Mi., 23.01.2019

Ex-Altkreis-Fußballer hofft, dennoch für einen neuen Vertrag geworben zu haben Bernhardts Aus beim Asien-Cup

Edgar Bernhardt (links) hat den Asien-Cup im Trikot der Nationalmannschaft Kirgisistans sehr genossen.

Edgar Bernhardt (links) hat den Asien-Cup im Trikot der Nationalmannschaft Kirgisistans sehr genossen. Foto: dpa

Von Adrian Rehling

Abu Dhabi/Stemwede (WB). Als der Ball in der 122. Minute aus vier Metern nur an die Unterkante der Latte klatscht, ist die Niederlage besiegelt. Edgar Bernhardt hat mit der Nationalmannschaft Kirgisistans im Achtelfinale des Asien-Cups mit 2:3 nach Verlängerung gegen die Vereinigten Arabischen Emirate verloren.

Kirgisistan ging als Außenseiter in die Partie vor 17 784 Zuschauern im Zayed Sports City Stadium. Immerhin hatte sich das Team zum ersten Mal überhaupt für ein großes Turnier qualifiziert. Doch Bernhardt und Co. wollten mehr, ließen sich auch von dem irregulären Führungstreffer der Gastgeber nicht entmutigen (14. Minute). Wie die Videobilder bewiesen, stand Emirate-Akteur Esmaeel knapp im Abseits, den Videobeweis gibt es beim Asien-Cup aber nicht. Kirgisistan schlug umgehend zurück, Murzaev vollendete in der 26. Minute zum 1:1.

In der zweiten Halbzeit hatten die Gäste die Führung auf dem Fuß, als Kapitän Kichin eine Flanke eigentlich verunglückte, aber lang und länger wurde und an die Latte klatschte. Emirate-Torwart Bilal Saeed konnte dem Ball nur noch hinterherschauen. Dann ging der Favorit durch einen leichten Ballverlust der Kirgisen wieder in Führung (64.). Direkt im Anschluss musste Bernhardt das Feld verlassen und für einen noch offensiveren Spieler Platz machen. »Es war definitiv nicht meine beste Leistung«, zeigte sich der ehemalige Altkreis-Kicker (TuS Levern, FC Preußen Espelkamp) später selbstkritisch. Aber auch auf der Bank war der Jubel bei »Eddie« Bernhardt riesengroß, als seine Mannschaft in der zweiten Minute der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich erzielte und damit die Verlängerung erzwang. Bernhardt riss seinen Trainer vor Freude nieder, herrlich eingefangen von den TV-Bildern.

Packende Verlängerung

In der Verlängerung überschlugen sich dann die Ereignisse: Erst bekamen die Gastgeber einen strittigen Elfmeter zugesprochen (O-Ton Bernhardt: »Das war gar nichts.«) und verwandelten zum 3:2 (103.), dann traf Kirgisistan durch Duyshobekov nur den Pfosten (106.). Als alle bereits mit dem Aus rechneten, hatte der Außenseiter noch die Riesenchance auf den Ausgleich, doch Sagynbaev visierte aus vier Metern nur die Latte an. »Wir hatten wirklich großes Pech und der Schiedsrichter war auch nicht gerade auf unserer Seite. Es sollte wohl einfach nicht sein. Aber wir können alle sehr, sehr stolz auf die vier Leistungen bei diesem Turnier sein.« Das sieht auch der Präsident des Landes so. Er hat die Mannschaft zu einem Empfang eingeladen.

Bernhardt hofft, dass er mit seinen drei starken Auftritten zuvor ausreichend auf sich aufmerksam gemacht hat. Trainer-Legende Sven-Göran Eriksson sicherte sich nach der Niederlage mit seinen Philippinen immerhin die Handynummer des Mittelfeld-Motors. Aktuell steht Bernhardt in Polen bei GKS Tychy unter Vertrag, dieser läuft aber am Ende der Saison aus. Wenn es nach dem 32-Jährigen geht, könnte es auch nochmal ein neues Abenteuer geben: »Es soll Interesse aus Malaysia geben. Warum nicht? Der nächste Vertrag könnte auch mein letzter sein, soll daher sitzen. Außerdem muss ich auch den Blick für die Zeit nach dem Profidasein haben – und meine Tochter versorgen.«

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