Mo., 30.09.2019

Radball: Weltcup-Turnier in Levern begeistert – Weltmeister aus Österreich gewinnen Ball-Zauberer auf Rädern

Von Ingo Notz

Levern (WB). Was für ein Spektakel: Das Weltcup-Turnier der Radballer in Levern hat am Samstag sensationellen Sport geboten. Absolute Weltklasse hat sich am Ende durchgesetzt: Die österreichischen Weltmeister Patrick Schnetzer und Markus Bröll jubelten im Finale über ihren 9:8-Sieg nach Verlängerung gegen André und Raphael Kopp aus Obernfeld.

Das Endspiel lieferte das Sahnehäubchen auf einen Radsport-Leckerbissen, der Appetit auf mehr gemacht hat. Die Herausforderer Obernfeld, der amtierende Bundesliga-Meister der Jahre 2018 und 2019, vertrat die deutschen Farben im Finale gegen die favorisierten Österreicher. André und Raphael Kopp hatten sich nach ihrer ungeschlagenen Meistersaison schon selbstkritisch gezeigt: »Gerade gegen Top-Clubs entscheiden Kleinigkeiten und hier sind wir zu ungenau.«

Das Finale wird in der Verlängerung entschieden

Genau das sollte dann auch auf internationaler Ebene in Levern zum Tragen kommen: Das Finale gegen die Weltmeister war lange auf Augenhöhe – die Kleinigkeiten entschieden dann aber für die Österreicher. In der regulären Spielzeit ging es hin und her, die Weltmeister schienen mehrfach zu wanken, retteten sich nach einem 3:5-Rückstand aber noch zum 5:5 und damit in die Verlängerung. Beim 6:6-Zwischenstand entschieden zwei glückliche Treffer für die Österreicher, die auch für die spektakulärsten Szenen des Turniers sorgten.

Patrick Schnetzer, der jüngste Radball-Weltmeister der Geschichte und sechsfacher Weltmeister von 2011 bis 2018 – sorgte mit einer Rettungstat mit dem Hinterrad, mit dem er einen Ball aus dem Tordreieck fischte, für Raunen auf den Zuschauerrängen. Es war nur eine von zahllosen atemberaubenden Situationen, die diesen Weltcup zu einer gelungenen Werbung für einen ebenso spektakulären wie in der Öffentlichkeit oftmals unterrepräsentierten Sport gemacht haben.

Der Gastgeber verzichtet auf eigenen Teilnehmer

Das traf aber nicht nur auf die Finalisten zu: Waldrems, Dritter der Bundesliga-Saison 2019, beendete auch das Weltcup-Turnier in der Festhalle auf dem Bronzeplatz: Im kleinen Finale setzten sich Schüle/Bootsmann gegen die Iserlohner Cordes/Endrowait durch, die im Niedermehner Trikot als »lokaler« Vertreter überzeugten. Hintergrund: Eigentlich steht jedem Ausrichter ein Startplatz zu, da Niedermehnen aber über keine aktiven Spieler auf dem internationalen Niveau verfügt, hatte der RSC auf eigene Starter verzichtet. Stattdessen hatte der RSC ein Qualifikationsturnier ausgetragen, in dem sich Iserlohn den Startplatz erkämpft hatte. Ein Erlebnis der besonderen Art war der ländliche Weltcup übrigens für die am Ende letztplatzierten Teilnehmer aus Hongkong, die vom Turnier, aber auch von einer Tour durch die heimische Landwirtschaft begeistert waren...

Kollision mit Wehdemer Festakt

Für kritische Stimmen sorgte bei den Radsportlern einzig die Kollision mit der Festveranstaltung zum 1050-Geburtstagsfeier Wehdems. »Das hat uns mindestens 100 Zuschauer gekostet«, meinte Niedermehnens Radball-Urgestein Werner Struckmann, »aber wir sind trotzdem zufrieden. Das war schon hoher Sport.« Das sah auch RSC-Abteilungsleiter Adrian Kröger so, der als Hallensprecher durch die Veranstaltung führte: »Es war ein super Erlebnis für uns, erst recht, da unser Wild-Card-Gewinner Iserlohn es bis ins Halbfinale geschafft hat.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6969680?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4029430%2F