Mi., 04.09.2019

Windsurfing: Nils Wenzel aus Levern will von Freitag bis Sonntag auf dem Dümmer seinen Deutschen Meistertitel verteidigen Der auf der Welle reitet

Nils Wenzel gibt im Windsurfen eine gute Figur ab. 2018 gewann er das Bundesliga-Finale. Am Wochenende will er das wiederholen.

Nils Wenzel gibt im Windsurfen eine gute Figur ab. 2018 gewann er das Bundesliga-Finale. Am Wochenende will er das wiederholen.

Von Volker Krusche

Stemwede-Levern/Hüde (WB). Er hat wie viele kleine Jungen Fußball gespielt, doch tauschte er frühzeitig den großen Lederball mit einer etwas kleineren Kugel, die es beim Radball mit Fahrrad und Schläger ins gegnerische Tor zu bugsieren gilt. Am Ende was es aber das Wasser, was ihn in den Bann zog und heute zu einem der besten Nachwuchs-Windsurfer Deutschlands machte.

Nils Wenzel aus Levern hat gemeinsam mit dem Ibbenbürener Benedikt Breulmann im vergangenen Jahr als damals 13-Jähriger das Bundesliga-Finale im Windsurfing gewonnen und sich den Titel des Deutschen Meisters gesichert. Ab Freitag schickt sich das erst in seinem vierten Jahr auf dem schnellen Brett stehende Talent an, sich erneut ganz vorn in die Siegerliste einzutragen. Auf seinem Heimatrevier, dem Dümmer, findet bis Sonntag die entscheidende Regatta des Jahres statt. Praktisch vor der Haustür werden die nationalen Champions im Bundesliga-Finale ermittelt. Zugleich werden die zwölf Wettfahrten, von denen jeder Teilnehmer die beiden schlechtesten streichen darf, der Internationalen Deutschen Meisterschaften ausgetragen. »Im Bundesliga-Finale starte ich erneut mit Benedikt im Team, in die internationalen Wertung fließen dann nur meine Resultate ein«, klärt Nils Wenzel auf.

Start mit dem Schnupperkurs

Der nutzte vor vier Jahren die Möglichkeit, über einen Schnupperkurs an der Surfeinsatzstelle in Hüde den Sport näher kennenzulernen. »Die haben mich dann gleich gefragt, ob ich nicht der Regattajugend des Windsurfing-Clubs Dümmer beitreten wolle. Kurz danach habe ich dann meinen Surfschein gemacht.« Parallel blieb Wenzel aber auch dem Radball verbunden. »Ich spiele schon lange für den RSC Niedermehnen. Das macht mir auch sehr viel Spaß.« Kollisionen mit dem Windsurfing gebe es keine. »Das passt immer recht gut.« Der Schüler gewinnt dem Radballsport aber noch einen positiven Nebeneffekt ab: »Das hält mich fit, ist mein Krafttraining für das Windsurfen.«

2018 bestritt Nils Wenzel seine ersten Regatten und merkte schnell, dass er gute Voraussetzungen mitbrachte, um erfolgreich zu sein. »Meine Größe von fast 1,80 Metern und meine kräftige Statur bringen mir in dieser Sportart wichtige Vorteile.« Und die nutzte er gleich in seinem ersten Wettkampfjahr zum Gewinn des nationalen Titels. Dabei trainiert er gar nicht so oft: »Wir haben eine Gruppe von vier Jungs, zwei in der U15 und zwei in der U17, die sich jeden Freitag in Hüde trifft.« Auch vor so einem großen Event wie an diesem Wochenende bleibe der Einsatz der gleiche. »Klar geht man, wenn man am Wochenende Zeit hat, noch mal aufs Wasser. Aber es gibt keine Extraschichten.«

Mehr als 100 Starter

Mit dem Dümmer präsentiert sich eines der besten Wassersportreviere Deutschlands von Freitag bis Sonntag mehr als 100 gemel­deten Startern – darunter auch Norweger und Niederländer. Es ist die größte Windsurfing-Regatta der vergangenen Jahre in Deutschland. In diesem beeindruckenden Rahmen werden die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft sowie das Bundesliga-Finale der Erwachsenen und Jugendlichen ausgetragen. Außerdem feiert die Surf-Bundes­liga in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen.

»Der Windsurfing-Club Dümmer hat einen grandiosen Job gemacht. Ich bin sehr stolz, so einen Verein mit einem solchen Revier als Ausrichter gewonnen zu haben«, hebt Thomas Michaelis, Präsident der Deutschen Windsurfing-Vereinigung bei der Präsentation der Veranstaltung hervor. WSCD-Vorstandsmitglied Joachim Pohl ergänzt: »Wir sind unheimlich stolz, die größte Deutsche Meister­schaft seit Jahren auf die Beine zu stellen. Unser Verein betreibt eine Menge Aufwand für den Nachwuchs. Die Kosten wenden wir aber gerne auf, um professionelle Jugendarbeit leisten zu können.«

Wenzel will vorne mitmischen

Von der profitiert auch Nils Wenzel, der es den Vereinsverantwortlichen mit sportlichen Topleistungen zurückzahlt. Und das soll auch in dieser Woche so sein, denn die Zielsetzung des 14-Jährigen ist eindeutig: »Ich will sowohl mit dem Team im Bundesliga-Finale als auch in der Einzelwertung der Internationalen Meisterschaft ganz vorn mitmischen.«

Dafür erhofft sich der junge Leverner bei allen zwölf Wettfahrten einen guten Start und stets das richtige taktische Näschen. »Es gilt halt immer, dem Gegner den Wind zu nehmen, zu erkennen, wo die nächste Böe ist und rechtzeitig zu reagieren.« Gelingt das, könnte 2019 wieder eine Medaille um den Hals von Nils Wenzel hängen.

Der hat in diesem Jahr aber noch höhere Ziele. Vom 26. Oktober bis 2. November finden in der Nähe der spanischen Stadt Cádiz die Jugend-Weltmeisterschaften im Windsurfen statt. Und für die hat das Talent aus dem Mühlenkreis die Fahrkarte schon sicher.

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