So., 16.09.2018

2. Bundesliga: TuS N-Lübbecke verliert 25:26 gegen den TuSEM Essen Eine große Enttäuschung

Jens Bechtloff, der einen wichtigen Siebenmeter verwarf, will beim Essener Jubel nicht hinschauen.

Jens Bechtloff, der einen wichtigen Siebenmeter verwarf, will beim Essener Jubel nicht hinschauen. Foto: Thomas F. Starke

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). So unterschiedlich können Gefühlslagen innerhalb weniger Tage sein: Nachdem die Spieler des TuS N-Lübbecke am Dienstag noch um die Wette strahlten, fiel am Samstagabend die Enttäuschung riesengroß aus. Der Absteiger verlor sein Heimspiel gegen den TuSEM Essen überraschend mit 25:26 (9:13).

Moritz Schade zog ein Handtuch vor sein Gesicht, Patryk Walczak saß mit gesenktem Haupt daneben und hinter der Bank schüttelte Marian Orlowski den Kopf. An den Reaktion der Spieler war abzulesen, wie zufrieden sie mit der Leistung ihrer TuS-Mannschaft waren. Auf der Gegenseite herrschte dagegen berechtigte Heiterkeit, schließlich hatten die Essener dem großen Favoriten schon den zweiten Tiefschlag dieser Saison verpasst – und das nun auch noch in dessen Halle.

Schnell sollte deutlich werden, dass die Lübbecker von ihrer entfachten Euphorie vom Dienstag wenig in das nächste Heimspiel hatten transportieren können. Die Startformation, die Trainer Aaron Ziercke nicht wechselte, konnte an die zuvor gezeigte Leistung keinesfalls anknüpfen. Mehrere technische Fehler und unsaubere Pässe schlichen sich in der Anfangsphase in das TuS-Spiel. Außerdem fehlte gegen die massive und kräftig zupackende Abwehr der Gäste der nötige Zug zum Tor. Auch der Druck über die erste oder zweite Welle wurde nicht so konsequent gesucht wie noch gegen Wilhelmshaven. »Das ganze Selbstvertrauen haben wir uns so wieder kaputt gemacht«, haderte Ziercke. Die Folge: Essen setzte sich über 4:1 (9.) auf 6:3 (13.) ab.

19 Fehler in Hälfte eins

Nach einer Auszeit wirkten die Gastgeber ein wenig gefestigter, es war allerdings nur ein kurzes Aufflackern. Die Zahl der Fehler blieb einfach viel zu hoch. Mittlerweile waren es in erster Linie Fehlwürfe in Folge zu wenig vorbereiteter Abschlüsse. »Wir haben uns schon in der ersten Halbzeit 19 Fehler geleistet. Mit so einem Wert kannst du kein Spiel gewinnen«, stellte Ziercke fest. In dessen Team war es nur Dener Jaanimaa, der mit manche Einzelaktionen erfolgreich war. Die 13:7-Führung der Gäste (28.) konnte aber auch der Este nicht verhindern. Es war nur zwei Treffern in Minute 30 zu verdanken, dass der TuS zur Pause Schadensbegrenzung zum 9:13 betreiben konnte.

In der Kabine hatte sich Ziercke etwas einfallen lassen. Er ordnete eine Manndeckung gegen Jonas Ellwanger an. »Wir wollten Essen auf diese Weise unter Druck setzen«, erklärte der TuS-Trainer die Taktik, die sich auch positiv auswirken sollte. Der TuSEM hatte zwar nun mehr Platz, doch die Lösungen fielen den Gästen nun schwerer. Die Lübbecker fingen im Zusammenspiel mit einem erneut starken Joel Birlehm im Tor einige Bälle ab und hatten beim 14:15 (38.) den Anschluss wieder hergestellt.

Häufig in Unterzahl

Mit der Hereinnahme von Kenji Hövels als Spielermacher hatte die Lübbecker Offensive auch mehr Fahrt aufgenommen. So kamen auch die Halben Jaanimaa und Marian Orlowski, der zunehmend Verantwortung übernahm, in Position. Essen hielt allerdings dagegen, hatte immer wieder passende Antworten parat und verteidigte lange eine Zwei-Tore-Führung. Dies lag auch daran, dass der TuS, der den Kampf nun annahm, zahlreiche Unterzahl-Situationen zu überstehen hatte. Die Gewichtung der Schiedsrichter entsprach dabei keinesfalls dem Lübbecker Geschmack, Mehrfach sprang die gesamte Bank wütend auf.

Der lang ersehnte Ausgleich gelang schließlich Walczak zum 23:23 (55.) und leitete damit eine turbulente Schlussphase ein. 72 Sekunden vor dem Ende bot sich Jens Bechtloff die beste Chance, den TuS erstmals in Führung zu bringen. Peer Siebenmeter scheiterte der Kapitän aber an Torwart Sebastian Bliss. Stattdessen legte Essen wieder vor, Luca Witzke tankte sich 34 Sekunden vor Schluss zum 26:25 durch. Die letzte TuS-Aktion über den Kreis führte nicht mehr zum Remis.

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