Di., 19.12.2017

67. Derby: Joel Birlehm gibt sich entspannt – Ziercke trifft Carstens Wie ein alter Hase

Joel Birlehm hat sich schon in seinem ersten Jahr in der 1. Bundesliga für weit mehr als nur das Bankdasein empfohlen.

Joel Birlehm hat sich schon in seinem ersten Jahr in der 1. Bundesliga für weit mehr als nur das Bankdasein empfohlen. Foto: Felix König

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Äußerlich wirkt er wie ein alter (Derby)Hase, strahlt vor dem Spiel der Spiele im Mühlenkreis eine unglaubliche Ruhe aus. Joel Birlehm wirkt so, als sei die 67. Auflage des einzig wahren Handball-Derbys in Deutschland ein Spiel wie jedes andere.

Nur ungern erinnert sich der Youngster im Team des TuS N-Lübbecke an sein erstes echtes Derby. »Wir haben verloren, Das ist es, was zählt. Im Nachhinein wird niemand mehr davon reden, dass wir in der zweiten Halbzeit ein richtig gutes Spiel abgeliefert haben.« Und nach Meinung des 20-Jährigen auch nicht, dass er mit seiner Leistung einen großen Anteil an der erfolgreichen Aufholjagd gehabt hat. »Es hilft doch nun mal nichts, wenn ich gut halte, wir aber verlieren.«

»Wir müssen den Sieg einfach mehr wollen«

Das 66. Derby direkt im Anschluss an die deftigen Niederlagen in Flensburg und gegen Kiel spielt für Joel Birlehm keine Rolle mehr. Sein Blick ist vielmehr eindeutig nach vorn gerichtet. »Es geht für uns alle um Bereitschaft, um Bewegung und um Kampf. Wir müssen den Sieg einfach mehr wollen als Minden«, nennt er die aus seiner Sicht entscheidenden Punkte, die einen Derbyerfolg ausmachen.

Der Kontakt mit seinen Freunden von GWD, Marian Michalczik, mit dem Birlehm in seiner Mindener Zeit eine WG hatte, und Mats Korte, ist auch in den Tagen vor dem großen Spiel, »von dem hüben wie drüben alle reden«, ungebrochen. »Ganz normal«, wie ihn der TuS-Keeper umschreibt. »Wir freuen uns alle auf das Derby. Es macht nun mal richtig Spaß, gegen seine Freunde spielen zu können.« Gesprochen wird nicht viel über das Kreisduell. Gestichelt erst recht nicht. »Vielleicht muss man sich nach dem Schlusspfiff den einen oder anderen Spruch anhören. Aber die sind schnell verflogen.«

Freude übeer die Michalczik-Berufung

Joel Birlehm freut sich übrigens sehr darüber, dass sein Spezi Marian Michalczik von Bundestrainer Christian Prokop in den erweiterten Kader für die Europameisterschaft berufen wurde. »Eine tolle Sache, die sich Marian aber auch redlich verdient hat. Er ist ein Typ, der ungemein hart an sich arbeitet, leider aber durch Verletzungen immer mal wieder zurückgeworfen wurde. Ob es diesmal schon reichen wird, um endgültig auf den EM-Zug aufzuspringen, weiß ich nicht. Fakt ist aber, dass Marian noch sehr viel Entwicklungspotenzial besitzt. Aber allein die jetzige Berücksichtigung ist eine Ehre für ihn. Eine, die er sich verdient hat.«

Die beiden Mannschaften aus Lübbecke und Minden kennen sich ganz genau. Ob Spieler oder Trainer spielt dabei keine Rolle. Daher will Torhüter Birlehm es auch nicht überbewertet wissen, dass ihm als ehemaligen Grün-Weißen die Wurfbilder seiner Gegenüber vom Donnerstag (Anwurf: 18.30 Uhr) noch bestens vertraut sind. »Mag sein, dass das vielleicht ein kleiner Vorteil ist. Ich werde mich aber ungeachtet dessen genauso mit dem Videotraining befassen, wie vor jedem anderen Spiel.«

Mitspieler von einst plaudern ein wenig

Sein Trainer hat bekanntlich auch GWD-Erfahrungen, trug von 1998 bis 2004 das grün-weiße Trikot und spielte in der Zeit zwei Jahre mit seinem jetzigen Kollegen auf Mindener Seite, Frank Carstens, zusammen. Es war die Zeit, in der er auch mit Talant Dujshebaev, Arne Niemeyer oder Jan-Fiete Buschmann spielte. »Ich kann mich noch gut daran erinnern. Frank war eigentlich für Linksaußen eingeplant, spielte aber auch als Mann hinter Dujshebaev auf der Mitte. Er war zwar nicht mit großem Talent gesegnet, hat sich seine Spielzeiten aber durch jede Menge Einsatz im Training verdient«, erinnert sich Ziercke an die gemeinsame Zeit.

Vor wenigen Tagen erst hatten sich Aaron Ziercke und Frank Carstens in Minden getroffen und nach einem gemeinsamen Termin Zeit gefunden, »einen lockeren und angenehmen Austausch zu führen. Klar hat man immer beobachtet, was der andere macht, aber hier bestand mal abseits des Handballs die Möglichkeit miteinander zu plaudern. Das hat mir gut gefallen«, so der TuS-Coach.

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