Di., 22.05.2018

Volkslauf des OTSV Preußisch Oldendorf: Kaschura, Brauns und Kerkmann ganz vorne Heimatsieg mit Streckenrekord

Der Startschuss ist gefallen: Die Teilnehmer über die Distanz von 12,4 Kilometern nehmen den ersten Anstieg entlang des Waldschwimmbades.

Der Startschuss ist gefallen: Die Teilnehmer über die Distanz von 12,4 Kilometern nehmen den ersten Anstieg entlang des Waldschwimmbades. Foto: Marc Schmedtlevin

Von Marc Schmedtlevin

Preußisch Oldendorf (WB). Mehrere Favoriten sind ihren Rollen bei der 36. Auflage des Volkslaufes »Rund um den Aussichtsturm« gerecht geworden. Bei der Traditionsveranstaltung des OTSV Preußisch Oldendorf hat am Pfingstsonntag aber auch ein Lokalmatador für eine kleine Überraschung gesorgt – mit Streckenrekord.

Die Sonne strahlte über dem Waldschwimmbad, an dem sich wie gewohnt der Start- und Zielbereich befand. Die Bedingungen sollten wohl nicht nur die Teilnehmer für ihre guten Leistungen belohnen, sondern auch die Gastgeber vom OTSV für ihren Einsatz. In den Tagen vor dem Startschuss hatten sie alles für einen reibungslosen Verlauf getan. Unter anderem wurde die Strecke noch von einem quer liegenden Baum befreit oder die Brennnessel am Wegesrand wurden gestutzt. »Das gehört in jedem Jahr dazu. Wir wollen schließlich, dass die Läufer bei uns zufrieden sind. Das ist die Hauptsache«, sagte Gesine Schmidt aus dem Oldendorfer Organisationsteam.

Zu spüren bekamen die Oldendorfer in diesem Jahr den Termin der Veranstaltung. Aufgrund der Pfingstferien fehlten vor allem ein paar Zuschauer entlang der Strecke. Zu sehen waren dort insgesamt etwas mehr als 400 Läufer, die sich auf die drei bekannten Distanzen sowie den Jugendlauf über 1,4 Kilometer aufteilten. Gleichzeitig war die OTSV-Veranstaltung die dritte Station der Mühlenkreisserie.

Brauns und Rösener top

Im Vorjahr noch auf dem zweiten Platz, nutzte Henry Brauns die Abwesenheit von Titelverteidiger Alexander Schröder gekonnt aus. Auf den ersten drei, vier Kilometern lief der Sieger noch mit seinen späteren Verfolgern Sebastian Maschmeyer und Oliver Neidiger gemeinsam, setzte sich dann aber Schritt für Schritt ab. Die Ziellinie überquerte er nach 44:50 Minuten und hatte etwa eine Minute Vorsprung. Seit der vergangenen Saison mischt Brauns regelmäßig ganz vorne bei der Mühlenkreisserie mit. Dabei ist die Läufer-Karriere noch eine junge. Bis 2014/15 war er noch als Ruderer aktiv, schnürte danach aber lieber die Laufschuhe. »Ich wollte meine langen Beine irgendwie ausnutzen«, scherzte Brauns, der bei der zweiten Station in Friedewalde den zweiten Platz belegt hatte.

Noch etwas deutlicher waren die Abstände bei den Damen. Silke Rösener bestimmt das Geschehen in der Region derzeit wieder nach Belieben. Nach den Siegen in Espelkamp und Friedewalde in den Vorwochen machte die Hillerin im Trikot des SV 1860 Minden in Pr. Oldendorf den Hattrick perfekt. »Ich bin derzeit total zufrieden, die Ausbeute ist top und die Form wird immer besser«, sagte Rösener, die gerne rund um den Aussichtsturm an den Start geht: »Ich mag die Strecke sehr, sie ist wirklich schön. Da lohnt sich die Anreise immer.« Nach den großen Strapazen der vergangenen Wochen dürfte eine kleine Pause nun gut tun. Denn neben dem Laufen ist Rösener auch noch auf dem Rad aktiv gewesen. In Berlin absolvierte sie ein Rennen über 100 Kilometer. Es schien in der Vorbereitung auf Oldendorf nicht geschadet zu haben.

Kaschura nutzt Heimvorteil

Er kam, sah und siegte: Jan Kaschura distanzierte die Konkurrenz um mehr als fünf Minuten und stellte in 1:08:27 Stunden ganz nebenbei einen neuen Streckenrekord auf. Nach dessen Zieleinlauf mussten manche Zuschauer genauer hinschauen, erkannten den Sieger dann aber doch wieder. Schließlich ist Kaschura in Pr. Oldendorf und auch beim OTSV ein alter Bekannter. »Hier im Startbereich den Anstieg hinauf hat mit fünf, sechs Jahren alles angefangen«, sagte Kaschura, der heute 33 Jahre alt ist. Beruflich zog es ihn mittlerweile nach Holzminden, doch der Kontakt in die Heimat sei aufgrund der Familie nie abgerissen. So ergab sich nach 2014 nun auch wieder einmal ein Start beim Volkslauf. Den Heimvorteil auf der Strecke spielte Kaschura eindrucksvoll aus und es habe sich unterwegs eine ganz eigene Dynamik entwickelt. »Ich habe mich noch einmal wie ein kleiner junge gefühlt, der durch den Wald gelaufen ist«, sagte Kaschura, der mit seinem Erfolg die gute Form bestätigte. Beim Hermannslauf hatte er vor wenigen Wochen den vierten Platz in der Gesamtwertung belegt. An der Mühlenkreisserie wird Kaschura allerdings nicht teilnehmen. Den Sieg in dieser Wertung sicherte sich so der Hüllhorster Jan Isendahl.

Ein neuer Streckenrekord wurde auch bei den Damen aufgestellt. Jessica Volkmann (Teilzeitläufer Bielefeld) kam nach 1:20:45 ins Ziel und unterbot die alte Bestmarke um mehr als zwei Minuten. Kurios: Volkmann, die aus Unterlübbe stammt, hatte die alte Bestzeit gerade selbst bei ihrem Sieg im Vorjahr gesetzt. Wie schon dabei bekam Volkmann auch dieses Mal eine Hilfestellung bei der Tempoarbeit von Teamkollege Robert Eckstein. Der Oldendorfer Lauf und Volkmann passen sowieso bestens zusammen. Im Jahr 2016 hatte sie sich noch auf der kürzeren Strecke durchgesetzt.

Quartett unter sich

Das Quartett der Favoriten suchte vor dem Startschuss noch das lockere Gespräch und schüttelte sich die Hände. Auf der Strecke entwickelte sich dann ein spannender Kampf, in dem nur wenige Sekunden den Ausschlag gaben. Zunächst führte Emanuel Meier das Feld an, dann übernahm der Bielefelder Tim Kerkmann die Führungsarbeit und setzte sich ab. Fünf Sekunden Vorsprung brachte der Läufer im Cristiano-Ronaldo-Trikot schließlich mit in das Ziel. Da Kerkmann nicht in die Serie eingeht, war auch der Jubel beim Zweitplatzierten Philipp Peixoto Gonzalez riesig. »Für mich ist es der zweite Sieg in der Serie, jetzt sieht es gut aus. Es ist für mich ein Befreiungsschlag, weil ich nach einer krankheitsbedingten Pause noch auf Formsuche war«, sagte der Bad Oeynhausener, der zwei Tage zuvor noch beim Stadtlauf in seiner Heimat über zehn Kilometer an den Start gegangen war. Der Lübbecker Berglöwe Bernd Nedderhoff belegte den vierten Platz.

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