Mo., 02.09.2019

RV Oberbauerschaft ist neuer Mannschafts-Kreismeister, gewinnt die Kreisstandarte Wimpernschlagfinale

Die Teilnehmer am Finale des Barre-Stil-Pokals, wie hier Tatjana Schmidt, lieferten sich einen heißen Fight.

Die Teilnehmer am Finale des Barre-Stil-Pokals, wie hier Tatjana Schmidt, lieferten sich einen heißen Fight. Foto: Volker Krusche

Von Volker Krusche

Stemwede-Destel (WB). In der Meldestelle wurde eifrig in den Erklärungen geblättert, wurde hin und her gerechnet. Doch am Ende kam immer wieder das gleiche Ergebnis heraus. Die Kreisstandarte für den Mannschaft-Kreismeister der Reiter geht 2019 an den RV Herzog Wittekind Oberbauerschaft. Seine Punktzahl nach vier Prüfungen: 1.263. Sein Vorsprung auf den entthronten Titelverteidiger und Gastgeber RV Destel: ein einziger Punkt!

Klar, dass die Rechnung da auf jeden Fall absolut stimmen muss. Zumal die Equipe aus dem eigenen Verein Leidtragender dieser dramatischen Entscheidung war.

Ins abschließenden Springen der Klasse A waren die Desteler, die ihre Stärken in der Dressur eindrucksvoll ausgespielt hatten, dafür den »Herzögen« im ersten Springen klar den Vortritt hatten lassen müssen, mit einem Vorsprung von sechs Punkten (878:872) gegangen. Allerdings im Gegensatz zum Widersacher nur mit drei, statt möglicher vier Reiter. Das hatte zur Folge, dass die Desteler auf ein Streichergebnis verzichten mussten. Und genau das sollte sich rächen. Zwar legte Dietmar Holle auf Arlette einen fehlerfreien Ritt hin und sicherte sich als Sieger dieser Prüfung auch die 100 Kreismeisterschaftspunkte, seine beiden Mitstreiterinnen blieben aber nicht ohne Abwurf: Stefanie Gieselmann kam mit vier Fehlern auf Rang acht, Pia Kaschube wurde mit acht Fehlern nur Zehnte. Die Oberbauerschafter drehten dagegen richtig auf. Friederike Schöneberg, Michael Blase und Achim Ostermeyer blieben fehlerfrei und belegten die Plätze zwei bis vier. Da war der Fünftplatzierte, Jan Lösche, der sich einen Zeitfehler erlaubt hatte, schon das Streichergebnis.

Drei Sekunden zu langsam

So zog Oberbauerschaft noch am Gegner vorbei. Ein Abwurf weniger – und Destel wäre erneut Kreismeister geworden. Ja, es hätten schon drei Sekunden gereicht, die Gieselmann in ihrer Runde hätte schneller sein müssen. Mit dem Ausgang der Entscheidung hatte der RV Hille als Bronzemedaillengewinner nichts zu tun.

Allerdings war es für den Kreisreiterverband ein Armutszeugnis, dass nur drei Teams den Kampf um die Kreisstandarte annahmen. Auch der stellvertretende Kreisvorsitzende Wilfried Schormann zuckte nur mit den Schultern. »Das ist nicht gut. Diese Entwicklung ist bedenklich, auch wenn wir da kein Einzelfall sind. Dabei haben wir schon den Modus geändert und gehofft, dass die Zahlen sich wieder verbessern.« Zunächst trennte der Kreisreiterverband Minden-Lübbecke die Wettbewerbe. Mannschaft, Dressur und Springen fanden bei unterschiedlichen Vereinen statt.

Zudem war in den Jahren zuvor bereits der Geländeritt entfallen, auf Fähigkeiten von Pferd und Reiter im Busch verzichtet worden, so dass nur noch Springen und Dressur die Prüfungen im Teamwettbewerb darstellten. Scheinbar aber sind viele Springreiter heute nicht ausreichend in der Dressur geschult, so dass am Ende eine Meisterschaft – ohne die Leistungen der teilnehmenden Reiter zu mindern – mehr und mehr zur Farce wird. Diese Meinung vertraten am Rande des Desteler Turniers jedenfalls nicht wenige erfahrene Reitsportler.

Titelverteidiger Heye erneut vorn

Wenngleich in allen anderen Prüfungen der 58. Desteler Pferdetage die Starterzahlen absolut zufriedenstellend waren, so ließ die Größe des Teilnehmerfeldes im Finale des Barre-Stil-Pokals ebenfalls zu wünschen übrig. Elf Paare – so wenig wie nie zuvor –, darunter noch ein Reiter mit zwei Pferden, gingen im M*-Springen an den Start. Acht von ihnen erreichten die Siegerrunde, in die die Fehler des ersten Ritts mit übernommen wurden.

Wenngleich das Feld überschaubar war – ein Überdenken der Ausschreibung könnte Sinn machen –, so konnten sich die Leistungen absolut sehen lassen. Sechs der elf Paare blieben im von Parcourschef Thomas Bröcker mit elf Hindernissen und 14 Sprüngen ausgestatteten ersten Umlauf fehlerfrei, darunter mit Henrik Hüsemann vom RV St. Georg Pr. Oldendorf auf Lord Onassis auch der einzige Starter aus dem Mühlenkreis. Bis zum letzten Hindernis der Siegerrunde sah es so aus, als würde er auch diesmal fehlerfrei bleiben. Dann aber gab es ausgerechnet am Barre-Schlusssprung eine Verweigerung und anschließend einen Abwurf.

Den Sieg holte sich in Bernd Heye vom RuFV Alfhausen der Titelverteidiger, der seinen Vorteil nutzte, mit zwei Pferden dabei zu sein. Auf seiner braunen Hannoveraner-Stute Stacy war er am Ende 3/10 Sekunden schneller als Manuela Lachnit (RSC Alpsheide-Nienburg) auf ihrem Oldenburger Wallach Blue Balou. Dritte wurde die Steinfelderin Eileen Grewe vor Heye mit seinem zweiten Pferd.

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