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Sa., 03.12.2016

Bezirksliga: Espelkamps Bernholt und Dielingens Hagedorn kennen sich seit der Kindheit Duell in der Nachbarschaft

Nicht nur im Wohnort Damme, sondern auch auf der Trainerbank benachbart: Stefan Bernholt (links) und Wolfgang Hagedorn treffen am Sonntag im Derby aufeinander.

Nicht nur im Wohnort Damme, sondern auch auf der Trainerbank benachbart: Stefan Bernholt (links) und Wolfgang Hagedorn treffen am Sonntag im Derby aufeinander. Foto: Notz

Von Marc Schmedtlevin

Espelkamp/Dielingen (WB). Die gemeinsame Fußballer-Laufbahn begann auf dem Hof des Elternhauses. Seitdem haben sich die Wege von Stefan Bernholt (40) und Wolfgang Hagedorn (41) immer wieder gekreuzt. Am Sonntag treffen sie wieder aufeinander – als Trainer der beiden Bezirksligisten FC Preußen Espelkamp und TuS Dielingen.

Kontakt hat es zwischen Bernholt und Hagedorn in dieser Woche noch nicht gegeben. Eine Spielvorbereitung ohne Sticheleien, ganz harmonisch. »Vielleicht holt Stefan mich ab und wir fahren zusammen«, sagt Hagedorn und fühlt sich an die Vergangenheit erinnert. Schon in Zeiten, in denen beide beim gleichen Verein spielten, war Bernholt der Fahrer.

Verbindung seit Kindheitstagen

Die Verbindung besteht schon seit Kindheitstagen. Die Elternhäuser der beiden Trainer in Damme-Südfelde waren nur wenige Meter voneinander entfernt. Hagedorn gehörte dem gleichen Jahrgang wie Bernholts Bruder an und war häufig bei der Familie zu Gast. »Wir haben jeden freien Tag zum Kicken auf dem Hof genutzt«, erzählt Hagedorn. Auch der jüngere Bernholt-Bruder Stefan durfte regelmäßig mitspielen – und sich etwas abschauen. »Man kann schon sagen, dass Wolfgang mich zum Fußballspielen gebracht hat«, sagt Bernholt, der in der Jugend eine schnelle Entwicklung nahm und nach Osnabrück wechselte.

Von da an riss der Kontakt zwischen Bernholt und Hagedorn ein wenig ab. Doch wie so oft im Fußball, führten die Wege des Duos wieder zusammen. Zunächst trafen beide in der Oberliga aufeinander. Bernholt im Trikot des BSV Rehden, Hagedorn in dem des SC Spelle-Venhaus. Schon damals war der Respekt voreinander groß. »Stefan war eine Granate auf der Sechs. Es gab keinen Besseren in der Region. Er hätte sicher auch noch ein, zwei Ligen höher spielen können«, sagt Hagedorn, der schließlich auch nach Rehden wechselte. Dort spielte er in der Saison 2007/08 gemeinsam mit Bernholt. In der Spielzeit 2011/12 bildeten sie dann noch einmal zusammen die Innenverteidigung bei Rot-Weiß Damme.

Beide sind ihrer Heimat treu geblieben

Bis heute sind beide ihrer Heimat treu geblieben, wohnen in Südfelde – mittlerweile 300 Meter voneinander entfernt. Sportlich wagten beide den Sprung über die Grenze in den Altkreis. »Dass wir nun beide in der gleichen Liga tätig sind, hilft sehr. Für beide ist sie Neuland gewesen. Daher kann man sich manchmal über Gegner und Spieler austauschen«, erklärt Hagedorn, dessen Arbeit von seinem Gegenüber Bernholt sehr geschätzt wird: »Wolfgang ist ein Typ mit hohem Fußballsachverstand. Er war früher schon der verlängerte Arm des Trainers und dachte wie einer.«

Für 90 Minuten wird der gute Kontakt am Sonntag ruhen. Gerade für Bernholts Preußen ist es ein Derby mit großer Bedeutung. Denn der Favorit hat noch eine Rechnung zu begleichen. Das Hinspiel am ersten Spieltag gewannen die Dielinger mit 2:1. »Das Spiel habe ich noch im Kopf, da hat unsere Einstellung nicht gepasst. Im Nachhinein eine bittere Niederlage, die Punkte fehlen. Jetzt wollen wir es natürlich besser machen«, sagt Bernholt. Möglich sei ein Erfolg aber nur, wenn seine Spieler alle Tugenden beherzigen. »Wenn wir Einsatz und Bereitschaft zeigen, wird sich unsere individuelle Stärke durchsetzen.« Ob Moritz Hagemeier und Eren Kelemci mitwirken, ist noch offen.

Die Rollen im Derby sind klar verteilt

Ähnlich sieht auch Hagedorn die Rollenverteilung: »Wenn wir verlieren, wäre das wohl normal.« Allerdings würden auch dem TuS Punkte gut tun. Zuletzt blieb der Aufsteiger fünfmal ohne Sieg. Dadurch ist der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf sechs Punkte geschrumpft. Um eine Chance zu haben, will der Coach vor allem auf die defensive Abstimmung achten, die zuletzt in Dützen fehlte. Das Problem: Das Personal wechselt derzeit ständig. Dieses Mal werden Samet Uslu, Andre Sporleder und David Schmidt ausfallen.

Am liebsten würde Hagedorn mit dem TuS natürlich den zweiten Derbysieg einfahren. Genug Stoff für ein Gespräch mit Kollege Bernholt wird es aber so oder so geben. Möglicherweise auch für eine gemeinsame Rückfahrt.

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