Fußball: Der TuS Dielingen hat die Bezirksliga im sicheren Mittelfeld beendet
„Es wäre mehr drin gewesen“

Dielingen (WB). Eine ordentliche, aber keine überragende Saison: So lässt sich das abgelaufene Spieljahr des TuS Dielingen in der Fußball-Bezirksliga auf den Punkt bringen. Mit dem Blick auf die Dielinger beginnen wir einen dreiteiligen Rückblick auf die Saison der heimischen Bezirksligisten.

Donnerstag, 18.06.2020, 09:55 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 09:58 Uhr
David Schmidt (links) war in der vergangenen Saison eine wichtige Konstante im Team des TuS Dielingen. Foto: Pollex
David Schmidt (links) war in der vergangenen Saison eine wichtige Konstante im Team des TuS Dielingen. Foto: Pollex

Zum vierten Mal in Folge haben die Dielinger ein Spieljahr im sicheren Mittelfeld beendet. Die Mannschaft des Trainers Carsten Schubert – für den Niedersachsen war es die erste Spielzeit im westfälischen Fußball – belegte in der Abschlusstabelle nach der Quotientenregelung den zehnten Platz. Wäre die Saison nach Punkten gewertet worden, hätte der TuS den elften Rang belegt. Hundertprozentig zufrieden mit der Ausbeute war Schubert nach seinem verkürzten Premierenjahr allerdings nicht. „Wir hatten uns sicherlich etwas mehr versprochen als diese Platzierung. Da wir noch machbare Spiele in der Hinterhand hatten, wären wir bestimmt noch weiter nach vorn gekommen“, ist der 48-Jährige überzeugt: „Aber es wäre definitiv mehr drin gewesen für uns. Wir haben eine richtig gute Mannschaft, und deshalb spiegeln die Ergebnisse unser Potenzial nicht richtig wieder.“

Ich habe den Schritt über die Grenze definitiv nicht bereut und kann ihm nur Positives abgewinnen!

Carsten Schubert (Trainer TuS Dielingen)

Persönlich habe sich der Schritt nach Dielingen für ihn absolut gelohnt. Der in Damme unweit der Landesgrenze wohnende Schubert war zuvor ausschließlich im Bezirk Weser-Ems tätig gewesen. „Ich fand es hochinteressant, viele neue Trainerkollegen und Mannschaften kennenzulernen. Ich habe den Schritt über die Grenze definitiv nicht bereut und kann ihm nur Positives abgewinnen“, urteilt der Trainer. Das treffe auch auf die neue, die aktivere Spielweise „seiner“ Dielinger zu, die mit dem neuen Coach Einzug gehalten hat. „Wir haben vor der Saison ganz bewusst unser Spielsystem auf den Kopf gestellt – weg von den vielen langen Bällen und dem Lauern auf dem zweiten Ball hin zu mehr Ballbesitz und Kurzpässen sowie einem strukturierterem Spielaufbau“, erzählt Schubert: „Wir hatten uns vorgenommen, gegen jede Mannschaft mitzuspielen und zu dominieren und nicht zu versuchen, mit einer Defensivtaktik einen Punkt zu ergattern.“ Und das, so befindet der Trainer habe sein Team „richtig gut“ hinbekommen. Schubert: „Wir haben uns in kürzester Zeit spielerisch enorm nach vorn entwickelt.“

Wir haben es nicht geschafft, in der Breite mehr Torgefahr zu entwickeln. Hinter unseren Topscorern Giorgio Ronzetti und Aytac Kara haben wir noch Luft nach oben.

