Mo., 26.11.2018

Am Montag war noch keine Chance zur Analyse – Spieler sollen sich mal hinterfragen Es wird keine Reißleine gezogen

Egal, was TuS-Coach Aaron Ziercke seinen Jungs auch sagte, es fruchtete nur wenig.

Egal, was TuS-Coach Aaron Ziercke seinen Jungs auch sagte, es fruchtete nur wenig. Foto: Eibner

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Erneut ist eine große Chance dahin! Zum wiederholten Mal hat der TuS N-Lübbecke den Ball, den die führenden Teams der 2. Handball-Bundesliga ihm durch ihre überraschenden Stolperer zugeworfen haben, nicht genutzt und sich stattdessen einmal mehr blamiert.

Der Geschäftsführer eilte gestern von Termin zu Termin, der Teammanager war durch einen grippalen Infekt außer Gefecht gesetzt und die Spieler sowie der Trainer sammelten ihre Kräfte an einem aufgrund der späten Rückkehr vom Gastspiel im unterfränkischen Rimpar vorab geplanten freien Tag. Niemand da, der das Geschehene also gestern hätte aufarbeiten können. »Das wird aber noch gemacht«, sicherte Geschäftsführer Torsten Appel zwischen zwei Terminen zu. Viel wollte, ja, konnte er nicht sagen, »da ich noch nicht mit den Beteiligten haben sprechen können. Dass wir nun aber die Reißleine ziehen werden, ist mit hundertprozentiger Sicherheit kein Thema für uns!« Gemeint war eine vorzeitige Trennung von Aaron Ziercke. » Seit der Bekanntgabe am Donnerstag, dass Aaron und wir am Saisonende getrennte Wege gehen werden, hat sich nichts geändert. Auch nicht durch ein schlechtes Spiel. Aber natürlich werden wir die Niederlage, insbesondere die Art, wie sie zustande kam, noch mit allen Beteiligten analysieren«, so Appel.

Einige Leute nehmen sich wichtiger als ihre Mitspieler

Alle Beteiligten, da ist sich der TuS-Geschäftsführer sicher, seien sehr verwundert ob des erneut sehr schwachen Auftritts der Mannschaft. An dem hatte auch Aaron Ziercke deutliche Kritik geübt. »Der Anfang mit dem 5:9-Rückstand war nur logisch, weil wir da komplett falsch gespielt haben. Das haben die Jungs zwar gut korrigiert, und sind wieder ins Spiel reingekommen. Was aber den weiteren Verlauf betrifft, so habe ich absolut kein Verständnis dafür, wenn es ein paar Leute gibt, die sich wichtiger als ihre Mitspieler nehmen, anstatt sich in den Dienst des Teams zu stellen.« Mit der Kritik meinte er aber ausdrücklich nicht Kenji Hövels, der am Schluss zweimal verworfen hat. »Er hatte einfach Pech dabei.«

Mit den Leistungen seiner Torhüter Joel Birlehm und Peter Tatai war Ziercke absolut zufrieden. Wieder einmal. Ohne sie wäre die derzeitige Problematik wahrscheinlich noch sehr viel größer.

»Umso mehr ärgert mich diese Niederlage«

Gut sei auch Peter Strosack gewesen, »zumal seine verwandelten Siebenmeter uns Sicherheit verliehen. Auch Valle Spohn hat mir mit seinen sieben Toren gefallen. Er hatte zwar auch Fahrkarten dabei, das darf er sich als junger Spieler aber auch leisten.«

Einige wenige konnten aber das nicht ausgleichen, was das Gros des Teams nicht geregelt bekam. Und damit eine weitere große Chance verstreichen ließ, da Coburg und Essen beide verloren und man hätte bis auf zwei Punkte aufschließen können.

»Umso mehr ärgert mich diese Niederlage«, merkte man Coach Ziercke deutlich an, dass er ob der schwachen Vorstellung richtig angefressen war. Und das es beim TuS aktuell nicht nur um ihn geht, machte Torsten Appel klar: »Es geht nicht immer nur um den Trainer. Auch die Spieler müssen sich mal ernsthaft hinterfragen.«

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