Mi., 13.12.2017

Trainer-Kritiker werden wieder lauter – Genz scheint Schwächephase überwunden Problembewältigung

Jo Gerrit Genz zählte beim Gastspiel des TuS beim TV Hüttenberg zu den wenigen Lichtblick im Lübbecker Spiel.

Jo Gerrit Genz zählte beim Gastspiel des TuS beim TV Hüttenberg zu den wenigen Lichtblick im Lübbecker Spiel. Foto: Eibner

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Was ein Erfolgserlebnis alles ausmachen kann. Ihre Situationen sind nicht leicht, aber durchaus vergleichbar. Aaron Ziercke geriet trotz zuvor 3:1 Punkten nach der Niederlage beim TV Hüttenberg in die (überzogene) Kritik, Jo Gerrit Genz zeigte indes, wie man schnell aus ihr herauskommen kann. Ähnliches erhofft sich der Coach des TuS N-Lübbecke am Donnerstag durch eine entsprechende Reaktion seiner Mannschaft im OWL-Duell gegen den TBV Lemgo.

Man muss nicht mal genau hinhören, um im Umfeld des heimischen Bundesligisten wie alle Jahre wieder Stimmen zu vernehmen, die den Trainer in Frage stellen oder sein Wohl oder Wehe von den beiden Nachbarschaftsduellen abhängig machen.

Klares Bekenntnis vom Hauptsponsor

Dabei hatte Hauptsponsor Armin Gauselmann erst beim Füchse-Spiel, also vor dem Sieg in Stuttgart und dem Remis daheim gegen Göppingen, erklärt, dass der Trainer fest im Sattel sitzen würde und man den vor knapp eineinhalb Jahren eingeschlagenen Weg auch dann mit Ziercke bestreiten würde, wenn es mit dem Klassenverbleib nicht klappen würde. Die Umsetzung des Konzepts sei entscheidend.

Doch andere rumoren bereits, wenden sich schon etwas ab. Und das alles nur, weil der TuS das Kellerduell verloren hat? Dabei hatte Kapitän Nils Torbrügge vor laufender Sky-Kamera sogar mehr als deutlich gemacht, dass Ziercke an dieser Pleite keinerlei Schuld trifft. »Er hat uns im Training intensiv auf die 3:2:1-Abwehr des Gegners vorbereitet. Wir haben es nur nicht auf die Platte gebracht.«

Vukovic-Geld erst jetzt da?

Beginnt am Wiehen wieder das allseits beliebte Trainer-Theater? Das hoffen viele Fans nicht, denn sie vertrauen dem 46-Jährigen. Letztlich muss der ja auch mit dem Personal auskommen, dass der TuS für finanzierbar erachtet hat. Wie kann es dann aber sein, dass jetzt sogar bei Drago Vukovic, der zweifellos nicht zu den günstigsten Handballern der Liga zählt, angefragt wurde? Der hatte sich aber schon für Gummersbach entschieden. Nur, wenn dies Geld jetzt da ist, stellt sich die Frage, ob das nicht auch schon vor vier Monaten zum Saisonstart absehbar gewesen und der Kader nicht gleich zumindest auf 16 Spieler erweitert worden wäre.

Aaron Ziercke setzt beim Team mit Blick auf Donnerstag auf eine Reaktion. »Wir haben auch nach der Gummersbach-Niederlage den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern in Stuttgart den ersten Sieg eingefahren. Das erwarte ich auch gegen Lemgo.«

»Ich weiß, was funktioniert und was nicht.«

Aus der Krise verabschiedet haben könnte sich Jo Gerrit Genz. Während Leistungsträger Pontus Zetterman und Lukasz Gierak im ohnehin zahlenmäßig nicht gerade starken Rückraum in der Krise stecken, spielte sich der Linkshänder am Samstag frei. »Es hat gut funktioniert. Ich habe lernen müssen, dass Fehler in der 1. Liga sofort und viel härter bestraft werden. Langsam aber sicher komme ich dahin, wo ich hin will. Inzwischen weiß ich eher, was funktioniert und was nicht.«

Leistungssport und Ausbildung – hier steht im März die Prüfung zum Bürokaufmann an – kann der 22-Jährige gut unter einen Hut bringen, »auch weil mich mein Betrieb BeCo für den Sport freistellt und mir Rückendeckung gibt.« Nur wenn es zur Berufsschule geht, dann muss Genz mal aussetzen. »Zumeist ist Krafttraining angesagt. Das hole ich dann nach der Schule nach. Also kein Problem.«

Genz hat es scheinbar geschafft, Probleme hinter sich zu lassen. Ziercke sollte das auch locker gelingen. An seiner Arbeit liegt das bisherige Abschneiden des TuS N-Lübbecke nämlich nicht.

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