Mi., 26.12.2018

Im Lübbecker Rückraum laufen nur die Verträge von Kenji Hövels und Jo Gerrit Genz aus Wer muss für einen Führungsspieler weichen?

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Der Ruf nach einem Führungsspieler, einem, der wie Drago Vukovic vorangeht und das Team mitzieht, wurde zuletzt immer lauter. Doch was bedeutet es für das aktuelle Personalgemenge, wenn Teammanager Zlatko Feric und Geschäftsführer Torsten Appel auf die Suche nach einer solchen Verstärkung gehen?

»Das würden wir definitiv nicht allein machen, sondern nur in Absprache mit dem neuen Trainer«, hebt Appel hervor und macht damit zugleich deutlich, was es in den kommenden Wochen zunächst zu klären gilt. »Wenn wir die Rückrunde im Februar wieder aufnehmen, sollten wir die Trainerfrage geklärt haben. Davon hängen definitiv auch die meisten anderen Personalentscheidungen ab, insbesondere auch die unserer aktuellen Spieler, deren Verträge im Sommer auslaufen.«

Der neue Trainer muss mitentscheiden

Teammanager Feric unterstützt diese Aussage. »Unser künftiger Trainer soll die Personalplanung seinen Wünschen entsprechend ausrichten.« Gespräche mit jenen Akteuren, die nur bis zum 30. Juni 2019 an den TuS N-Lübbecke gebunden sind, haben noch nicht stattgefunden. Betrachtet man die Vertragssituationen, dann stehen im Rückraum nicht viele Spieler zur Disposition. Auf Halblinks ist der Verein mit Marian Orlowski und Valentin Spohn noch über den Sommer hinaus bis 2020 besetzt. Lukasz Gierak auf der Mitte und Dener Jaanimaa im rechten Rückraum besitzen ebenfalls über den 30. Juni hinaus bestehende Verträge. Blieben nur noch zwei Spieler übrig: Kenji Hövels und Jo Gerrit Genz. Will man also Veränderungen durchführen, dann nur, wenn man sich von einem oder beiden trennt. Mit Blick auf den gewünschten Leader, der unter den verbleibenden Rückraumspielern (noch) nicht zu finden ist, müsste demnach wohl ein erstklassiger Spielmacher her, was die Chancen auf einen Verbleib Hövels’ deutlich sinken lassen würde.

Genz hat indes in den zweieinhalb Jahren in Lübbecke trotz der zuletzt gegen Aue überzeugenden Vorstellung (noch) nicht die Entwicklung genommen, die eine Verlängerung wahrscheinlich machen dürfte. Es sei denn, es würde sich mit Blick auf die neue Serie trotz eindeutiger Bekenntnisse noch was in Sachen »Dener Jaanimaa« ergeben. Das dürfte dann die größte Chance für den 23-jährigen Linkshänder sein, weiter das TuS-Trikot tragen zu dürfen.

Bleibt Peter Tatai oder nicht?

Spannend dürfte auch die Besetzung zwischen den Pfosten sein. Mit Joel Birlehm steht der erste Abgang (in Richtung Leipzig) bereits fest. Ob man nun unbedingt an Peter Tatai festhalten möchte, erscheint angesichts seines zwischenzeitlichen Verhaltens nicht sicher. Sich aber auf die Suche nach zwei neuen starken Keepern zu begeben, ist auch nicht unbedingt das Wunschszenario der Lübbecker Verantwortlichen. Da würde eine Vertragsverlängerung die Suche unbestritten vereinfachen, auch wenn sie vielleicht eine Lösung mit Magengrummeln darstellen würde.

Eine Verlängerung mit Abwehrchef Marko Bagaric dürfte derweil davon abhängen, wie der neue Trainer zum Thema »Spezialisten« steht. Derweil wird man am Duo, das am gegnerischen Kreis für Gefahr sorgen soll, festhalten. Patryck Walczak und Moritz Schade sind noch bis zum 30. Juni 2020 an den TuS gebunden.

Strosack beständigster Feldspieler

Auf den Außenpositionen ist nur ein Mann über den Sommer hinaus unter Vertrag: Kapitän Jens Bechtloff. Auf seiner Position läuft dagegen der Kontrakt vom Jan-Eric Speckmann aus. Gut möglich, dass man an ihm als zweiten Mann festhält. Nicht zuletzt, weil er den Etat nicht zu stark belastet und er ein Mann aus der Region ist. Allerdings müsste der 23-Jährige noch deutlich abwehrstärker werden.

Auf der rechten Seite laufen indes beide Verträge aus, wobei man – ungeachtet des künftigen Trainers – wohl nur allzu gern wird an Peter Strosack festhalten wollen. Er ist wohl der im bisherigen Saisonverlauf beständigste aller Lübbecker Feldspieler. Die Zeit von Luka Rakovic am Wiehen könnte sich derweil dem Ende zuneigen. Der kroatische Linkshänder, der schon bei Klubs wie Benfica Lissabon oder Vadar Skopje die Schuhe schnürte, wird im Sommer 31 Jahre alt. Gut möglich, dass man für ihn einen jüngeren Rechtsaußen mit Perspektive sucht.

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