So., 12.01.2020

Darts: United Dart Championship (UDC) 2020 wird zu einem Riesenerfolg Ein absoluter Volltreffer

Von Ingo Notz

Varl (WB). Der „Vally Pally“ tobt. Samstagnacht. Es ist kurz vor Mitternacht. Ein letzter Blick, ein letzter Wurf: Mario Schmidt trifft die doppelte Zehn und kürt sich zusammen mit seinem Sohn Cedric damit zum Sieger der zweiten United Darts Championship in Varl. Der VfB Fabbenstedt löst den SV BW Oberbauerschaft auf dem Turnierthron ab – und die Extase im Trendsport Darts erreicht im Altkreis einen neuen Höhepunkt.

Packende Szenen haben sich im Festzelt auf dem Varler Sportplatz abgespielt. Nach der Premiere vor einem Jahr und den überwältigenden Reaktionen auf das mutige Projekt hatten die Varler Organisatoren frühzeitig entschieden, in diesem Jahr alles eine Nummer größer zu spielen: Statt im Saal wurde im großen Festzelt im “United Park” gespielt, statt acht Teams standen zwölf Zweier-Mannschaften auf der Bühne.

Auch ein kurzzeitiger Stromausfall konnte die Stimmung nicht trüben: Teams und Fans feierten einfach so lange weiter, bis die Elektronik wieder hergerichtet war und das Turnier zu Ende gespielt werden konnte. Für die Disziplin und das friedliche Miteinander der Teams, die obligatorischen Neckereien eingerechnet, gab es dann auch ein Extralob der Veranstalter. DJ Stefan Hartmann hatte musikalisch alles im Griff und heizte der Menge zusammen mit „Caller“ Carsten Dehne gehörig ein. Besonders gefeiert wurden die Erfinder der UDC: Sebastian Numrich, Florian Haase, Pascal Meier und Tobias Drunagel. Das gesamte Varler Organisationsteam bekam von den teilnehmenden Mannschaften einen Präsentkorb als Dank für die Idee und die beeindruckende Umsetzung.

Sven Oevermann schafft die erste „180“ der UDC-Turniergeschichte

Für den ersten sportlichen Höhepunkt des 2020er Turniers sorgte der Titelverteidiger. 2019 hatte Sven Oevermann die UDC noch mit Dominik Bökel gewonnen, doch den perfekten Versuch, also 180 Punkte mit drei Würfen zu erzielen, hatte 2019 niemand geschafft. Das holte Oevermann diesmal nach. Allein: Das Aussscheiden konnte er auch so nicht verhindern, den Turniersieg machten andere Pfeil-Sportler unter sich aus. Das finale Duell zwischen TuRa Espelkamp und dem VfB Fabbenstedt schien dabei komplett offen, am Ende bewies Fabbenstedts Vater-Sohn-Kombination, Mario und Cedric Schmidt, die besseren Nerven. Eine Doppel-Zehn von Mario Schmidt brachte den Sieg. Nachdem der letzte Pfeil ins Ziel getroffen hatte, gab es im Fanlager des VfB kein Halten mehr. Nach der Siegerehrung ging die Party im Zelt weiter. Die Qualität der Siegesfeier lässt sich an einer Aufgabe erahnen, mit der sich die neuen Dart-Champions gestern konfrontiert sahen, wie Cedric Schmidt zugab: „Als nächste Aufgabe steht erstmal an, die einzelnen Bestandteile des Pokals wieder zu finden. Die sind (Stand jetzt) auf drei Personen verteilt und müssen wieder zusammengebaut werden. Es wurde halt noch etwas gefeiert...“

