Meine Lockdown-Pause: Torjäger Simon Keiser nennt Erfolgsfaktoren beim TuS Gehlenbeck – „Bar-Abend“ kein Bringer
„Es hat mir selten dermaßen Spaß gemacht!“

Gehlenbeck -

Simon Keiser trifft wie auf Bestellung: Der Stürmer des TuS Gehlenbeck erlebt seine beste Spielzeit in der Kreisliga A. Von den Corona-Beschränkungen lässt sich der Fußballer nicht unterkriegen.

Samstag, 12.12.2020, 15:29 Uhr aktualisiert: 12.12.2020, 15:32 Uhr
Simon Keiser trifft in dieser Saison durchschnittlich mehr als ein Mal pro Spiel. Der Stürmer des TuS Gehlenbeck sieht sich als Profiteur einer funktionierenden Mannschaft. „Ich bin häufig nur Vollender eines gelungenen Spielzugs.“
Simon Keiser trifft in dieser Saison durchschnittlich mehr als ein Mal pro Spiel. Der Stürmer des TuS Gehlenbeck sieht sich als Profiteur einer funktionierenden Mannschaft. „Ich bin häufig nur Vollender eines gelungenen Spielzugs.“ Foto: Stefan Pollex

Nach zehn Saisonspielen stehen für Simon Keiser bereits 16 Treffer zu Buche. Damit liegt der junge Stürmer des TuS Gehlenbeck mit nur einem Treffer Differenz auf Rang zwei der Scorer-Wertung hinter dem Fabbenstedter Felix Droste. Anders als Droste hat Keiser zuvor allerdings noch nie im Kampf um die (virtuelle) Torjägerkanone mitgemischt. „Letzte Saison habe ich auch schon ein paar Buden gemacht, aber so eine Quote wie in dieser Hinrunde hatte ich noch nie“, sagt Keiser über den Lauf mit dem A-Ligisten.

Die Erfolgsquote ist kein Zufallsprodukt: „Zum einen ist das Glück erarbeitet, ich bin ruhiger am Ball und abgebrühter vor dem Tor“, nennt Keiser Gründe für seine erfolgreiche Hinrunde und weiß auch, bei wem er sich zu bedanken hat: „An erster Stelle steht das Mannschaftsgefüge. Das hat sich bei uns über Jahre aufgebaut. Es hat mir selten dermaßen Spaß gemacht, in einem Team zu spielen. Ich bin häufig nur der Vollender eines gelungenen Spielzugs“, unterstreicht er.

Als Folge des Teambuildings steht das Selbstvertrauen der Mannschaft. Ein Beleg: Gegen den FC Lübbecke, Türk Gücü Espelkamp, den VfL Frotheim und Union Varl konnten die Gehlenbecker in dieser Saison Rückstände in Siege verwandelt. „Deshalb sind wir einen Ticken besser als letztes Jahr“, so der Torgarant. Nicht nur der mannschaftliche Erfolg, sondern auch die Tore von Keiser wären ohne Christoph Kämper – dem jahrelangen TuS-Coach, der im Sommer von Ludwig Zeller abgelöst wurde – nicht vorstellbar.

„Nach meinem ersten A-Jugend-Jahr bei Preußen Espelkamp stand es nicht gut um meine Motivation, überhaupt weiter Fußball zu spielen. Christoph hat davon mitbekommen und bei mir angerufen“, erinnert sich der Angreifer an seine Rückkehr zu seiner ersten Wirkungsstätte. In der F-Jugend hatte Keiser diese bereits in Richtung FC RW Kirchlengern verlassen, ehe in der C-Jugend der Wechsel zu den Preußen gefolgt war. Seine bislang größten Erfolge hatte Keiser im Juniorenbereich: „Mit der C-Jugend des Stützpunktes Herford sind wir Zweiter bei der Westfalenmeisterschaft geworden und in der A-Jugend bin ich mit Preußen Espelkamp in die Bezirksliga aufgestiegen.“

Dem Mann mit dem feinen Riecher fällt es nicht schwer, die Stärken beim A-Liga-Spitzenreiter zu benennen: „Jeder wirft alles für den anderen rein. Wir haben keinen Einzelspieler, der eine Erfolgsversicherung ist.“ Ein Schlüssel sei aber sicher Ludwig Zeller. Simon Keiser schwärmt vom Coach: „Er ist immer klar und ruhig bei seinen Ideen und taktischen Vorgaben und hat in jeder Situation volles Vertrauen in uns. Als Typ passt er ins Gefüge. Wir können Späße mit ihm machen und auch mal ein Bierchen trinken, aber er ist trotzdem eine Autorität“, schildert Keiser.

KURZ GEFRAGT

Welche Konsequenzen hat der aktuelle Lockdown neben dem Verzicht auf Fußball für dich?

Simon Keiser: Mein Studium der Sozialen Arbeit findet online statt. Deshalb wohne ich aktuell bei meinen Eltern in Gehlenbeck und bin nicht unter der Woche wie sonst in Suderburg im Studentenwohnheim. Mein Job ist krisensicher. Ich arbeite nebenberuflich, mit praktischem Bezug zu meinem Studium, am Ludwig-Steilhof.

Wie gehst du mit dem Lockdown um und damit, weniger Leute treffen zu können?

Keiser: Im Frühjahr haben wir mit Freunden einen Barabend via Zoom simuliert. Davon sind wir aber gleich wieder abgewichen. Das ersetzt nicht das Gefühl des Zusammenseins. Die Idee war witziger als die Umsetzung.“

Kraft- oder Lauftraining?

Keiser: Ab und zu mache ich Krafttraining und Stabilisationsübungen, aber im Moment nehme ich den Lockdown als Winterpause wahr und nicht als Vorbereitung. In diesem Jahr werden wir nicht mehr spielen, deshalb bin ich nicht intensiv im Lauftraining.

Playstation oder Netflix?

Keiser: Playsi und dabei hauptsächlich Fifa. Mit meinen Mitspielern Lennart Lösche, Andre Kottkamp und Hannes Brune habe ich eine Fifa-Gruppe, in der wir online gegeneinander spielen. In meinen Teams sind Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappé gesetzt.

Wenn du mit einem Mitspieler in Quarantäne gehen müsstest, wer wäre das?

Mit Andre Kottkamp käme ich gut zurecht, ohne dass wir uns die Köpfe einschlagen würden. Wir sind ähnliche Typen und verstehen uns gut.

Ist 2020 für dich ein Jahr zum Vergessen?

Nein, für mich persönlich hat sich nicht besonders viel verändert, abgesehen von gewissen Einschränkungen, an die sich jeder halten muss. Das Jahr war für mich stressfreier, weil ich nicht nach Suderburg pendeln musste.

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