Kreisliga-Kulisse: Am 10. Spieltag gerät der Tabellenführer in ernsthafte Bedrängnis
Gehlenbecker Puls und Gelb-Rot-Irrtum

Lübbecke (WB). Fast wäre es passiert. Aber nur fast. „Ich hatte zum ersten Mal in der laufenden Saison bis zum Ende des Spiels einen hohen Puls“, äußerte sich TuS Gehlenbecks Trainer Ludwig Zeller nach dem 6:3-Sieg seiner Mannschaft gegen Türk Gücü Espelkamp. Bis zur 84. Minute war die Partie beim Stand von 3:3 ausgeglichen. Erst in den letzten Minuten wendeten Simon Keiser, Jan Kemmener und Philip Dreyer das Blatt zu Gunsten des somit weiter verlustpunktfreien Spitzenreiters. Zur Halbzeit hatte der TuS sogar 2:3 hinten gelegen.

Mittwoch, 28.10.2020, 17:31 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 17:39 Uhr
Die Spieler des Isenstedter SC hatten am Wochenende in der Kreisliga A beim 4:0-Sieg gegen Schnathorst viel Grund zum Jubel. Foto: Pollex
Die Spieler des Isenstedter SC hatten am Wochenende in der Kreisliga A beim 4:0-Sieg gegen Schnathorst viel Grund zum Jubel. Foto: Pollex

„Es gab eine zielführende Halbzeitansprache. Danach war allen Spielern anzumerken, dass wir das Spiel um jeden Preis drehen wollen“, nannte Zeller einen Grund für die Leistungsexplosion. Einen anderen Grund sah er beim Gegner: „Türk Gücü hat sich selbst geschwächt, indem sie sich nach dem Ausgleich komplett auf den Schiedsrichter eingeschossen und jede Entscheidung in Frage gestellt haben. Sie hätten den Fokus auf ihre Stärken richten sollen. In voller Besetzung reicht ihr Potenzial für jeden Gegner in der Liga, aber sie treten nicht als Team auf.“

Yasin Köse muss sich vom Schiedsrichter ermahnen lassen. Die Spieler von Türk Gücü Espelkamp brachten sich in Gehlenbeck nach starker erster Halbzeit selbst von ihrer Linie ab.

Yasin Köse muss sich vom Schiedsrichter ermahnen lassen. Die Spieler von Türk Gücü Espelkamp brachten sich in Gehlenbeck nach starker erster Halbzeit selbst von ihrer Linie ab. Foto: Pollex

Respektbekundung für Rolfs: Blasheimer Trainer bemerkt den Fehler

Der HSC Alswede hat nach seiner ersten Saisonniederlage gegen Levern weitergemacht wie zuvor. Durch einen 3:0-Sieg gegen den BSC Blasheim mischt das Team Jörg Bohlmanns auf dem dritten Platz weiter an der Spitze mit. „Das war eine großartige Leistung. Es war wichtig, den Anschluss an unsere vorherigen Erfolge wiederherzustellen und ich hätte nicht damit gerechnet, weil Blasheim wie Levern ein bissiger Gegner ist, der uns nicht gut liegt“, lobte Bohlmann seine Schützlinge.

Dem Gegner zollte „Bohle“ nicht nur für eine starke Leistung Respekt, die Spielverhältnisse sprachen eine undeutlichere Sprache als das Ergebnis. „Ich muss meine Hochachtung vor Kilian Rolfs zum Ausdruck bringen. Er ist nach dem Spiel wegen der gelb-roten Karte gegen meinen Spieler Himet Doganer zum Schiedsrichter gegangen und hat zugegeben, dass Himet zuvor noch gar keine gelbe Karte hatte. Das ist alles andere als selbstverständlich. Der Staffelleiter muss darüber entscheiden, ob der Spieler nun gesperrt wird“, so Bohlmann. Eine bemerkenswerte Randnotiz war auch, dass mit Abbas Fares und Pierre-Maurice Katenbrink zwei „Manndecker“ für den HSC trafen und sich auf der anderen Seite auch noch für die Aufrechterhaltung der wenigsten Gegentreffer der Liga einsetzten.

Vorbereiter und Torschütze: Multitalent Meyer führt SuS zum Sieg

Im zweiten Durchgang nahm der Angriff des SuS Holzhausen beim Auswärtssieg in Rahden das Heft in die Hand. Timm Meyer, der das wichtige Tor zum 2:0-Endstand markierte, wurde von seinem Vertretungstrainer Martin Lidtke gesondert gelobt: „Sonst bereitet er die Tore häufig vor und setzt mit seinem Tempo und seinem Zweikampfverhalten gute Akzente über die Außenbahn. Er agiert, anders als in seinem ersten Seniorenjahr, in welchem er mehr Torerfolge verbuchte, nicht mehr nur in der Spitze. Das liegt daran, dass unsere Offensive wesentlich variabler geworden ist. Mittlerweile ist es für Timm oft wichtiger, dass er Tore vorbereitet.“

Florian Haase ist ein gesehener Gast in Frotheim

Nach dem verdienten 2:0-Sieg gegen den Ex-Trainer Florian Haase und dessen Varler waren Mannschaft und Trainer des VfL Frotheim freundlich gesinnt. „Wenn er die Punkte hierlässt, ist er ein gern gesehener Gast“, scherzte VfL-Coach Thorsten Bunde. Haase pflege weiterhin gute Freundschaften zu seinen ehemaligen Spielern, aber das Thema Ex-Verein sei längst verpufft, führte Bunde weiter aus.

FC Lübbeckes Trainer Roland Brandt war nach dem 3:3-Remis gegen den TuS Stemwede stolz auf sein Team: „Wir haben nach dem 1:3-Rückstand eine hervorragende Mentalität gezeigt und unsere Spielweise durchgezogen anstatt uns von der abwartenden Stemweder Spielweise des Gegners mitreißen zu lassen. Wir haben uns diesmal für den Aufwand belohnt. Mit einer besseren Chancenverwertung wäre ein Sieg drin gewesen.“

Der Isenstedter SC hat mit dem 4:0-Sieg gegen den SV Schnathorst erstmals seit sieben Ligaspielen gepunktet. „Zuletzt haben wir mit erheblichen Personalproblemen gegen die drei Topmannschaften der Liga spielen müssen. Jetzt konnten wir den Bock endlich umstoßen. Vor der Winterpause müssen wir weiter punkten, um den Anschluss ans untere Mittelfeld der Tabelle zu erhalten“, zog ISC-Trainer Marco Radtke ein kleines Zwischenfazit.

Andre Krause, Spielertrainer des SSV Preußisch Ströhen, war unzufrieden mit der 2:2-Punkteteilung im Nordkreisduell gegen den TuS Levern: „Der späte Ausgleich hat geschmerzt.“ In der vierten Minute der Nachspielzeit verhinderte Fabian Brockschmidt den zweiten Saisonsieg Ströhens (in Folge). Immerhin blieb das Krause-Team zum zweiten Mal in Folge somit ungeschlagen. Levern verlängerte die gleiche Serie seinerseits auf vier Spiele.

Torschützenliste

17 Treffer: Felix Droste (VfB Fabbenstedt)

16 Treffer: Simon Keiser (TuS Gehlenbeck)

12 Treffer: Serkan Bodur (TG Espelkamp), Michael Swierczewski (FC Lübbecke)

9 Treffer: Andre Kottkamp (TuS Gehlenbeck)

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