Mo., 16.12.2019

Sven Weidner hat beim Ironman 70.3 in Xiamen (China) die Qualifikation für die Triathlon-Weltmeisterschaft 2020 geschafft Im Urlaub WM-Quali errungen

Die Medaille zum Glück: Sven Weidner testet in China erstmal die Echtheit seiner Fahrkarte zur Ironman-WM auf Hawaii im kommenden Jahr.

Die Medaille zum Glück: Sven Weidner testet in China erstmal die Echtheit seiner Fahrkarte zur Ironman-WM auf Hawaii im kommenden Jahr.

Von Louis Ruthe

Levern/Stuttgart (WB). Eigentlich wollte Sven Weidner mit seiner Freundin und seinen Eltern im November seine Schwester in Shanghai besuchen. Eigentlich sollte es ein Familienurlaub werden. Doch so ganz ohne Sport wollte der 31-jährige Hobbysportler nicht reisen. Als er dann vom Ironman 70.3 in Xiamen erfuhr, stand für den gebürtigen Leverner fest, dass der Urlaub nicht ohne Sport stattfinden werde.

„Es ist der Traum eines jeden Hobby-Triathleten, die WM-Quali für den Ironman auf Hawaii zu schaffen“, berichtet Sven Weidner. 50 Startplätze für eben diese WM wurden beim Ironman in Xiamen vergeben. So warteten neben seiner Schwester auch 1,9 Kilometer Schwimmen im Südchinesischen Meer, etwa 90 Kilometer Radstrecke und 21 Kilometer Laufstrecke auf den Hobbysportler. „Es waren etwa 2300 Teilnehmer, bunt gemischt aus Profis und Hobbysportlern vor Ort“, berichtet Sven Weidner. 134 Starter habe es in seiner Altersklasse gegeben. Unter denen seien drei Startplätze für Hawaii vergeben worden.

Trainingsroute ist die Strecke des Hermannslaufes

„Das Schwimmen ist meine große Schwäche“, sagt Sven Weidner. So auch in China. Als 30. in seiner Altersgruppe kam der Leverner aus dem Wasser. Nach einer starken Leistung auf dem Rad kämpfte sich Sven Weidner unter die ersten 15 vor. Dann kam seine Lieblingsdisziplin, das Laufen. Mit der schnellsten Laufzeit im gesamten Teilnehmerfeld schaffte es Sven Weidner unter die ersten drei und hatte auf einmal die Qualifikation für den Ironman auf Hawaii in der Tasche – wohlbemerkt im Familienurlaub.

„So ganz einfach wie es klingt, war es letztlich nicht“, sagt Sven Weidner. Zweieinhalb Monate habe er über 25 Stunden in der Woche für den Ironman in Xiamen trainiert. „Sechs Stunden auf dem Standrad bei 260 Watt standen jede Woche auf dem Plan.“ Eine beliebte Trainingsroute fürs Laufen sei die Strecke des Hermannslaufes gewesen. „Hin und zurück versteht sich“, sagt Weidner.

Auf dem Rad 20 Minuten auf den Führenden gut gemacht

Einen Blick in die Leistungen des 31-Jährigen zeigen, dass die Quali kein Zufallstreffer war. Im Sommer siegte der Leverner beim Austria Extrem Triathlon in Österreich. „Da haben die Österreicher blöd geschaut, als einer vom platten Land das Ding gewinnt“, erinnert sich Vater Jürgen Weidner. In der Szene gelte der Triathlon als einer der härtesten der Welt. Mit 12 Stunden und 54 Minuten siegte Sven Weidner auf der Strecke von Graz zur Talstation am Dachstein. Auch dort legte der Hobbysportler eine beeindruckende Aufholjagd nach den 3,8 Kilometern Schwimmen hin. „Mit einem Rückstand von 30 Minuten kam Sven aus dem Wasser“, erzählt Jürgen Weidner.

Auf dem Rad (186 Kilometer) habe er etwa 20 Minuten gut machen können und sich von dem 90 Platz auf den Siebten nach vorne geschoben. Es folgte die etwa 44 Kilometer lange Laufstrecke. Minute für Minute kämpfte sich der Leverner an die Führenden ran. Am Ende kam er mit etwa fünf Minuten Vorsprung im Ziel an.

„Zum Urlaub bin ich auf Hawaii schonmal gewesen“

„Das war für mich überraschend“, sagt Sven Weidner. Die Freude sei riesig gewesen. „Der Triathlon hat mir geholfen, die Quali in China zu schaffen.“ So habe er auf seine Fitness aufbauen können und sich so in China in „Topform“ präsentieren können. „Wenn ich jetzt noch besser schwimmen könnte, ist vieles möglich“, sagt Sven Weidner. Es sei kein Wunder, dass das Schwimmen derzeit vermehrt auf dem Trainingsplan stünde.

„Zum Urlaub bin ich auf Hawaii schonmal gewesen. Das Wetter liegt mir“, sagt Sven Weidner. Von April an werde er für den Ironman auf Hawaii am Samstag, 10. Oktober 2020, trainieren. Dann stehen 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Rad und 42,2 Kilometer Laufen an. „Wenn ich zwischen Platz 300 und 400 lande, ist das ein großer Erfolg für mich“, meint Sven Weidner.

Im Leben neben dem Sport macht Sven Weidner gerade seinen Doktor an der Uni in Stuttgart. Dort hat sich der 31-Jährige auch einen Verein zum Trainieren gesucht. Wenn er in Levern ist, trainiert er beim TV 01 Bohmte.

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