So., 18.11.2018

Handball: TuS N-Lübbecke besiegt HC Rhein Vikings nur mit 27:21 Sieger trauert Toren nach

Spielmacher Kenji Hövels, hier vor den Augen eines Schiedsrichters, ist der Aktivposten im TuS-Angriff gewesen.

Spielmacher Kenji Hövels, hier vor den Augen eines Schiedsrichters, ist der Aktivposten im TuS-Angriff gewesen. Foto: Oliver Schwabe

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Das Positive zuerst: Der TuS N-Lübbecke hat den HC Rhein Vikings besiegt. Die Einschränkung: Beim 27:21 (15:9) versäumte es der klar favorisierte Absteiger, den Heimsieg gegen den Tabellenletzten deutlicher zu gestalten.

Reaktionen müssen nicht immer dem Ergebnis entsprechen. Der unterlegene Vikings-Trainer Jörg Bohrmann, der als Spieler mehrere beim TuS aktiv war, wirkte bei seiner Analyse deutlich zufriedener als der siegreiche Aaron Ziercke. Anspruch und Wirklichkeit spielten dabei eine große Rolle. »Wir haben richtig gut gespielt, nur zu viele freie Würfe vergeben. Es war aber das erste Mal, dass wir Handball gespielt haben«, lobte Bohrmann die Spieler des abgeschlagenen Schlusslichts. Lübbeckes Coach Ziercke wirkte dagegen schon nach dem Abpfiff angefressen, suchte schnell den Weg in die Kabine. Dementsprechend fiel auch das Fazit aus: »Wir hätten höher gewinnen müssen. Es wäre ein Leichtes gewesen, etwas für das Torverhältnis zu tun.«

Bis zum 10:3 alles gut

Nur in der ersten Viertelstunde deutete sich noch ein Lübbecker Schützenfest an. Mit einem 6:0-Lauf setzte sich der TuS auf 10:3 (15.) ab. Gegen die von den Vikings gewählte 3:3-Formation in der Abwehr fand en die Gastgeber reihenweise gute Lösungen. Mit viel Bewegung und guten Kreuzungen wurden die Lücken gefunden. Hinzu kam, dass der TuS in der Anfangsphase auch mal wieder konsequent das Tempospiel suchte. Vier der ersten zehn Treffer fielen über Gegenstöße oder die zweite Welle. Genau das hatte dem Lübbecker Spiel zuletzt gefehlt.

Die Gäste, die zu Beginn mit einem siebten Feldspieler agierten, trugen mit schwachen Abschlüssen und einem behäbigen Rückzugsverhalten auch ihren Teil zum deutlichen Zwischenstand bei.

Als sich die Vikings dann aber zu einer 6:0-Formationen zurückzogen, hatte der TuS plötzlich deutlich mehr Mühe. Die schnellen und einfachen Tore blieben nun aus und der HC agierte vorne selbst etwas überlegter. Daher ging es »nur« mit sechs Treffern Differenz in die Pause. »Bei plus sieben Toren haben wir nicht weiter durchgezogen, das müssen wir uns vorwerfen lassen«, äußerte sich Kapitän Jens Bechtloff selbstkritisch.

Zweite Hälfte ohne Glanz

Noch einmal zulegen konnten die Lübbecker im zweiten Abschnitt nicht. Natürlich geriet der Heimsieg nicht in Gefahr, eine Glanzleistung lieferte der TuS aber gewiss nicht ab. Vorne wurden manche Würfe unüberlegt und viel zu früh genommen. Hinzu gesellten sich technische Fehler. Und das Tempospiel war sowieso wieder verloren gegangen. Hinten gerieten die Hausherren aufgrund von Zeitstrafen mehrmals in Unterzahl und konnten die Gegentreffer der erstliga-erfahrenen Gäste um Philipp Pöter und Alexander Oelze nicht verhindern. Diese profitierten allerdings auch von der lockeren Linie der Schiedsrichter, die den Vikings manchmal auch vier oder fünf Schritte erlaubten.

So musste sich der TuS mit sechs anstelle von zehn oder mehr Toren Vorsprung begnügen. Nach dem 10:3 verlor Lübbecke das Spiel sogar. »Wir müssen weiterhin an unserer Konsequenz arbeiten. Jeder muss das jetzt langsam kapieren«, sagte der nicht zufriedene Sieger Ziercke.

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