Tischtennis: TTC Rahden verliert das Abstiegsendspiel gegen den TuRa Elsen mit 1:9
Drama im Abstiegskampf

Rahden (WB). Der Schock stand allen Rahdenern in die Gesichter geschrieben. Der Hauptakteur saß völlig aufgelöst auf der Bank und verbarg sein Gesicht im Handtuch. Augenblicke zuvor hatte sich Dietmar Lohrie im Abstiegsendspiel der Tischtennis-Landesliga gegen den TuRa Elsen schwer verletzt – dass das auch der Anfang vom Ende des Spiels war, hatte für die Rahdener an diesem Tag keine große Bedeutung mehr.

Samstag, 07.03.2020, 20:55 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 09:54 Uhr
Schock für Dietmar Lohrie: Rahdens Spitzenspieler verletzte sich im „Abstiegsendspiel“ gegen Elsen schwer. Die Erstdiagnose im Krankenhaus lautete Achillessehnenriss. Fotos: Ingo Notz

Kreidebleich und mit zittriger Stimme rang Mannschaftskapitän Karsten Grundmann am Rand der Box um Fassung: „Das tut mir so unendlich leid für Dietmar, der das alles hier nur für uns gemacht hat!“, erinnert Grundmann daran, dass Lohrie nur noch als Aushilfe im Kampf gegen den Abstieg beim RTTC eingesprungen ist, wobei der Abschied des gebürtigen Leveraners zum Saisonende wegen eines beruflichen und privaten Umzugs nach Cuxhaven bereits feststand. Der sollte in zwei Wochen über die Bühne gehen – nun muss Lohrie allerdings in der kommenden Woche operiert werden. Die Erstdiagnose im Lübbecker Krankenhaus bestätigte die schlimmen Vermutungen aus der Halle: Rahdens Nummer eins hat sich einen Achillessehnenriss zugezogen. Klar ist dadurch nur eins: Sein sportlicher Abschied ist vom Saisonende nun auf das persönliche Saisonende vorgezogen worden, an ein Comeback ist angesichts der Schwere der Verletzung in dieser Saison beim RTTC natürlich nicht zu denken.

Wir stehen alle unter Schock, das ist in allen Köpfen drin. Das tut mir so leid für Dietmar!

Karsten Grundmann (Kapitän TTC Rahden)

Dass Rahden damit in der normalen Saison und auch in einer möglichen Abstiegsrelegation nun mit dem Rücken zur Wand steht und dem Abstieg in die Bezirksliga ins Auge blicken muss, rückte am Samstagabend in der Grundschulturnhalle – natürlich – erst einmal in den Hintergrund. „Das ist mir im Moment völlig egal!“, meinte Karsten Grundmann und auch seinen Mitstreitern war in vielen Momenten anzumerken, dass ihre Gedanken nicht zu 100 Prozent beim Spiel selbst waren. „Wir stehen alle unter Schock, das ist in allen Köpfen drin. Das tut mir so leid für Dietmar!“, brachte Grundmann die Stimmung in der Halle auf den Punkt. Das wirkte sich natürlich auf das Ergebnis aus.

Er war für uns da und für mich ist klar, dass wir jetzt für ihn da sein müssen!

Karsten Grundmann (Kapitän TTC Rahden)

Da Rahden schon vor den Doppeln auch die Einzelaufstellung in den Spielbericht eingetragen hatte, war nach dem Aus von Lohrie die Einwechslung eines Ersatzmannes für die Einzel nicht mehr möglich. Elsen beharrte auf die strikte Regelauslegung – und sicherte sich so zwar keine zusätzlichen Sympathiepunkte, aber nach dem kampflosen Doppelpunkt auch – und das vollkommen regelgerecht – zwei weitere kampflose Einzelzähler. Umständehalber lag über allen Partien eine bleierne Schwere, die vor allem die Rahdener förmlich zu Boden drückte. Erfolgreich dagegen ankämpfen konnte am Samstagabend nur Michael Walke, der Elsens Spitzenspieler Tobias Hessel mit 3:1 besiegte. Zwei Fünfsatzpleiten von Henning Vogelsang und Karsten Grundmann verhinderten ein knapperes Ergebnis – aber das war für die Rahdener an diesem Abend völlig nebensächlich. Noch in der Stunde der Niederlage suchten sie nach einem Ausweg, um ihrem beliebten Mannschaftskameraden, der vor einer Geschäftseröffnung in seiner neuen Heimat steht, aus der Patsche zu helfen. „Er war für uns da und für mich ist klar, dass wir jetzt für ihn da sein müssen!“, sucht Karsten Grundmann bereits nach Möglichkeiten, wie der Verein seinem Spitzenspieler aus der Bredouille helfen kann.

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