Tischtennis: Verband bricht die Saison ab
Schmetterbälle müssen warten

Lübbecke -

Der nächste Sportverband zieht wegen der Corona-Pandemie die Reißleine! Jetzt haben auch die Tischtennis-Asse im Kreis Minden-Lübbecke Klarheit: Ihre Saison ist mit sofortiger Wirkung abgebrochen worden. Leichte Hoffnung gibt es dagegen wieder für die Fußballer.

Freitag, 05.03.2021, 09:01 Uhr aktualisiert: 06.03.2021, 09:56 Uhr
TTC Rahdens Mannschaftskapitän Karsten Grundmann befürwortet den Saisonabbruch.
TTC Rahdens Mannschaftskapitän Karsten Grundmann befürwortet den Saisonabbruch. Foto: Ingo Notz

Bisher war die Fortsetzung der Saison für den 14. April geplant. Der Vorstand für Sport des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes (WTTV) hat nun aber mit Blick auf ein entsprechendes Gutachten des Deutschen Tischtennis-Bundes einstimmig beschlossen, dass die Spielzeit 2020/21 abgebrochen und für ungültig erklärt wird. Dieser Beschluss gilt für alle Spielklassen auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene und damit eben auch für den kompletten Tischtennis-Kreis Minden-Lübbecke.Werner Almesberger (Vorsitzender Ausschuss für Erwachsenensport) erklärte die getroffene Entscheidung: „Unsere ursprüngliche Absicht war, nach dem Beschluss vom 13. Februar zu umfangreichen Spielverlegungen in den April/Mai hinein noch die ursprünglich für Anfang März angekündigte Beschlussfassung des DTTB abzuwarten. Daraus wurde nichts, weil der DTTB und auch einige andere Verbände ihre Entscheidungen zum Abbruch der Spielzeit 2020/21 vorverlegt haben. So mussten wir eine eigene Entscheidung unerwartet vorziehen.“ Die Begründung für die Annullierung der Spielzeit 2020/21 entspricht weitgehend den Veröffentlichungen des DTTB und anderer Verbände: Die Öffnung von Sporthallen sei nicht absehbar, schon gar nicht flächendeckend und ohne Einschränkung der Anzahl der teilnehmenden Sportler. Über allem stehe ohnehin der Schutz der Gesundheit, der in diesen Zeiten auch unter Befolgung von Hygieneregeln nicht immer zufriedenstellend gesichert werden könne. Kurzum: Nach Meinung des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes bestehe auf Grund der derzeitigen pandemischen und politischen Entwicklung keinerlei Aussicht, die Spielzeit unter Beachtung größtmöglicher Chancengleichheit für alle Vereine und Spieler weiterzuführen. „Wir wissen aus einigen Schreiben, dass nicht alle Vereine und Spieler unsere Sichtweise teilen, hoffen aber auf Verständnis für diese Entscheidung. Der Einstieg in die Saison 2021/22 erfolgt am 25. Mai mit der üblichen Vereinsmeldung. Bleibt zu hoffen, dass wir dann der Normalität ein wenig näher sind als heute“, teilte der Verband mit. Erst einmal gelten mit dem Beschluss des Abbruchs folgende Regelungen: Alle Auf- und Abstiegsregelungen für die Spielzeit 2020/21 werden außer Kraft gesetzt. Ausgangspunkt für die Vereinsmeldung 2021/22 ist der Stand der Spielklasseneinteilung unmittelbar nach dem Schlusstermin für die Auffüllung der Spielklassen in der Saison 2020/21. Es gibt weder Aufsteiger noch Absteiger. Alle Mannschaften erhalten das Startrecht in ihrer bisherigen Spielklasse. Dies gilt auch für Mannschaften, die nach Ende der Vereinsmeldung für diese Saison zurückgezogen oder gestrichen wurden. Die Termine für die Vereins-, Termin- und Mannschaftsmeldung der Saison 2021/22 bleiben unverändert. Es