Begeisterte Gesichter bei Teilnehmern und Fans

Begeisterte Gesichter bei der feiernden Dart-Familie, strahlende Gesichter bei den Organisatoren von Union Varl: „Alles super“, freute sich Florian Haase, „ein großes Lob an alle Vereine, wir leben ja auch von der Stimmung, die die machen.“ Sebastian Numrich freute sich genau über die grandiose Party im Zelt: „Das Event lebt von der Stimmung und die war bombastisch. Das sportliche Niveau sieht man ja an der Endzeit. Wir waren über eine Stunde vor dem Zeitplan fertig. Also waren es schon sehr gute Darts, die geworfen wurden. Zu 2021 können wir noch nichts sagen, wir machen die Tage eine Nachbesprechung, wo wir alles analysieren und dann die Ausrichtung für nächstes Jahr festlegen.“ Das klingt in den Ohren der heimischen Dartfreunde wie ein Versprechen für 2021. Für den nächsten Volltreffer.

Titelverteidiger scheitert vorzeitig

Er kam als Titelverteidiger, schaffte als erster Spieler der UDC überhaupt einen 180 und schied mit seinem Partner Jack Baldin im Shootout um die Halbfinal-Qualifikation denkbar knapp aus. Sven Oevermann (entthronter Titelverteidiger) akzeptierte die missglückte Titelverteidigung sportlich-fair: „Es hat einfach super-viel Spaß gemacht. Ja, so richtig einordnen kann ich das alles noch nicht. Ein katastrophales erstes Spiel, dann ein tolles zweites Spiel, auch mit der 180 und einer 160 und dann dürfen wir dank Tengern sogar noch ins Shootout, in dem wir leider dann wieder an den Nerven gescheitert sind. Wir wären gerne in die K.o.-Runde gekommen, aber wir sind auch so zufrieden, weil BWO eine geile Party gefeiert hat!“

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Wenn man schon im Finale steht, möchte man dies natürlich auch gewinnen. Es hat aber nicht sein sollen. Leider haben uns die Check-Pfeile im Finale im Stich gelassen. Aber: Riesen-Glückwunsch an den VfB Fabbenstedt!!!

Kai Kollenberg (TuRa Espelkamp)

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Cedric Schmidt war nach dem Familien-Triumph im Finale naturgemäß begeistert, da es in der Vorschau auf das zweite UDC-Turnier in Varl andere Favoriten gegeben hatte. „Wir beide sind eigentlich mit dem Ziel nach Varl gefahren, Spaß zu haben und auch mal ein Leg auszumachen beziehungsweise ein Spiel zu gewinnen. Als wir im ersten Spiel gefühlt mehr Doppelfelder getroffen haben als wir daneben geworfen haben, haben wir gemerkt, dass mehr möglich ist. Vom Scoring war das keine Glanzleistung, aber das Auschecken hat für den Titel gesorgt. Als Titelfavoriten hatten wir Holzhausen auf der Rechnung. Was die beiden beim Einwerfen in der Players Lounge in die Scheibe geworfen haben, war schon stark. Glücklicherweise haben wir es besser geschafft, diese Darts auf die Bühne zu bringen.“ Vizemeister Kai Kollenberg war trotz der finalen Niederlage restlos begeistert: „Das ist einfach ein hammergeiles Event! Da wir wussten, dass auch viele Spieler am Start sind, die schon echt hoch E-Dart-Liga spielen, war unser persönliches Ziel eigentlich, die Vorrunde zu überstehen. Dass es dann bis zum Finale gereicht hat, freut uns natürlich umso mehr. Wenn man schon im Finale steht, möchte man dies natürlich auch gewinnen. Es hat aber nicht sein sollen. Leider haben uns die Check-Pfeile im Finale im Stich gelassen. Aber: Riesen-Glückwunsch an den VfB Fabbenstedt!”

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Es wurde an so viele Sachen gedacht, was dieses Event zu einem unglaublichen Erlebnis gemacht hat. Eine Riesen-Kompliment an Union Varl!

