Do., 09.08.2018

TuS N-Lübbecke: Jan-Eric Speckmann will seine Chance nutzen Aufsteiger beim Absteiger

Auf den Ball und die Karriere fokussiert: Jan-Eric Speckmann strebt beim TuS N-Lübbecke den nächsten Schritt an.

Auf den Ball und die Karriere fokussiert: Jan-Eric Speckmann strebt beim TuS N-Lübbecke den nächsten Schritt an. Foto: Thomas F. Starke

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Vor einem halben Jahr spielte er noch in der Oberliga, mittlerweile kann er Einsätze aus der 1. Handball-Bundesliga vorweisen. Jan-Eric Speckmann hat seine Chance beim TuS N-Lübbecke bisher genutzt. Er ist der Aufsteiger beim Absteiger.

Als im Februar die Anfrage von TuS-Teammanager Zlatko Feric kam, staunte Jan-Eric Speckmann nicht schlecht. »Auf die 2. Liga hatte ich immer gehofft. An die 1. Liga hatte ich nicht so richtig geglaubt, sondern zuvor nur ein bisschen daran geschnuppert«, sagt Speckmann, der damit auf seine Zeit in der A-Jugend und parallel dazu in der zweiten Mannschaft von GWD Minden anspielt.

Gelandet ist der 23-Jährige aber beim Nachbarn im Mühlenkreis. Die schwere Verletzung von Tim Remer hatte dort dafür gesorgt, dass sich die Lübbecker nach einem Linksaußen umschauen mussten und bei der Suche auch den Kooperationspartner einbezogen. Speckmann lief zu diesem Zeitpunkt für LiT Tribe Germania in der Oberliga auf – und wollte seine Mannschaft eigentlich nicht im Stich lassen: »Ich habe meine Teamkollegen gefragt, ob ich diesen Schritt gehen soll. Nach deren Zustimmung habe ich nicht mehr lange überlegt.« Der Kontakt nach Nordhemmern sei niemals abgerissen. Die Dauerkarte, die es als Abschiedsgeschenk gegeben hatte, habe er fleißig genutzt und kein Heimspiel verpasst.

2. Liga genau richtig?

Etwa sechs Monate nach dem Wechsel bereitet sich »Specki« auf die neue Saison mit dem TuS vor. Zwar wird nur noch in der 2. Liga gespielt, doch für Speckmanns Entwicklung könnte die Klasse genau richtig sein. »Für mich ist der Abstieg nicht ganz so dramatisch«, sagt der Rechtshänder. Und die 13 Spiele und neun Tore aus dem Handball-Oberhaus kann dem 1,90-Meter-Mann sowieso keiner mehr nehmen.

Was sich in dieser Zeit verändert hat? »Alles«, sagt Speckmann ohne Zögern. »In den ersten Wochen nach dem Wechsel hat mein Alltag nur aus Schlafen, Essen und Training bestanden.« Vor allem an das Trainingspensum und die dadurch deutlich höhere Belastung habe sich der Neuling gewöhnen müssen. Zuvor hatte er vier oder fünf Mal pro Woche Handball gespielt, plötzlich stand er zwei Mal täglich in der Halle. »Da hat der Körper manchmal rebelliert. Doch das nimmt man gerne in Kauf«, sagt Speckmann, der weiterhin an der Perspektive für die Zeit nach dem Handballerleben arbeitet. Für das BWL-Studium werde derzeit viel von zu Hause aus gemacht. So könne er sich manche Reise in den Studienort Lemgo sparen. Mit dieser Stadt verbindet Speckmann sowieso nicht nur Gutes. Dort war am letzten Spieltag der Vorsaison der Lübbecker Abstieg besiegelt worden. »Die Bilder hat man manchmal noch im Kopf«, erinnert sich der gebürtige Mindener an die Partie beim TBV.

Bechtloff gibt Hilfestellung

Doch der Abstieg ist Vergangenheit, der Blick ist in die Zukunft gerichtet. Und für diese verfolgt Speckmann ein klares Ziel: Er möchte seine Chance weiterhin nutzen und sich beim TuS etablieren. Profitieren kann er dabei von der Zusammenarbeit mit seinem Positionspartner Jens Bechtloff. »Er ist so etwas wie ein Bundesliga-Dino. Er hilft er mir sehr, von ihm kann ich viel lernen. Wir sprechen oft über Spielsituationen oder Wurfbilder. Ich denke, dass wir ein gutes Gespann bilden«, sagt Speckmann, der auch von Trainer Aaron Ziercke ganz genau beäugt und angestachelt wird. Beide kennen sich schon aus der gemeinsamen Zeit bei GWD II. »Specki hat fleißig an sich gearbeitet. Natürlich fehlen ihm noch ein paar Einheiten und Würfe auf dem höheren Niveau, doch er nimmt die Tipps an. Wir gucken, ob er den nächsten Schritt schafft«, sagt Ziercke.

Der Einsatzbereitschaft seines Schützlings darf sich der Coach sicher sein. Der Linksaußen weiß genau, in welchen Belangen es sich noch zu verbessern gilt: »Meine Quote im Abschluss muss besser werden, auch am Stellungsspiel in der Abwehr muss ich feilen.« Sollte das gelingen, könnte Speckmann nach der nächsten Saison möglicherweise der Aufsteiger beim Aufsteiger sein.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5964659?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F