Fußball: Internationales U19-Turnier in Stemwede fällt auch 2021 aus
Bitterer Hattrick

Stemwede -

Auf diesen Hattrick hätten sie liebend gerne verzichtet: Nach 2019 und 2020 ist das internationale A-Junioren-Fußballturnier des TuS Stemwede von den Organisatoren zum dritten Mal hintereinander abgesagt werden. Der Grund ist keine Überraschung mehr: Die Corona-Pandemie lässt eine seriöse Planung für 2021 nicht zu.

Dienstag, 05.01.2021, 15:31 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 16:16 Uhr
Red Bull Brazil bleibt bis mindestens 2022 amtierender Titelträger des Internationalen U19-Turniers des TuS Stemwede. Nach dem dritten Triumph des Seriensiegers von 2016 bis 2018 ist das Turnier zweimal ausgefallen und nun auch für 2021 abgesagt worden.
Red Bull Brazil bleibt bis mindestens 2022 amtierender Titelträger des Internationalen U19-Turniers des TuS Stemwede. Nach dem dritten Triumph des Seriensiegers von 2016 bis 2018 ist das Turnier zweimal ausgefallen und nun auch für 2021 abgesagt worden. Foto: Ingo Notz

 

 

 

Jahrzehnte ist es eine liebgewonnene Tradition bei den besten A-Junioren-Fußball-Mannschaften aus Deutschland und nicht zuletzt den Gästen aus anderen Nationen gewesen: „Pfingsten, Fußball, Leidenschaft“ war das Motto, unter dem sich viele hoffnungsvolle Talente auf der Ernst-Zobel-Kampfbahn in Wehdem getroffen haben. Der TuS Stemwede richtet dort bereits seit mehr als 40 Jahren das internationale U19-Turnier aus. 2021 allerdings nicht.

Insgesamt haben schon mehr als 150 unterschiedliche Mannschaften aus rund 40 Nationen in Wehdem gespielt. Dutzende spätere internationale Stars haben sich hier auch nach der Verlegung weg vom ursprünglichen Pfingsttermin in Stemwede ein sportliches Stelldichein gegeben, nationale und internationale Toptalente haben auch das U19-Turnier als Sprungbrett für große Karrieren genutzt. Nicht zuletzt war das Turnier in den vergangenen Jahrzehnten auch immer eine willkommene Bühne für die besten Fußballtalente des Kreises Minden-Lübbecke, die sich im Vergleich mit den besten Mannschaften Deutschlands und Topteams aus gefühlt der ganzen Welt messen konnten.

Bis 2018. 2019 ist das Turnier dann erstmals in der Jahrzehnte währenden Turniergeschichte ausgefallen, konnte wegen massiver Terminprobleme der beteiligten Mannschaften nicht ausgetragen werden, im vergangenen Jahr hat bereits die Corona-Epidemie die Austragung verhindert. Jetzt also der Corona-Doppelpack: Zum Jahreswechsel haben die Verantwortlichen des Turnier-Teams des TuS Stemwede akzeptieren müssen, dass sie ein Topturnier wie in den Jahren bis 2018 auch in diesem Jahr nicht auf die Beine stellen könnten. Die Folge: Das Stemweder U19-Fußballturnier fällt 2021 erneut und damit zum dritten Mal hintereinander aus. Nachdem das traditionelle Fußballfest in Wehdem schon 2020 durch Covid-19 ausgebremst wurde, macht die andauernde Pandemie auch 2021 einen Strich durch die Pläne der Turnierveranstalter des TuS Stemwede.

Wir wünschen uns endlich wieder Turnieratmosphäre auf unserem Sportgelände, aber dafür ist es leider noch zu früh!

Wolfgang Rosengarten

„Wir wünschen uns endlich wieder Turnieratmosphäre auf unserem Sportgelände, aber dafür ist es leider noch zu früh“, kommentierte Wolfgang Rosengarten aus der Turnierleitung die jetzt gefallene Entscheidung des Organisationsteams. Die Absage verband er allerdings gleich auch mit einem positiven Signal: „Wir sind optimistisch, dass 2021 wieder vieles besser wird. Trotzdem braucht eine Veranstaltung unseres Kalibers auch einen gewissen Vorlauf. Es wäre deshalb nicht nur unvernünftig, sondern in vielerlei Hinsicht auch unverantwortlich, weiter an den Turnierplänen festzuhalten.“ Nach 2019 und 2020 fällt das Traditionsturnier in Wehdem damit schon zum dritten Mal in Folge aus.

