Fußball-Kreisliga A: Trainer des TuS Gehlenbeck spricht sich für Corona-Variante aus – Eikenhorst skeptisch
Saison retten: Zeller bringt Playoffs ins Spiel

Lübbecke -

Es ist ein einfaches Rechenexempel: Zehn Spieltage sind in der Fußball-Kreisliga A bis zur Corona-Unterbrechung absolviert werden. 24 Spieltage stehen im kommenden Jahr somit noch aus.

Samstag, 21.11.2020, 01:35 Uhr aktualisiert: 21.11.2020, 02:01 Uhr
Ludwig Zeller (rechts) macht sich Gedanken zur Lage der Kreisliga A: Der Trainer des TuS Gehlenbeck spricht sich für Playoff-Spiele als Ersatz für eine Rückrunde aus. So könnte man trotz der zu befürchtenden Zeitnot die Saison zu Ende bringen. Gehlenbeck führt die Tabelle aktuell nach zehn Siegen aus zehn Spielen an.
Ludwig Zeller (rechts) macht sich Gedanken zur Lage der Kreisliga A: Der Trainer des TuS Gehlenbeck spricht sich für Playoff-Spiele als Ersatz für eine Rückrunde aus. So könnte man trotz der zu befürchtenden Zeitnot die Saison zu Ende bringen. Gehlenbeck führt die Tabelle aktuell nach zehn Siegen aus zehn Spielen an. Foto: Alexander Grohmann

Weil die Zeit knapp werden könnte, bringt Ludwig Zeller einen interessanten Gedanken ins Spiel: „Es ist für mich nicht absehbar, dass die Saison in der geplanten Form zu Ende gespielt werden kann. Es werden ja noch weitere Nachholspiele durch Corona dazukommen. Ich wäre dafür, dass man in dieser Situation einen Modus mit Playoff-Spielen einführt“, sagt der Trainer des TuS Gehlenbeck.

Ohne Verlustpunkt führt Zellers Elf nach zehn Siegen die A-Liga-Tabelle an. Sein Planspiel sieht wie folgt aus: „Wenn alle Teams ihre 15 Hinrundenspiele absolviert haben, könnten die ersten Vier der Tabelle zum Abschluss in einer separaten Runde den Meister unter sich ausspielen“, sagt der TuS-Coach. Und zwar entweder im Modus „Jeder gegen Jeden“ oder als K.o-Runde mit Halbfinale und Endspiel. Auch im Kampf gegen den Abstieg könnte es diese Form der Zugabe geben.

Der Vorteil läge für Ludwig Zeller in einer angesichts der Corona-Pandemie nicht zu planenden Saison auf der Hand: Mit einer Halbierung der Spiele wäre mehr oder weniger gewährleistet, dass die Meisterschaft abgeschlossen werden kann. „Die Finalspiele um den Aufstieg würden zudem für Spannung sorgen“, wirbt Zeller für den innovativen Ansatz.

Kreisvorsitzender schließt einen Lübbecker Alleingang aus

Für Karl-Heinz Eikenhorst ist der Playoff-Gedanke nicht neu. „Es gibt theoretisch viele Modelle, die wir in den Verbandssitzungen in den vergangenen Wochen alle schon durchgespielt haben“, sagt der Vorsitzende des Fußballkreises Lübbecke. Grundsätzlich habe man die Möglichkeit, in den eigenen Spielklassen den Modus anzupassen. „Wir haben die Kreis-Hoheit“, sagt Eikenhorst, der aber keinen Alleingang anstrebt: „Es gibt die Zielsetzung, dass alle im Verband gemeinschaftlich vorgehen und nicht der eine Kreis dies und der andere das macht“, lehnt Eikenhorst vorerst einen Sonderweg ab.

Vorrangiges Ziel sei es, die Spielzeit auf dem normalen Weg zu beenden. „Wenn es wieder möglich ist, werden wir im neuen Jahr weiterspielen. Die Politik wird uns da ja zu gegebener Zeit die Vorgabe machen“, sagt der Lübbecker Fußball-Boss, der die vorzeitige Winterpause frühzeitig hatte kommen sehen und auch für absolut vernünftig hält. „Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, dass zumindest die Kinder und Jugendlichen Mitte Dezember wieder trainieren dürfen“, sagt er.

Die Hoffnung, die Saison auf Kreisebene zu einem regulären Abschluss zu bekommen, hat Eikenhorst zumindest nicht begraben. „Irgendwann wird die zweite Saisonhälfte ja beginnen können. Und wenn das klar ist, wird man sehen, wieviel Zeit dann noch bleibt“, sei es zu früh, um bereits jetzt neue Modelle zu beschließen.

Ich will in nächster Zeit mit allen Spielern sprechen und mir ein Feedback abholen, was gut war und was ich vielleicht noch besser machen kann.

Ludwig Zeller, Trainer TuS Gehlenbeck

Ludwig Zeller nutzt die Winterpause derweil auch für eine Zwischenbilanz. Erst im Sommer hatte er das Traineramt beim TuS Gehlenbeck übernommen – mit bislang durchschlagendem Erfolg. Der A-Ligist spielt eine tolle Saison. „Ich will in nächster Zeit mit allen Spielern sprechen und mir ein Feedback abholen, was gut war und was ich vielleicht besser machen kann“, sagt der Coach, der sicher nicht zu Unrecht das Gefühl hat, dass es bei den Gehlenbeckern nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb stimmt.

„Das sind alles super Jungs, die sich im Verein wohlfühlen“, sagt Zeller, der auch selbst gerne an Bord bleiben würde. Das Hobby muss allerdings auch mit seinem zeitaufwendigen Job – Zeller ist als Caterer bei der Genusswerkstatt unter anderem für die Stadion-Gastronomie beim SV Rödinghausen zuständig – in Einklang zu bringen sein. „Derzeit ist Corona-bedingt aber nicht so viel zu tun. Da kann ich mich mal um meinem Garten kümmern“, sagt der frühere Aida-Mitarbeiter grinsend.

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