Mo., 10.09.2018

26:27: TuS N-Lübbecke geht in Hagen das Zusammenspiel verloren Auf eigene Faust

Nachdenklicher Blick: Trainer Aaron Ziercke konnte das Abgeben der Führungen nicht nachvollziehen.

Nachdenklicher Blick: Trainer Aaron Ziercke konnte das Abgeben der Führungen nicht nachvollziehen. Foto: Thomas F. Starke

Von Marc Schmedtlevin

Hagen/Lübbecke (WB). Freude bei der Konkurrenz, Enttäuschung beim TuS N-Lübbecke: Der Aufstiegsanwärter in der 2. Handball-Bundesliga hat sein zweites Spiel der Saison beim VfL Eintracht Hagen mit 26:27 (16:16) verloren.

Immerhin wusste Aaron Ziercke schnell, wo er bei der Analyse ansetzen musste. Seine Spieler dürften am Wochenende noch zu hören bekommen haben, was dem TuS-Trainer am Auftritt am Freitagabend nicht gefiel. Vor allem die Rückraumspieler dürften dabei in den Fokus geraten sein. Speziell in der zweiten Halbzeit gaben die Lübbecker ihre gute Ausgangsposition leichtfertig aus der Hand, erlaubten sich eine Reihe von Fehlern. Viel wichtiger aber noch: Sie suchten die Lösungen nicht im Team. »Jeder wollte es alleine richten. Das eigene Ego muss aber hinten angestellt werden, ansonsten wird es schwer. Gerade die Rückraumspieler müssen zusammen spielen wollen«, fand Ziercke deutliche Worte für die zahlreichen Einzelaktionen.

Die Fehler vorne seien auch für die hohe Zahl an Gegentreffern verantwortlich gewesen. Unzufrieden mit der Leistung der Abwehr war Ziercke nämlich nicht. Beispielsweise Marko Bagaric war mit drei, vier guten Blockaktionen für einige Ballgewinne zuständig. Auch Torhüter Joel Birlehm zeigte mit seinen 13 Paraden erneut, dass er sich in der Frühphase der Saison schon in einer sehr guten Form befindet.

Alles gut beim 13:9

All das änderte aber nichts an den zwei vollkommen verschiedenen Gesichtern, die der TuS zeigte. Besonders eine starke Phase in der ersten Halbzeit sorgte dafür, dass sich die Gäste zunächst eindeutig auf Siegkurs befanden. Zu dem Zeitpunkt zog der Favorit auch noch ein geduldigeres Spiel im Angriff auf, leitete die Bälle rechtzeitig weiter und hatte auch eine gute Quote. Zum Beispiel die Außenspieler Peter Strosack und Jan-Eric Speckmann verwandelten insgesamt zehn von elf Versuchen. So setzte sich der TuS auf 13:9 nach 21 Minuten ab, hatte alles unter Kontrolle.

Mit der Führung im Rücken fehlte den Lübbeckern etwas, was auch schon in der Vorsaison abhanden gekommen war: Souveränität. Plötzlich schlichen sich leichtfertige Fehler und wilde Aktionen in das TuS-Spiel. »Wir haben Hagen zu Kontern eingeladen und denen gesagt: Spielt weiter mit uns«, sagte Ziercke. Innerhalb von nicht einmal zwei Minuten erzielten die Gastgeber drei Treffer in Serie und hatten so beim 12:13 (23.) wieder den Anschluss hergestellt. »In 100 Sekunden haben wir alles über den Haufen geworfen, was wir uns erarbeitet hatten«, schimpfte Ziercke.

Wieder eine Drei-Tore-Führung

Nach dem Remis, das beide Mannschaften mit in die Kabine nahmen, hinterließen die Lübbecker auch zu Beginn der zweiten Hälfte den besseren Eindruck. Ein 3:0-Lauf mit Treffern von Patryk Walczak, Speckmann und Marian Orlowski, der im Rückraum noch am stabilsten wirkte, brachte die Gäste noch einmal deutlicher in Führung – 20:17 (39.). Ihre Lehren aus dem ersten Durchgang hatten die TuS-Akteure aus der ersten Hälfte offenbar nicht gezogen, denn auch dieser Vorsprung war schnell dahin. Innerhalb von etwas mehr als zwei Minuten stellte Hagen wieder den Anschluss her und glich in Minute 46 beim 21:21 wieder aus. »Von da an hat Hagen zusammen mit den Zuschauern natürlich jede Aktion gefeiert und ist Stück für Stück um einen Zentimeter gewachsen«, stellte Ziercke fest. So war es schließlich die Eintracht, die auf zwei Tore davonzog (24:22, 52.) und dir Führung nicht mehr abgab.

Für den TuS könnte die Niederlage vielleicht noch ein Weckruf zur richtigen Zeit gewesen sein. Trainer Ziercke hofft jedenfalls, dass folgende Botschaft beim Team angekommen ist: »Es wird in der 2. Liga kein leichtes Spiel geben. Weniger als 100 Prozent werden nicht ausreichen.«

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