Aber alle Beteiligten können nur begrenzt in die Zukunft blicken und ebenfalls nur erahnen, wie es weitergeht.

Wolfgang Rosengarten

Wann und wie die mehr als vier Jahrzehnte lange Turnierreihe neu gestartet beziehungsweise mit ihrer 42. Auflage fortgesetzt werden kann, ist nach wie vor unklar. „Wir beobachten die Entwicklungen, sprechen immer wieder mit den Verantwortlichen in unseren befreundeten Vereinen und auch beim DFB und wir checken, welche Signale es auch aus dem Ausland gibt. Aber alle Beteiligten können nur begrenzt in die Zukunft blicken und ebenfalls nur erahnen, wie es weitergeht.“ Die Absage des U19-Fußball-Turniers hat auch Folgen über das eigentliche Turnier hinaus: So haben sich die Organisatoren dazu entschlossen, nicht nur das A-Jugend-Programm abzusagen. Fest steht auch, dass sowohl der zum Turnier dazugehörige Internationale Lebenshilfe-Cup für Menschen mit Behinderungen und auch das Elfmeterschießen der örtlichen Gruppen und Vereine in diesem Jahr erneut ausfallen werden. 2018 hatte der TuS bei der ersten Absage seines Turniers noch ein Alternativprogramm als Familientag auf die Beine gestellt, aber auch daran ist angesichts der aktuellen Situation zumindest derzeit nicht zu denken.

Das soll ganz sicher nicht das Ende des Turniers sein!

Jan-Philipp Ehlers

„Allein die ganze Infrastruktur und alles, was an diesem Turnier hängt, wäre kurzfristig gar nicht aufzubauen, dafür gibt es zurzeit einfach zu viele Unsicherheiten“, erklärt Jan-Philipp Ehlers die Probleme, die das Organisationsteam letztlich zu dem bitteren Schritt der dritten Absage hintereinander bewogen haben. Klar ist für die Stemweder gleichzeitig aber auch eins: Ein langsames „Versanden“ ihres Turniers in die komplette Auflösung soll es nicht geben: „Das soll ganz sicher nicht das Ende des Turniers sein!“, versichert Ehlers, dass sich der TuS Stemwede schon jetzt mit der Austragung des Turniers im kommenden Jahr befasst. Aber auch für 2022 gibt es aktuell noch Unsicherheiten, da die Nachwuchsstrukturen im DFB verändert werden sollen und es keine A-Jugend-Bundesliga mehr in der bisherigen Form geben soll. Wie sich die neue Struktur dann auf die Gestaltung der Zeitpläne und damit auch auf die Möglichkeiten eines großen Turniers in Stemwede für die Topteams und damit auch für den Veranstalter auswirken wird, ist aktuell noch nicht absehbar.

Wir wissen aktuell aber auch nicht, wie es weitergeht

Jan-Philipp Ehlers

„Wir stehen im Kontakt mit dem DFB und unseren befreundeten Vereinen, wir wissen aktuell aber auch nicht, wie es weitergeht“, hofft Ehlers, dass sich zumindest diese Fragen in den nächsten Wochen klären lassen, um dann mit neuer Motivation und unter neuen Rahmenbedingungen an die Planungen des Comeback-Turniers 2022 zu gehen. Eine Frage sei dann auch, wie viele Zuschauer bis dahin wieder zu Großveranstaltungen zugelassen werden und wie sich die internationalen Regeln rund um das Reisen und Quarantänebestimmungen in den kommenden Monaten entwickeln werden: „Wenn wir nur 100 Leute auf den Platz lassen dürfen, wird es schwierig. Dürfen die Teams uneingeschränkt fliegen? Können wir uns die Flugkosten dann noch leisten?“, nennt Ehlers weitere Fragen, mit denen sich das Organisationsteam mit Blick auf die Folgen der Corona-Epidemie auseinandersetzen muss. Dazu müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen aber erst einmal von Seiten der Politik und der Sportverbände geklärt werden, ehe der TuS Stemwede für 2022 in die Planung seines 42. internationalen U19-Turniers gehen kann.

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