (rechts) nahm als Zuschauer auf der Ersatzbank neben Co-Trainer Nikola Blazicko Platz. TuS N-Lübbeckes Mittelmann laboriert an einem Muskelfaserriss in der Wade.

Roman Becvar (rechts) nahm als Zuschauer auf der Ersatzbank neben Co-Trainer Nikola Blazicko Platz. TuS N-Lübbeckes Mittelmann laboriert an einem Muskelfaserriss in der Wade. Foto: Grohmann

Nach der starken Vorstellung beim 28:28 gegen den TBV Lemgo Lippe zeigte sich nun, dass Lübbeckes Zweitliga-Handballer bis zum Saisonstart doch noch einiges an Arbeit vor sich haben. „Das war ein Top-Test, wichtiger als Spiele gegen Lemgo. In solchen Duellen wie heute müssen wir zeigen, dass wir besser als der Gegner sind. Solche Duelle werden auch in der Saison viele auf uns zukommen“, sagte Kurtagic.

Positiv: Lübbeckes Jungprofi Marek Nissen kam in der zweiten Halbzeit in der Abwehr zum Einsatz und erzielte seinen ersten TuS-Treffer. Im Tor durfte sich Johannes Jepsen 60 Minuten lang beweisen und kam auf acht gehaltene Bälle. Roman Becvar war derweil zum Zuschauen verdammt: Der Mittelmann hat sich einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen und fällt aus. Becvar hatte schon die Lemgo-Partie verpasst.

TuS N-Lübbecke: Rezar ( n.e.), Jepsen – Heiny (2), Baumgärtner (2), Ebner (4), Petreikis (4), Bagaric (1), Strosack (2), Dräger (2), Spohn, Nissen (1), Speckmann (2), Petrovsky (3), Skroblien (5/2).

 

 

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