Kai Kollenberg (TuRa Espelkamp)

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Kollenberg gehörte zu den UDC-Startern, die auch aktiv in einer Dart-Mannschaft spielen. „Der Unterschied zum Ligabetrieb ist natürlich enorm. Allein schon wegen der grölenden Zuschauermenge. Beim ersten Walk-On auf die Bühne hatte man schon Gänsehaut und die Nervosität auf der Bühne war schon stark. Je öfter man auf die Bühne ging, hat man sich aber langsam daran gewöhnt. Natürlich konnte man die Zuschauer nicht komplett aus dem Kopf bekommen. In der Spielerlounge haben alle Teilnehmer noch echt gut geworfen, auf der Bühne war allen die Nervosität aber anzumerken. Das Turnier was Union Varl da auf die Bühne gezaubert hat, ist, glaube ich, bei uns in der Gegend nicht zu überbieten. Es wurde an so viele Sachen gedacht, was dieses Event zu einem unglaublichen Erlebnis gemacht hat. Eine Riesen-Kompliment an Union Varl!“

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Als nächste Aufgabe steht jetzt erstmal an, die einzelnen Bestandteile des Pokals wiederzufinden. Die sind (Stand jetzt) auf drei Personen verteilt und müssen erstmal wieder zusammengebaut werden. Es wurde halt noch etwas gefeiert...

Cedric Schmidt (UDC-Sieger 2020)

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Auf die Sieger wartet nach der ausgelassenen Feier im Fabbenstedter Stil eine nicht ganz alltägliche sportliche Herausforderung, wie Cedric Schmidt am Morgen nach der kurzen (oder langen, je nach Sichtweise) Siegernacht bemerkte: „Als nächste Aufgabe steht jetzt erstmal an, die einzelnen Bestandteile des Pokals wieder zu finden. Die sind (Stand jetzt) auf drei Personen verteilt und müssen erstmal wieder zusammengebaut werden. Es wurde halt noch etwas gefeiert...“ Aus sicheren Aue-Quellen war zu vernehmen, dass die „Säge“ Sebastian Vogt im Tumult ihrem Namen (fast) alle Ehre gemacht haben soll – mit tatkräftiger Unterstützung von Marc Rüter. Bei Redaktionsschluss gab es in Sachen Pokal aber zumindest weitgehende Entwarnung aus dem Fabbenstedter Lager: „Bis auf einen Flügel sind alle Teile wieder vereint...“

UDC 2020 in Varl

Die Besetzung:

Gruppe A: BW Oberbauerschaft (Sven Oevermann, Jack Baldin), BSC Blasheim (Bendedikt Feldmann, Gero Hasenkamp), TuS Tengern (Patrick Binner, Daniel Watermann)

Gruppe B: VfB Fabbenstedt (Mario Schmidt, Cedric Schmidt), VfL Frotheim (Timo Schröder, Steven Lawrence), TuS Eintracht Tonnenheide (Dennis Bergsieker, Eike Stratmann)

Gruppe C: SSV Preußisch Ströhen (Jannik Eikenhorst, Rüdiger Biebusch), TuS Levern (Thomas Uhlig, Dennis Schnier), TuRa Espelkamp (Kai Kollenberg, Niclas Schulz)

Gruppe D: Union Varl (Frank Möller, Steven Windhorst), TuS Gehlenbeck (Benny Hankel, Johannes Carl Grote), SuS Holzhausen (Philipp Vogedes, Markus Stegelmeier)

Die Ergebnisse:

Vorrunde: Oberbauerschaft - Blasheim 0:2, Fabbenstedt - Frotheim 2:0, Pr. Ströhen - Levern 1:2, Varl - Gehlenbeck 0:2, Tengern - Oberbauerschaft 9:2, Tonnenheide - Fabbenstedt 0:2, TuRa - Pr. Ströhen 2:1, Holzhausen - Varl 2:0, Blasheim - Tengern 0:2, Frotheim - Tonnenheide 0:2, Levern - TuRa 0:2, Gehlenbeck - Holzhausen 2:0

Halbfinale: Blasheim - TuRa Espelkamp 1:2, Fabbenstedt - Gehlenbeck 2:0

Finale: TuRa Espelkamp - VfB Fabbenstedt 0:2

 

 

 

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