Mit einem Trip nach Michigan fing für Volti-Trainerin Lisa Buck im Jahr 2014 alles an
Stemwederin in den USA gefragt

Stemwede (WB). Im Leben von Lisa Buck dreht sich fast alles um Pferde. Die große Liebe zum Volti-Sport gibt die 26-Jährige auch an viele Menschen in den USA weiter. In vier verschiedenen Bundesstaaten ist die Stemwederin mittlerweile als Voltigier- und Pferdetrainerin gefragt – Tendenz steigend. In Corona-Zeiten unterstützt sie ihre amerikanischen Freunde via Internet.

Sonntag, 05.04.2020, 14:18 Uhr aktualisiert: 05.04.2020, 14:20 Uhr
Lisa Buck bereitet ein Pferd liebevoll auf die Vorstellung in einer Prüfung vor. Die 26-jährige Stemwederin ist in den vergangenen Jahren immer wieder wochenlang in den USA unterwegs gewesen, um verschiedene Vereine im Voltigieren nach vorne zu bringen. Foto: privat
Lisa Buck bereitet ein Pferd liebevoll auf die Vorstellung in einer Prüfung vor. Die 26-jährige Stemwederin ist in den vergangenen Jahren immer wieder wochenlang in den USA unterwegs gewesen, um verschiedene Vereine im Voltigieren nach vorne zu bringen. Foto: privat

„Der erste Kontakt entstand 2014 zu einem Voltigierverein in Michigan“, erinnert sich Lisa Buck. Im Rahmen ihres Lehramtsstudiums in Paderborn (Englisch/Wirtschaft) stand ein Auslandsaufenthalt auf dem Programm, der sie in den nörd­lichen Bundesstaat führte. „Dort habe ich mich sechs Wochen mit einer Freundin aufgehalten und einen Verein bei der Ausbildung von Voltigierern sowie bei der Arbeit mit gehandicapten Kindern im Pferdesport unterstützt“, erinnert sich Buck an die erste USA-Erfahrung.

„Amerika-Mission“ begann mit einem Studientrip

Es sollte nur der Auftakt für ihre „Amerika-Mission“ sein. „Seitdem habe ich in regelmäßigen Abständen meine Semesterferien in den Staaten verbracht. Ich wurde von den Vereinen immer wieder gefragt, ob ich nicht zur Unterstützung der Voltigier- und Pferdeausbildung vorbeikommen könnte“, berichtet die Trainerin des RuFV Wehdem-Oppendorf, die sich fast jedes Jahr in den Flieger setzte, um Trainingsaufgaben zu übernehmen. Erst Mitte Februar flog Buck erneut für ein vierwöchiges Gastspiel „rüber“, ehe die Corona-Pandemie auch das amerikanische Leben auf den Kopf stellte.

Seitdem ist nichts wie vorher. Die Stemwederin bleibt in der außergewöhnlichen Zeit mit ihren Freunden westlich des Atlantiks verbunden. „Man telefoniert alle paar Tage oder schreibt sich über Facebook“, sagt die Studentin. Die 26-Jährige kann immerhin etwas zur Bewältigung des eingeschränkten Alltags beitragen: „Ich gebe regelmäßig Video-Training und bereit individuelle Trainingspläne für die Sportler vor, um das momentan untersagte Mannschaftstraining in der Halle zu kompensieren.“ Damit die Voltigierer dort in der Zwischenzeit nicht aus der Übung kommen, schaltet sich die Stemwederin aus der Ferne via Internet dazu. „Lediglich die weitere Ausbildung der neu angeschafften Voltigierpferde gestaltet sich über das Netz schwierig“, scherzt die Stemwederin.

In Michigan war lange noch mit veralteten Techniken trainiert worden. Auch die Ausrüstung der Pferde und die Gestaltung der Trainingsabläufe ließ eher zu wünschen übrig.

Lisa Buck über die Erfahrungen, die sie bei ihren ersten USA-Besuchen machte

Dass Lisa Buck über große Qualitäten als Trainerin verfügt, hatte sich spätestens 2016 nach ihrem zweiten Aufenthalt in Michigan herumgesprochen. Immer mehr Vereine wurden auf die Volti-Ausbildung „Made in Germany“ aufmerksam. „Da der Sport in den USA bisher nicht so stark verbreitet ist wie in Europa, fanden ak­tuellere und zielführendere Trainingsmethoden starken Anklang“, berichtet Buck. „In Michigan war lange noch mit veralteten Techniken trainiert worden. Auch die Ausrüstung der Pferde und die Gestaltung der Trainingsabläufe ließ eher zu wünschen übrig.“

Lisa Buck (rechts) hat ein inniges Verhältnis zu „ihren“ Familien entwickelt.

