Mo., 07.10.2019

1. Bundesliga: Rahdens Spielmacher fällt gegen Lahn-Dill nach Autounfall aus Pleite nach Korkmaz-Schock

Bo Kramer (rechts) suchte immer wieder den Abschluss, doch bei Brian Bell, dem besten Gäste-Akteur, war häufig Endstation.

Bo Kramer (rechts) suchte immer wieder den Abschluss, doch bei Brian Bell, dem besten Gäste-Akteur, war häufig Endstation. Foto: Grohmann

Von Alexander Grohmann

Rahden (WB). Die Baskets haben im dritten Spiel nach dem Aufstieg ihre erste Niederlage im Oberhaus kassiert. Gegen den 13-maligen Deutschen Meister RSV Lahn-Dill verkauften sich Rahdens Rollstuhl-Basketballer eine Halbzeit lang teuer, unterlagen am Ende aber noch deutlich mit 67:86 (36:34). »Wir haben gegen eine der besten Mannschaften der Welt eine brillante erste Halbzeit gespielt«, sagte Antreiber Quentin Zantinge und klang alles andere als enttäuscht.

Schleudertrauma nach Unfall auf dem Heimweg

Der Holländer musste zeitweilig in die ungewohnte Rolle des Spielmachers schlüpfen. Der Grund: Strippenzieher Mustafa Korkmaz hatte sich am Freitag bei einem Autounfall leicht verletzt. Rahdens Top-Scorer erlitt bei dem Zusammenprall ein Schleudertrauma und war nicht spielfähig. »Er wollte nach dem Abschlusstraining zu seiner Familie nach Holland. Mustafa wurde die Vorfahrt genommen. Wir hoffen, dass er nicht länger ausfällt«, berichtete Baskets-Vorsitzender Stephan Rehling vom Korkmaz-Schock.

Ausgerechnet für das Top-Spiel gegen Lahn-Dill musste sich Trainer Josef Jaglowski somit einen Ersatz-Plan zurechtlegen. Beide Mannschaften hatten ihre ersten beiden Saisonspiele gewonnen. Und auch in Rahden ent­wickelte sich ein umkämpftes Duell. Abwechselnd bauten Zantinge oder Landsfrau Bo Kramer die Angriffe auf und konnten Korkmaz’ Fehlen zeitweilig ausgleichen.

Frühes Time-Out hilft Rahden auf die Sprünge

Die Gäste versuchten, den Baskets mit offensivem Pressing gleich den Zahn zu ziehen. Und die Rahdener waren durchaus beeindruckt: Nach zehn Minuten lagen die Hessen mit 16:10 in Front. Jaglowski hatte früh eine Auszeit genommen, um sein Team besser auf das überfallartige Spiel des Gegners einzustellen. Die Umstellungen fruchteten, im zweiten Viertel agierten die Baskets mit dem Top-Team auf Augenhöhe. Höhepunkt: Mit der Pausensirene zischte ein Wurf von Krzysztof Bandura zur umjubelten Rahdener 36:34-Führung durchs Netz.

»Es wird sich zeigen, wer dieses intensive Spiel bis zum Ende durchhält«, sagte Stephan Rehling zur Pause und sollte mit seiner Prognose – leider – Recht behalten. Denn ohne Korkmaz hatten die Gastgeber im zweiten Spielabschnitt nicht mehr viel zuzulegen. Lahn-Dill konnte dagegen sogar eine Schippe drauflegen. Vor allem Brian Bell war nicht zu stoppen. Der Aufbauspieler glänzte nicht nur in der Defense mit Ballgewinnen, sondern setzte sich auch unter dem gegnerischen Korb in Szene. Dabei stellte Bell eine famose Körperbeherrschung unter Beweis. Mehrfach schien er nach überraschenden Körpertäuschungen nur noch auf einem Rad zu balancieren – und traf trotzdem. Mit 32 Punkten war er der entscheidende Akteur.

Zu stark: Brian Bell lässt den Korb klingeln

Beim 40:47 hatte sich Lahn-Dill erstmals wieder abgesetzt. Vor allem der starke Zantinge, der vier von sieben Dreier-Versuchen verwandelte, hielt mit 24 Punkten dagegen. Beim 51:53 waren die Baskets wieder dran. Die Kraftreserven waren nun aber endgültig aufgebraucht. »Wir konnten ihren Lauf nicht mehr stoppen. Mit Mustafa wäre es vielleicht enger geworden«, sagte Zantinge. Die Baskets hoffen nun, dass ihr Spielmacher schnell wieder fit wird.

Baskets: Hujic (10), Zantinge (24), Stafford, Kramer (16), Morsinkhof (4), Kaijen (2), Fakic (2), Kozaryna (1), Meza, Bandura (8).

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