Reiten: Dressurturnier des RZFV Ovenstädt trotz der Corona-Krise
Internet statt Siegerehrung

Petershagen/Kreis Minden-Lübbecke (WB). Zwei Tage Dressursport von Klasse A bis L lockte jetzt die Pferdesportler der Region in die Ovenstädter Reithalle. Mit einem reinen Dressurturnier wagte sich der RZFV Ovenstädt als zweiter Verein im Mühlenkreis an eine Veranstaltung unter Corona-Bedingungen. Dabei ist der RZFV Ovenstädt eigentlich eher für seine Springreiter bekannt.

Dienstag, 30.06.2020, 09:50 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 09:54 Uhr
Theresa Möller vom RV Holzhausen-Heddinghausen sicherte sich auf Percy in der A**-Dressur Rang zwei. Foto: Sonja Rohlfing
Theresa Möller vom RV Holzhausen-Heddinghausen sicherte sich auf Percy in der A**-Dressur Rang zwei. Foto: Sonja Rohlfing

„Wenn keiner was macht, kommt der Turniersport nicht wieder in Gang“, verdeutlichte Turnierleiterin Corinna Nordhorn. „Gerade die ländlichen Dressurreiter haben uns zurückgemeldet, für sie gebe es derzeit nichts. Darum haben wir uns entscheiden, ein Dressurturnier zu versuchen.“ Komplettes Neuland war das für den Verein, der in diesem Jahr 50. Geburtstat hat, nicht. 2017 haben die Ovenstädter für die Kreismeisterschaften in Dressur und Springen viel Lob bekommen.

Die Bedingungen hier sind super. Jeder bekommt eine Startzeit. Es wird gut darauf geachtet, dass sich die Teilnehmer nicht zu nah kommen.

Lisa-Marie Böttcher (RFV Friedewalde)

„Die Bedingungen hier sind super“, lobte jetzt auch Lisa-Marie Böttcher vom RFV Friedewalde. „Jeder bekommt eine Startzeit. Es wird gut darauf geachtet, dass sich die Teilnehmer nicht zu nah kommen.“ Wie sie sich seit März motiviert hat? „Mit einem Alternativprogramm. Ich bin gesprungen und war viel im Gelände“, sagte die amtierende Kreismeisterin in der Dressur. „Ich bin jetzt eine Leistungsklasse höher. Da hatte ich reichlich Zeit, die neuen Anforderungen zu üben“, sagte die Reiterin und lobt ihren Wescado. Dabei war der 16-jährige Hannoveraner mal Fahrpferd. Züchter Christof Weihe hat ihn ausbildet. „Er ist vom Kutschpferd bis zur L-Dressur aufgestiegen“, freute sich Lisa-Marie Böttcher.

Am Anfang durfte man ja nicht einmal trainieren, sondern die Pferde im Rahmen der sogenannten Notversorgung nur bewegen. Da war es schwer, sich zu motivieren, jeden Tag weiter zu reiten.

Theresa Möller (RV Holzhausen-Heddinghausen)

Auch Theresa Möller vom RV Holzhausen-Heddinghausen stellte sich mit Percy erstmals seit März wieder einem Juryurteil. Sie habe während der Lockdown-Phase das gute Wetter ausgenutzt und sei viel draußen geritten. „Am Anfang durfte man ja nicht einmal trainieren, sondern die Pferde im Rahmen der sogenannten Notversorgung nur bewegen. Da war es schwer, sich zu motivieren, jeden Tag weiter zu reiten“, räumte die Pferdesportlerin ein. Der Turniersport fühlt sich für sie noch ungewohnt an. „Ohne Zuschauer und dass außer einem Begleiter pro Pferd niemand mitkommen darf, ist schade“, befand Theresa Möller. Zum Wieder-Reinkommen in den Sport sei so ein Turnier aber gut. In allen Dressurprüfungen starteten die Teilnehmer einzeln. „Sonst werden gerade A-Dressuren oft zu viert geritten. So haben wir viel mehr Zeit für einen ausführlichen mündlichen Kommentar für jeden einzelnen“, verdeutlichte Richterin Nadin Henke. Die Platzierungsreihenfolge erfuhren die Reiter im Nachhinein aus dem Internet. „Das es keine Siegerehrungen und Platzierungen gibt, können alle direkt wieder fahren.“ Auch ein Vorteil, urteilte Corinna Nordhorn.

Die Leute sind sehr diszipliniert und halten sich an die Regeln. Alle freuen sich, dass sie wieder losfahren dürfen.

Corinna Nordhorn (Turnierleitung)

Mit dem Nennungsergebnis und der Starterfüllung war die Turnierleiterin sehr zufrieden. „Es ist ein sehr entspanntes Turnier.“ Alles Organisatorische – von Anmelden bis Abrechnung – wird online oder telefonisch mit den Reitern abgewickelt. „Die Leute sind sehr diszipliniert und halten sich an die Regeln. Alle freuen sich, dass sie wieder losfahren dürfen“, beobachtete Corinna Nordhorn.

Wir hatten Angst, dass wegen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies im Kreis Gütersloh doch nach was zu uns rüberkommt und wir hätten absagen müssen.

Corinna Nordhorn (Turnierleitung)

Ein bisschen Bang war der Turnierleiterin im Vorfeld doch. „Wir hatten Angst, dass wegen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies im Kreis Gütersloh doch nach was zu uns rüberkommt und wir hätten absagen müssen.“ Die vorhergesagten Gewitter nahm Corinna Nordhorn entspannt. „Was kommt, das kommt“, sagte die Ovenstädterin. Richterin Nadin Henke ergänzt: „Bei einem Hallenturnier mit so wenigen Teilnehmern, was soll da passieren.“ So war auch die Unparteiische aus Stemwede ganz entspannt.

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