Lisa Buck (rechts) hat ein inniges Verhältnis zu „ihren“ Familien entwickelt. Foto: WB

Vor zwei Jahren konnte die Stemwederin ihr Netzwerk weiter ausbauen. Weitere Teams aus Michigan, Indiana, Ken­tucky und Ohio, die ebenfalls an Lehrgängen interessiert waren, wurden auf sie aufmerksam. So begann eine wahre USA-Tournee. „Ich reiste durch einen großen Teil des Landes und unterstützte die einzelnen Vereine.“ Höhepunkt 2018 war der Besuch der nord-amerikanischen Staatsmeisterschaften, „zu denen ich die regionalen Teams begleitet und sie auf den Turnieren vorgestellt habe“.

Symposium in Las Vegas war in diesem Jahr ein Highlight

Die nächste spannende Anfrage ließ nicht lange auf sich warten: 2019 wurde die Stemwederin eingeladen, die Regionen bei den amerikanischen Meisterschaften zu unterstützen sowie Lehrgänge in verschiedenen Vereinen zu geben. „Dem Wunsch kam ich nach und war zudem begeistert, welche Früchte das Training der vergangenen Jahre bereits getragen hatte.“

Die letzte Reise in die USA liegt noch nicht lange zurück. Ende 2019 wurde Buck wurde zu einem Symposium nach Las Vegas eingeladen, das Anfang März über die Bühne ging. „Ein Highlight im Voltigiersport, bei dem die Crème de la Crème aller hochkarätigen Voltigiertrainer und Voltigierer der Welt zusammenkommt“, berichtet Buck, die es mit wenigen anderen Trainern neben ehemaligen und amtierenden Welt- und Europameistern auf die Gästeliste geschafft hatte. „Das war für mich eine unfassbar große Ehre. Die Chance, in Las Vegas die besten Voltigierer der USA zu trainieren, bekommen nicht viele Trainer.“

Korrekte Körperhaltung: Lisa Buck gibt amerikanischen Talenten wertvolle Tipps.

Korrekte Körperhaltung: Lisa Buck gibt amerikanischen Talenten wertvolle Tipps. Foto: WB

Neben den “Stars” aus Deutschland, Holland, Österreich, Frankreich, Amerika und der Schweiz konnte sie vier Tage lang mehr als 200 Voltigierern aus Amerika Korrekturen und Übungen an die Hand geben. Den insgesamt vierwöchigen Aufenthalt nutzte sie aber auch, um „ihren“ Vereinen in Michigan und Indiana Besuche abzustatten und Zeit mit ihren Schützlingen zu verbringen.

Jeder Aufenthalt war extrem herzlich. Ich wurde von allen Vereinen wie ein Familienmitglied aufgenommen, wohne immer bei den jeweiligen Vereinsmitgliedern und erlebe das amerikanische Leben hautnah mit.

Lisa Buck

Im Laufe der Jahre sind tiefe Freundschaften entstanden. „Jeder Aufenthalt war extrem herzlich. Ich wurde von allen Vereinen direkt wie ein Familienmitglied aufgenommen. Um Kosten zu sparen, wohne ich immer bei den jeweiligen Vereinsmitgliedern und erlebe das amerikanische Leben hautnah mit.“

Mittlerweile liegen Lisa Buck sogar Anfragen aus Australien und Südafrika vor. Planungen sind derzeit allerdings obsolet – wegen Corona. Die 26-Jährige will sich nun auf die Beendigung ihres Studiums und das Referendariat konzentrieren. Aktuell unterstützt Buck weiterhin den Trainerstab beim RuFV Wehdem-Oppendorf gefragt. „Unsere Pferde müssen ja weiter bewegt werden“, sagt die Trainerin. Früher oder später, das hofft die Volti-Fachfrau, geht es dann wieder über den großen Teich. Zu ihrer zweiten Familie.

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