Mo., 22.04.2019

1. Bundesliga: Minden - Bietigheim 30:26 – am Ende liegt viel Arbeit hinter den GWD Nach Spaziergang noch gezittert

Christoffer Rambo und seine Mitstreiter musste nach anfänglichem Spaziergang noch um die Punkte bangen

Christoffer Rambo und seine Mitstreiter musste nach anfänglichem Spaziergang noch um die Punkte bangen Foto: imago

Von Volker Krusche

Minden (WB). Es wirkte so einfach und war am Ende doch so schwer: Handball-Bundesligist GWD Minden hat nach fünfmonatiger Durststrecke erstmals wieder ein Heimspiel gewonnen. Gegen Abstiegskandidat SG BBM Bietigheim kamen die Grün-Weißen am Ostersonntag vor 2.234 Besuchern in der Kampa-Halle zu einem glanzlosen 30:26 (16:12)-Erfolg.

Dabei schien nach 20 Minuten alles auf einen Kantersieg hinauszulaufen, denn die Hausherren nutzten jeden Fehler der überfordert wirkenden Gäste und wähnten die Punkte nach den Stationen 6:2 und 11:4 beim 14:7 schon sicher auf der Habenseite. Die Vorstellung war bis dahin nicht nur nach dem Geschmack der Osterausflügler, sondern auch von Trainer Frank Carstens. »Wir sind gut in das Spiel gekommen und haben durch unser aktives Verteidigen viele Bälle klauen können. Meine Spieler haben sehr gut gedeckt und auf die Passgeber stets viel Druck ausgeübt. Nach vorn haben wir mit zunehmender Spielzeit dann aber die Konsequenz mit Ball vermissen lassen.«

Aktionen waren zu langsam

Angesichts der Tatsache, dass auch seinen Spielern die Statistik bewusst war, seit November daheim kein Spiel mehr gewonnen zu haben, sei eine gewisse Nervosität nur allzu verständlich. »Wir haben uns nach der klaren Führung aber etwas zurückgelehnt und im Angriff die Verantwortung für den Ball vermissen lassen. Da waren wir in unseren Aktionen oft auch einfach zu langsam.« Was auch Geschäftsführer Frank von Behren bestätigte. »Es war unnötig, dass wir Bietigheim noch einmal haben so stark werden lassen. Da waren wir viel zu behäbig. zum Glück haben wir dann den Fight angenommen, uns durchgekämpft und auch verdient gewonnen.«

Allerdings wurde aus dem sorgenfreien Spaziergang urplötzlich ein unangenehm eng werdender Tag der Arbeit. Schon in Halbzeit eins gestattete GWD dem Underdog, bei dem Zugang Michi Kraus wegen der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes auf heißen Kohlen saß, ins Spiel zurückzufinden. Da man es an Tempo und Druck vermissen ließ, machten es die Mindener ihrem Gegner aber auch relativ leicht, über ein verbessertes Defensivverhalten wieder an sich zu glauben.

Zeitstrafe als Knackpunkt

Und von Minute zu Minute wurde aus dem Glauben, ein neuerliches Debakel wie zuletzt gegen den Bergischen HC vermeiden zu können, sogar die Hoffnung, wieder in Schlagdistanz und dann sogar für eine Wende in Frage zu kommen. Zur Pause hatte Bietigheim den Rückstand beim 12:16 schon fast halbiert.

Und nach nur acht Minuten im zweiten Abschnitt war die Partie für die Gäste beim 16:18 wieder völlig offen. Das Momentum lag nun bei den Gästen. »Im entscheidenden Moment haben wir aber Coolness bewiesen und passend zu Ostern Eier gehabt«, freute sich Frank Carstens. Der war zwar nicht richtig ins Schwitzen geraten, weil seine Mannen immer dann, wenn der Tabellenvorletzte auf zwei Tore verkürzte, sofort nachlegte. Sicher sein, dass die Partie nicht noch kippen würde, durfte er sich aber erst in den letzten zehn Minuten. Beim 20:22 (48.) musste Bietigheims Jonas Link auf die Sünderbank. Und da dessen Kollegen in Unterzahl zweimal den Ball leichtfertig herschenkten, GWD dagegen nun eiskalt agierte, war die Partie beim 25:20 für Grün und Weiß nach 50 Minuten entschieden. »In der Phase haben wir uns die Sicherheit geholt, die wir zuvor verloren hatten. Das war der Kackpunkt!«

Frank Carstens atmete tief durch. »Ich bin zufrieden, nur nicht mit der Leistung!« Minden : Christensen (4 P.), Sonne (ab 27.; 10 P.); Gulliksen (8), Korte (5), Rambo (5), Michalczik (4), Zvizej (4/2), Gullerud (3), Doder (1), Pusica, Staar, Mansson, Padshiyvalau, Cederholm

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