Mo., 22.10.2018

2. Bundesliga: TuS fertigt Balingen im Topspiel mit 33:27 ab Lübbecker Gala-Vorstellung

Gehörte zu den Matchwinnern des TuS N-Lübbecke: Kreisläufer Patryk Walczak steuerte fünf Tore zum Sieg bei.

Gehörte zu den Matchwinnern des TuS N-Lübbecke: Kreisläufer Patryk Walczak steuerte fünf Tore zum Sieg bei. Foto: Thomas F. Starke

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Drei Minuten stehen noch auf der Uhr: Die Zuschauer erheben sich von ihren Plätzen, feiern eine Gala-Vorstellung ihrer Jungs. Der Kapitän springt auf der Bank auf, wendet sich Aaron Ziercke zu, nimmt ihn in den Arm und herzt ihn. Beim TuS N-Lübbecke herrscht Feierstimmung. Mit bärenstarker Leistung lässt man dem HBW Balingen-Weilstetten beim 33:27 (13:11) nicht den Hauch einer Chance.

Es passte einfach alles im Topspiel der 2. Handball-Bundesliga, sieht man einmal davon ab, dass die Hausherren trotz ihrer 33 Tore noch ein Dutzend hundertprozentiger Chancen ungenutzt ließen. Eine Tatsache, die angesichts des ansonsten in allen Bereichen fehlerfreien Auftritts nicht weiter ins Gewicht fiel, andererseits aber die Klasse des besten Balingers, Torhüter Tomas Mrkva, unterstrich.

Kühlen Kopf bewahrt

»Das war unsere konzentrierteste und beste Saisonleistung gegen einen starken Gegner«, freute sich Trainer Aaron Ziercke. »Wir haben über 60 Minuten den größeren Siegeswillen gezeigt und uns auch in Phasen, in denen Balingen sich nicht abschütteln ließ, einen kühlen Kopf bewahrt.« Ziercke war unbestritten einer der vielen Matchwinner des richtungsweisenden Spitzenspiels.

Während allenthalben erwartet wurde, dass Valentin Spohn den verletzten Marian Orlowski gerade gegen seinen letztjährigen Arbeitgeber in der Startsieben vertreten würde , entschied sich der TuS-Trainer für Lukasz Gierak und hatte damit das richtige Händchen. Gästetrainer Jens Bürkle überraschte das aber nicht sonderlich. »Nach dem Großwallstadt-Spiel hatte ich damit gerechnet.« Mit Gierak spielten die Lübbecker ihre Angriff lange und geduldig aus, nicht selten bis zur Zeitspielandrohung der Unparteiischen. »Damit war der TuS aber sehr erfolgreich«, musste Bürkle eingestehen.

Lukasz Gierak durfte von Anfang an ran. Foto: Thomas F. Starke

Auch, weil unglaublich viel Bewegung im Spiel der Gastgeber war. Jens Bechtloff und Peter Strosack liefen von ihren Außenpositionen immer wieder ein, Patryk Walczak bewegte sich am Kreis exzellent. So ergaben sich auch bei langen Angriffen immer wieder Lücken in der Balinger 6:0-Abwehr. Gerade Walczak erhielt vom Gästecoach ein Sonderlob. »Er war einer der entscheidenden Faktoren gegen uns. Der andere war Dener Jaanimaa, der seine Tore aus dem Nichts macht. Er ist für mich der beste Halbrechte der 2. Liga«, sagte Bürkle anerkennend.

Bis zum 6:6 blieb es zunächst eng

Doch nicht nur der Angriff gefiel, es war vor allen Dingen die Deckung, die einmal mehr zu überzeugen wusste – mit einem starken Marko Bagaric als Abwehrchef. Er machte es den Torhütern leicht, sich auszuzeichnen.

Erleichterung bei Torhüter Joel Birlehm. Foto: Thomas F. Starke

Bis zum 6:6 blieb es zunächst eng – auch, weil die Unparteiischen einem Phantom-Tor der Gäste die Anerkennung gaben. Die Maßnahme, es gegen die TuS-Defensive mit sieben Feldspielern, darunter zwei Kreisläufer bei verwaistem Tor zu versuchen, brachte Balingen nicht nur in dieser Phase keinen Erfolg. »Wir haben es geschafft, Balingen dieser Waffe zu berauben«, freute sich Aaron Ziercke, während sein Gegenüber monierte: »Uns fehlten einfach die Tore vom Kreis und die Siebenmeter, die wir dort sonst rausholen.«

Nur zwei technische Fehler

Und Kontertore gelangen Balingen auch nicht, was auch daran lag, dass Lübbecke lediglich zwei technische Fehler unterliefen. So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann der TuS sich absetzen würde. Er tat es dann auch, doch die ständige Drei-Tore-Führung nach dem 10:7 brachte noch nicht die erhoffte Luft.

»Dann kam das Lübbecker Flaggschiff immer mehr auf uns zu«, gestand Jens Bürkle ein, dass sein Team der Power der Hausherren nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Daran änderten auch unterschiedliche Abwehrvarianten nichts. 15:12, 18:14, 22:17, 23:18 und 27:20 hießen die Stationen auf dem ungefährdeten und souveränen Weg zum TuS-Sieg. Der befindet sich nach dem fünften Sieg in Folge wohl endgültig wieder in der Spur. Als Belohnung haben die Spieler nun bis Donnerstag frei.

Stimmen zum Spiel

Peter Strosack : »Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. 33 Tore gegen einen solchen Gegner zeigen unsere Qualität im Angriff.«

Jo Gerrit Genz : »In der Halbzeit haben wir gesagt, dass wir noch kompakter stehen wollen. Vorn haben wir lange und geduldig gespielt, hatten sehr viel Bewegung in unseren Aktionen. Heute haben wir für Valle und Marian gewonnen.«

Joel Birlehm : »Wir haben über 60 Minuten eine sehr gute Deckung gestellt. Balingen hat viel versucht, wie den siebten Feldspieler – wir hatten aber auf alles die passende Antwort. Nach der Pause ging dem Gegner die Puste aus.«

Jens Bechtloff : »Ich bin verdammt stolz auf die Truppe. Wir haben gezeigt, dass wir fest zusammenstehen. Nach dem Saisonauftakt war die Stimmung bedrückt, aber wir haben aus den Fehlern gelernt. Vor allen Dingen schauen wir jetzt wirklich nur noch von Spiel zu Spiel. Damit fahren wir am besten.«

 

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