So., 04.11.2018

2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke unterliegt in Ferndorf 19:22 »Wir waren zu mutlos«

Mit gesenkten Häuptern schleichen die Spieler des TuS N-Lübbecke nach der Niederlage vom Parkett.

Mit gesenkten Häuptern schleichen die Spieler des TuS N-Lübbecke nach der Niederlage vom Parkett. Foto: Thomas F. Starke

Von Volker Krusche

Kreuztal/Lübbecke (WB). Rückschlag für die Aufstiegsambitionen des TuS N-Lübbecke. Im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga musste sich der Topfavorit beim sensationell in die Saison gestarteten Aufsteiger TuS Ferndorf mit 19:22 (8:13) geschlagen geben. Der Grund für die Pleite nach fünf Siegen in Folge war eindeutig: keine Durchschlagskraft im Angriff.

»Mit 22 Gegentoren muss man auswärts eigentlich gewinnen. Aber wir haben es vorn nicht geschafft, die starke Ferndorfer Abwehr vor größere Probleme zu stellen«, bilanzierte TuS-Trainer Aaron Ziercke. Er stellte gegenüber der überzeugenden Vorstellung im letzten Heimspiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten aber auch ernüchtert fest: »Wir waren in unseren Aktionen nach vorn zu mutlos. Da war nicht der gleiche Biss und Elan wie in den letzten Partien zu sehen. Insgesamt hat die Mannschaft zu wenig investiert.

Körpersprache hat einen entscheidenden Unterschied gemacht

Die Körpersprache hat diesmal einen entscheidenden Unterschied ausgemacht.« Worte, die nachdenklich stimmen, denn auf die Stärken des Gastgebers und die Tatsache, dass er eben nicht »nur« ein Aufsteiger sei, hatte der Lübbecker Übungsleiter nicht nur einmal hingewiesen. »Wir haben entsprechend der zu erwartenden Abwehr Ferndorfs trainiert, haben uns den TuS bei der Videoanalyse genau unter die Lupe genommen.« Dann fragt man sich, warum die Spieler im Angriff kaum etwas davon umgesetzt haben.

Nachdenkliche und ernüchternd wirkende Blicke auf der Bank des TuS N-Lübbecke. Foto: Thomas F. Starke

Hinzu kam, dass allein in den ersten zehn Minuten gleich drei Siebenmeter »verballert« wurden und man dadurch von Anfang an einem Rückstand hinterherlief. Ferndorf nutzte die Schwächen der favorisierten Lübbecker eiskalt aus, legte ein 4:1 vor und ließ sich auch nach dem 6:5 nicht aus der Bahn werfen.

Schwache Aktionen

Vielmehr waren es nicht die Lübbecker, die den Flow mitnahmen, sondern die Hausherren, die weiter von überraschend schwachen Aktionen des TuS profitierten. Ziercke: »Immer wenn wir im Verlauf des Spiels die Chance hatten, was vom Rückstand abzuknabbern und psychologisch wichtige Nadelstiche zu setzen, haben wir uns entweder einfache technische Fehler erlaubt, Gegenstöße vergeben oder dumme Ballverluste erlitten, wie bei Kenji Hövels, der zweimal ausgerutscht ist. Das passierte immer zu einem blöden Zeitpunkt.«

Ein solcher war nach besagtem 5:6, als man Ferndorf aber gestattete, sich locker und leicht auf 8:5, 10:6 und 14:8 abzusetzen.

»Uns hinkt immer noch der Start mit 4:6 Punkten nach.«

Dass die Zahl der Angriffe gegen Ferndorf eher niedrig sein würde, war allen Beteiligten klar, dass man es am Ende aber nicht mal auf 20 Tore brachte, kam

»Was haben wir nur falsch gemacht«, scheint ein in sich gekehrter Lukasz Gierak nach dem Schlusspfiff zu denken. Foto: Thomas F. Starke

dennoch einem Armutszeugnis gleich. Und so gab es bis auf das zwischenzeitliche 12:15 im zweiten Abschnitt nie einen Moment, in dem der TuS für eine Wende in Frage gekommen wäre.

»Uns hinkt immer noch der Start mit 4:6 Punkten nach. Wäre der nicht gewesen, würde man diese Niederlage als zwischenzeitlichen Ausrutscher ansehen, der in einer Saison immer mal passieren kann.«

Jetzt allerdings sind 10:8 Punkte auf dem Weg zurück in die 1. Liga nicht das, was man am Wiehen erwartet hat.

Statistik

TuS Ferndorf: Hottgenroth, Puhl, Rottschäfer; Basic (1), Schneider, M. Michel (2), Neitsch (1/1), John, Wörner, Zerbe (7/6), L. Michel, Faulenbach (3), Barwitzki (5/2), Lindskog Andersson (1), Koloper, Rink (2).

TuS N-Lübbecke : Tatai, Birlehm; Genz, Walczak (3), Bechtloff, Gierak (2), Bagaric, Strosack (4/1), Rakovic, Spohn (3), Jaanimaa (5), Schade, Speckmann (1), Hövels (1).

Schiedsrichter : Christian Hannes / David Hannes

Zuschauer : 1.022

Torfolge : 1:0, 1:1 (4.), 4:1 (8.), 4:2 (10.), 5:2, 5:3, 6:3, 6:5 (16.), 8:5 (19.), 8:6, 10:6 (22.), 10:8, 13:8 - 14:8, 14:10, 15:10, 15:12 (40.), 17:12, 17:13, 19:13 (45.), 19:14, 20:14, 20:15, 21:15, 21:16, 22:16, 22:19

Siebenmeter : 10/9 – 5/1 (Barwitzki scheitert an Birlehm – Strosack,Gierak, Bechtloff und Spohn scheitern an Puhl)

Strafminuten : 8:2 (Zerbe, Lindskog, Koloper, Rink – Bagaric)

Die nächsten Spiele: Freitag, 9. November, um 19.30 Uhr gegen den ASV Hamm (Merkur-Arena) und am Sonntag, 11. November, um 17 Uhr beim Dessau-Roßlauer HV

 

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