Lübbeckes erster Kunstrasenplatz in Betrieb – Klubs einigen sich auf Belegungsplan
Nach Behörden-Sprint rollt der Ball

Lübbecke (WB). An diesem Freitag kommt es zu einer Premiere, die sowohl Philipp Knappmeyer als auch die Vereine in der Stadt Lübbecke freut: Zum ersten Mal geht auf dem neuen Kunstrasenplatz der Stadt (Gesamtkosten: 840.000 Euro) ein Fußballspiel über die Bühne. Die A-Junioren der JSG Blasheim-Lüb­becke treten am Abend im Bezirksliga-Nachholspiel gegen den TBV Lemgo an (19.30 Uhr). „Dass es jetzt so schnell gegangen ist, freut mich“, sagt der neue Dezernent im Amt für Bürgerdienste im Rathaus, in dessen umfangreiches Ressort auch der Sport fällt.

Freitag, 23.10.2020, 10:49 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 12:04 Uhr
Der Ball kann rollen: Lübbeckes Stadtdezernent Philipp Knappmeyer freut sich über die vorzeitige Freigabe des neuen Kunstrasenplatzes. An diesem Freitag wird hier bereits das erste Punktspiel ausgetragen. Zur Beschleunigung des Verfahrens trug ein Trick bei. Foto: Alexander Grohmann
Der Ball kann rollen: Lübbeckes Stadtdezernent Philipp Knappmeyer freut sich über die vorzeitige Freigabe des neuen Kunstrasenplatzes. An diesem Freitag wird hier bereits das erste Punktspiel ausgetragen. Zur Beschleunigung des Verfahrens trug ein Trick bei. Foto: Alexander Grohmann

Der Platz war da, und nun? Es war schon ein „Grummeln“ zu vernehmen

Nach solch einer Beschleunigung hatte vor wenigen Wochen noch gar nichts ausgesehen. In Rekordzeit war der Platz zwar im Spätsommer planmäßig fertiggestellt worden, doch seit der feierlichen Einweihung Mitte September war dann erst einmal nicht mehr viel passiert. Aus dem ein oder anderen Klub war schon ein Murren zu vernehmen. Zumal die ersten wetterbedingten Spielabsagen erfolgten, der Kunstrasen aber weiter vor sich hin „schlummerte“.

Ende September kam schlagartig Dynamik in den Prozess – auch durch die Umgehung der üblichen Verfahren: Eine vorläufige Benutzungsordnung stellte die Weichen für die sofortige Freigabe des Geläufs, auf die man sonst möglicherweise noch Monate hätten warten müssen. Auch für Dezernent Knappmeyer keine Option: „Der Platz ist fertig, dann sollen da auch Menschen drauf“, bringt es der frühere Landesliga-Fußballer des TuS Tengern, der erst Anfang Oktober seinen Posten bei der Stadt angetreten hatte, treffend auf den Punkt.

Vorläufiger Benutzungsplan: Ein Trick beschleunigt die Freigabe

Zur Beschleunigung des Verfahrens trug ein Trick bei: So muss die Benutzungsordnung in der ­Regel erst durch den zuständigen Fachausschuss der Stadt. Dies wäre aber wohl frühestens im Dezember passiert. Als Ausweichstätte in der schlechten Jahreszeit wäre das Geläuf somit weiter ausgefallen. Also wählte Knappmeyer die Abkürzung: Mit der Beantragung einer vorläufigen Benutzungsordnung, die vom Bürgermeister „logischerweise ohne Widerspruch“ (Knappmeyer) abgesegnet wurde, kam man schließlich auf direktem Weg ans Ziel. „Es ging darum, eine gute Lösung für die Vereine zu finden“, sagt der Dezernent.

Das neue Schmuckstück der Fußballer im Stadtgebiet Lübbecke: Der Kunstrasenplatz dient vor allem in der schlechten Jahreszeit als wichtige Ausweichstätte für die Vereine.

Das neue Schmuckstück der Fußballer im Stadtgebiet Lübbecke: Der Kunstrasenplatz dient vor allem in der schlechten Jahreszeit als wichtige Ausweichstätte für die Vereine. Foto: Alexander Grohmann

Ende September trafen sich die Vertreter der künftigen städtischen Nutzervereine FC Lübbecke, TuS Gehlenbeck, BSC Blasheim, HSC Alswede und TuS Nettelstedt, um sich auf einen Belegungsplan zu verständigen. Dieser orientiert sich an der jeweiligen Anzahl der Teams. „Ein Verein, der nur zwei Herrenmannschaften hat, bekommt weniger Zeiten als Vereine mit großem Jugendbereich“, so Knappmeyer.

Flexible Lösung bei Nachholspielen: genug Platz für alle

Wichtig: Nicht nur für Trainingszwecke ist der hochmoderne Kunstrasenplatz ein Segen für den Fußball im Stadtgebiet. „Der Platz kann selbstverständlich auch für Nachholspiele genutzt werden“, sagt der Dezernent. Bei Termin-Überschneidungen empfiehlt der 36-jährige Lübbecker eine flexible Herangehensweise: „Die Vereine haben ja sonntags einen Zeitkorridor zwischen neun und 20 Uhr zur Verfügung. Da kriegt man einige Nachholspiele unter“, gibt es nach Ansicht von Knappmeyer somit „genug Platz“ für alle.

Der studierte Sportwissenschaftler verweist auf ein wichtiges Anliegen: „Wir hoffen auf eine kluge Priorisierung der Vereine. Wir wollen, dass vor allem die Kinder ausreichend Zeiten bekommen.“ Pro Trainingszeit kann der Platz immer von zwei Teams genutzt werden. „Die Abendzeiten werden in der Regel von Herrenmannschaften besetzt.“

Für mehr Komfort am Platz: Neue Umkleiden sollen bis 2022 entstehen

An der Infrastruktur soll noch gefeilt werden. So ist neben der Kreissporthalle noch eine Umkleidekabine für die Fußballer geplant. Da in diesem Fall der Kreis als Bauherr auftritt und zunächst ein Förderantrag bewilligt werden muss, könnte sich diese Maßnahme aber bis 2022 hinziehen. In der Zwischenzeit können sich die Teams weiter in den Räumen der Stadthalle umziehen.

Für Lübbeckes Kicker ist aber ohnehin viel wichtiger: Die ebenfalls vorgeschriebene Abnahme des Kunstrasenplatzes durch den Fußballkreis Lübbecke ist ebenfalls im Eiltempo erfolgt. Der Ball kann am Freitagabend das erste Mal in einem Punktspiel rollen.

 

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