Di., 05.11.2019

Radsport-Talent aus Preußisch Oldendorf fährt mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft zu den Europameisterschaften nach Italien Luca Harter löst das EM-Ticket

Blickt seiner ersten EM entgegen: Luca Harter. Das Trikot der Nationalmannschaft ist bereits eingetroffen, am Wochenende findet die Europameisterschaft in Italien statt.

Blickt seiner ersten EM entgegen: Luca Harter. Das Trikot der Nationalmannschaft ist bereits eingetroffen, am Wochenende findet die Europameisterschaft in Italien statt. Foto: Ingo Notz

Von Ingo Notz

Lübbecke/Preußisch Oldendorf (WB). Die Sonne hat sich längst verabschiedet. Die Dämmerung kämpft mit der Dunkelheit um die Vorherrschaft auf dem Lübbecker Sportplatz. Auf dem Rasenstück zieht Luca Harter seine Bahnen, immer und immer wieder. Nicht ohne Grund: Der Radcross-Spezialist feilt an den letzten Feinheiten für die Junioren-Europameisterschaft.

»Hier trainiere ich immer meine Technik und Antritte. Dafür ist das Gelände ideal«, weiß Luca Harter die Möglichkeiten vor seiner Haustür zu schätzen. Der Preußisch Oldendorfer hat zwar keine Strecken mit langen Sandpassagen vor Ort, wie sie auf vielen Rennen zu finden sind, im und am Wiehengebirge hat das Training mit seinem Vater und Heimtrainer Sven Harter aber immerhin dafür ausgereicht, in dieser Saison den letzten fehlenden Schritt in die nationale Spitze der Radcrosser zu vollziehen. Nachdem er bei einem der wichtigen Sichtungsrennen für die EM-Qualifikation noch aufgrund von Materialproblemen in der internen Liste der EM-Kandidaten das schlechteste Resultat abgeliefert hatte, folgte jetzt das entscheidende Rennen in München, bei dem Harter seine geringer gewordene Restchance nutzen musste, um den Bundestrainer von sich zu überzeugen.

Im Münchner Olympiapark sichert sich Harter den Platz im Nationalteam

Als es darauf ankam, war Harter im Olympiapark auf den Punkt voll da und kam bei den Junioren als Gesamtdritter und als zweitbester Deutscher ins Ziel. Bis auf Sieger Tom Brenner landeten alle Nationalfahrer und damit direkten Mitkonkurrenten im Kampf um die EM-Tickets hinter dem Preußisch Oldendorfer, der in seiner ersten Saison als Fahrer des Stevens Racing Teams den letzten fehlenden Schritt in die nationale Spitze geschafft hat. Da war es dann keine große Überraschung mehr, aber immer noch eine frohe Kunde, als die Zusage des Bundestrainers jetzt in der Post war.

Starker Auftritt im letzten Rennen vor der Europameisterschaft

Mit der Nominierung in der Tasche ging es am vergangenen Wochenende zum letzten Härtetest vor der EM, um im Wettkampfmodus zu bleiben und die gute Form zu stabilisieren. Dank der in München erarbeiteten ersten zehn Weltranglistenpunkte seiner Karriere startete Harter Junior diesmal nicht von hinten, sondern aus der zweiten Reihe. Auf dem ersten Rasenstück lieferte der 17-Jährige einen starken Start ab und bog als Erster des starken Feldes ins Gelände ab. Den ersten Platz konnte er zwar nicht bis zum Rennende halten, ein Niederländer nutzte einen Ausrutscher in einer technisch anspruchsvollen Passage und übernahm die Führung. Wieder im Tritt, hielt Harter den zweiten Platz und den Abstand nach vorne – zufahren konnte er das durch den Sturz gerissene Neun-Sekunden-Loch aber nicht mehr. Hinter Pepijn Reinderink kam er als Zweiter ins Ziel – mit zwei Minuten Vorsprung auf den Drittplatzierten Maiko Timmer. »Das ist ein starkes Ergebnis«, freute sich Altmeister Sven Harter über die Form seines Sohnes, den er zu den kontinentalen Meisterschaften begleiten wird.

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Die Europameisterschaft wird eins meiner größten Rennen und ich bin natürlich froh darüber, dass ich mitgenommen werde!

Luca Harter (Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft)

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Auf die erste EM-Teilnahme mit der deutschen Nationalmannschaft freut sich Luca Harter jetzt schon: »Die Europameisterschaft wird eins meiner größten Rennen und ich bin natürlich froh darüber, dass ich mitgenommen werde!« Nachdem die Entscheidung gefallen ist, steht in den letzten Tagen bis zum Rennen am kommenden Wochenende vor allem Regeneration auf dem Trainingsplan. »Ich habe in den letzten Wochen viel trainiert und jetzt wird nur noch Kraft gesammelt bis Samstag«, will Luca Harter möglichst ausgeruht in seine bisher größte Meisterschaft gehen. »So wie ich die Strecke gesehen habe, kommt sie mit schon ganz gut entgegen, da sie größtenteils flach ist und technisch auf einer Wiese läuft.«

Fehlende Sponsoren verhindern eine bessere Startposition

Das Hauptproblem, das den talentierten Preußisch Oldendorfer auch mit den ersten zehn Weltranglistenpunkten noch begleitet, ist die relativ schlechte Einstufung im Starterfeld. »Es ist halt wieder ein bisschen blöd, recht weit hinten zu stehen«, ärgert sich der 17-Jährige darüber, dass er wegen Sponsorenmangels auch nicht so viele Weltcupstarts wie viele andere EM-Teilnehmer absolvieren konnte und daher nicht so viele Punkte auf dem Konto hat wie die meisten anderen Junioren. Daher wird Harter auch in Süditalien das Problem haben, dass er erst einmal sein eigenes Rennen fahren muss und jeder Positionskampf im Feld wertvolle Zeit Richtung vorderes Mittelfeld kosten wird. Daher geht der Schüler mit einer realistischen Einschätzung ins Rennen: »Mein Ziel wäre es, um die Top 30 zu fahren und am besten zweiter oder dritter Deutscher zu werden und ein gutes Rennen zu fahren!«

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