Carsten Schubert (Trainer TuS Dielingen)

Womit er aber auch zur Schattenseite der Saison kommt. Dem TuS Dielingen gelang es zu selten, den Zugewinn an Spielanteilen und Ballbesitz in mehr Torgefahr und in Ergebnisse umzumünzen. Das räumt Schubert ein: „Wir haben es nicht geschafft, in der Breite mehr Torgefahr zu entwickeln. Hinter unseren Topscorern Giorgio Ronzetti und Aytac Kara haben wir noch Luft nach oben.“

Permanente Verletzungsprobleme

Allerdings hatten die Dielinger permanent mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Das begann noch vor dem ersten Meisterschaftssaison mit den Kreuzbandrissen bei Patrick Ferreira und Baris Yüksel. Hinzu kam, dass Andre Keßmann zu einem Auslandssemester aufbrach. „Damit waren drei Spieler ersatzlos gestrichen. Das tat schon weh“, stellt Schubert rückblickend fest. Bei manchen Auswärtsspielen hätten die Dielinger mit ihrem ohnehin kleinen Kader somit nur zwölf Spieler zur Verfügung gehabt. Schubert verdeutlicht: „Wir haben in der Hinrunde nur ein Mal unser Wechselkontingent voll ausschöpfen können.“

Glanztag gegen Kirchlengern

Als besten Auftritt seiner Mannschaft sieht der Trainer das 3:3 am 29. September gegen RW Kirchlengern, als man dem neben Löhne besten Team der Liga überlegen gewesen sei. „Das war fußballerisch ein richtig gutes Spiel von uns“, sagt Schubert. Als schwächstes Saisonspiel nennt er das 0:5 am 15. September gegen Herringhausen – die höchste Saisonniederlage. Wenn Dielingen aber sonst verlor, dann meistens nur knapp, was den Trainer in seiner Ansicht bestärkt: „Mit etwas mehr Matchglück hätten wir diese Spiele auch gewinnen können, dann wäre die Punktausbeute eine deutlich andere gewesen.“

Ausblick auf die neue Saison

Der TuS Dielingen verliert mit dem 23-jährigen Giovanni Ronzetti (SC BW Vehlage) einen seiner wichtigsten Stammspieler. Baris Yüksel beendet verletzungs- und berufsbedingt seine Laufbahn. Auch der spielende Co-Trainer Dirk Schomäker, der Trainer beim TV Bohmte wird, und Ersatztorwart Patrick Bergmann (Falke Steinfeld II) werden nicht mehr zur Verfügung stehen. Als externe Zugänge stehen Maxim Dyck und Daniel Kamolz (beide Preußen Espelkamp II) fest. Mitan Bal kommt von Amasya Spor Lohne. „Alle drei werden uns ganz bestimmt weiterhelfen“, sagt Schubert, der hofft, den erfahrenen Ali Döpke, der seine Laufbahn beenden wollte, zum Weitermachen zu bewegen. „Er war fast die komplette Hinrunde verletzt, und dann kam Corona, so dass er sich gar nicht richtig verabschieden konnte“, sagt Schubert: „Ich hoffe, dass er bei uns bleibt.“ In der neuen Spielzeit wollen die Dielinger taktisch und spielerisch das fortschreiben, „was wir in der vergangenen Saison begonnen haben“, kündigt Schubert an.

Giorgio Ronzetti ist Dielingens Toptorjäger

Die meisten Tore erzielte Giorgio Ronzetti, der neun Mal traf. Aytac Kara kam ihm mit sechs Treffern am nächsten. Jeweils zwei Mal trafen Giovanni Ronzetti, David Schmidt, Dominik Hoolt und Marc Böhm. Patrick Ferreira da Costa, Tristan Groß, und Ekoue Koffi Djossou steuerten je einen Treffer bei. Giorgio Ronzetti, Aytac Kara und Giovanni Ronzetti standen bei allen 16 Saisonspielen der Dielinger auf dem Platz. David Schmidt und Dominik Hoolt kamen jeweils auf 15 Einsätze, wobei der 21-Jährige Hoolt aber nur eine Partie über die volle Spielzeit absolvierte. Zehn Mal wurde der junge Angreifer ein- und vier Mal ausgewechselt.

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