gelten also die im Rahmenterminplan veröffentlichten Meldezeiträume: Vereinsmeldung: 25.5.2021 bis 3.6.2021; Terminmeldung: 7.6.2021 bis 14.6.2021; Mannschaftsmeldung: 7.6. bis 21.6.2021.Für Turniere (Einzelmeisterschaften, Ranglistenspiele, WTTV-Cup, offene Turniere), Pokalwettbewerbe und Mannschaftsmeisterschaften (Jugend 13/15) besteht weiterhin ein Austragungsverbot bis zum 11.4.2021. Betroffen davon sind im Mühlenkreis vor allem der TTV Lübbecke als Ausrichter zahlreicher WTTV-Cup-Turniere sowie der SuS Veltheim, der traditionell zu Ostern ein großes Turnier ausgerichtet hat. Eine vorzeitige Absage von Veranstaltungen, die bereits für die Zeit danach geplant sind, ist zulässig. WTTV, Bezirke und Kreise dürfen nach eigenem Ermessen und unter Beachtung der einschlägigen Vorgaben der politischen bzw. kommunalen Entscheidungsträger für bestimmte Spiel- und/oder Altersklassen einen freiwilligen alternativen Spielbetrieb anbieten, der außerhalb von Click-TT zu organisieren ist und zudem keinerlei Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Spielklassen der folgenden Spielzeit hat. Planspiele, diesen alternativen Spielbetrieb auch im Kreis Minden-Lübbecke anzubieten, lägen derzeit allerdings noch nicht vor, teilte Kreissportwart Carsten Kucks aus Preußisch Oldendorf mit. Bitter ist der Abbruch vor allem für die Tischtennis-Asse des TTC Rahden, die schon in der vergangenen Saison durch den ersten Corona-Abbruch einer Saison zu den Leidtragenden gehörten und aus der Landesliga absteigen mussten, da der Verband im Gegensatz zu anderen Sportarten nicht auf Absteiger verzichten wollte. Obwohl der zweite Abbruch nun noch eine Saison in der Bezirks- statt Landesliga bedeutet, ist er für Mannschaftskapitän Karsten Grundmann „vollkommen richtig! Ohne Training zu spielen wäre nicht in Ordnung. Die Saison hätte gar nicht gestartet werden sollen!“Der Abbruch der Tischtennis-Saison kam kurz vor der am Mittwochabend beschlossenen neuen Öffnungsstrategie, die auch für Hallensportler eine halbwegs kalkulierbare Zeitschiene sichtbar werden lässt. „Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz 14 Tage lang nach dem Inkrafttreten des dritten Öffnungsschritts landesweit oder regional stabil bei unter 50 Neuinfektionen bleibt, kann das Land entsprechend landesweit oder regional folgende weitere Öffnungen vorsehen“, heißt es nun. Dafür infrage kämen neben der Außengastronomie, Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos eben auch der „kontaktfreie“ Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport im Außenbereich. Damit wäre auch Tischtennis wieder möglich, wobei der Abbruch der Saison nu unumkehrbar ist. Ebenfalls positiv davon betroffen wären alle Freuluftsportler und dort nicht zuletzt die Fußballer: Die Sportart Nummer eins des Landes hat seit Mittwoch wieder eine realistische Perspektive, ihre Saison doch noch ohne Abbruch und zumindest mit der anvisierten 50 Prozent aller Spiele zu beenden. Voraussetzung dafür wäre demnach eine stabile Inzidenz von unter 50. Dann wäre ab dem 22. März eine Rückkehr auf den Platz denkbar. Für die Tischtennis-Sportler kommt diese Perspektive nun zu spät, die Entscheidung für den Abbruch der Saison ist gefallen und wird auch nach den neuesten Öffnungsstrategien nicht mehr zurückgenommen.

 

 

 

 

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