Di., 05.02.2019

Der TuS N-Lübbecke hat ab dem 1. Juli einen neuen Trainer Kurtagic wird’s

Ab dem 1. Juli wird Emir Kurtagic die Nachfolge von Aaron Ziercke als Trainer des TuS N-Lübbecke antreten.

Ab dem 1. Juli wird Emir Kurtagic die Nachfolge von Aaron Ziercke als Trainer des TuS N-Lübbecke antreten. Foto: Soeren Stache

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Die Tinte ist trocken: Emir Kurtagic wird, wie bereits spekuliert, ab 1. Juli neuer Trainer von Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke. Der aktuell in Diensten von Ligakonkurrent TV Hüttenberg stehende Coach tritt dann die Nachfolge des ausscheidenden Aaron Ziercke an. Der Kontrakt gilt bis zum 30. Juni 2021.

Die Spatzen pfiffen es schon seit Tagen vom Dach: Der 38-jährige Deutsche bosnischer Herkunft war einer von insgesamt fünf Kandidaten auf einer von mehreren Personen aus dem Kreis der sportlich Verantwortlichen und des Beirats erstellten Wunschliste. »Mit Emir bekommen wir einen jungen Trainer mit reichlich Bundesligaerfahrung. Er hat in Gummersbach gezeigt, dass er sowohl mit gestandenen Spielern arbeiten, als auch Talente an den Profibereich heranführen und einbauen kann«, so der Vorsitzende des Beirats Armin Gauselmann.

»Ich bin froh, dass wir Emir als Trainer für uns gewinnen konnten und glaube fest daran, dass er der Mannschaft entscheidende Impulse geben wird«, ergänzt Geschäftsführer Torsten Appel. Der bedankt sich gleichzeitig bei Aaron Ziercke für die bisher geleistete Arbeit, verbunden mit dem Wunsch nach einer erfolgreicher Restsaison. Die Planungssicherheit und Transparenz in der Kommunikation vor Beginn des Spielbetriebes in 2019 war allen Beteiligten wichtig, um die laufende Saison weiter erfolgreich bestreiten zu können. Das hatte Armin Gauselmann schon nach der Bekanntgabe, dass Zierckes im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert werden würde, erklärt.

Gute, intensive Gespräche geführt

Emir Kurtagic, der noch bis Ende Juni in Diensten des TV Hüttenberg steht, erklärte, dass er sich sehr auf die neue Aufgabe freue. »Wir haben sehr gute, intensive Gespräche über die Zukunft des TuS geführt. Ab Sommer möchte ich zum Erfolg dieses Traditionsvereins beitragen.«

Kurtagic ist gerade einmal 38 Jahre alt, aber schon ein erfahrener Trainer. 2008 holte ihn Sead Hasanefendic seinerzeit als Assistent zum VfL Gummersbach, den er nach dessen Entlassung 2011 übernahm und sechs Jahre lang führte, bevor auch ihn im März 2017 das gleiche Schicksal ereilte. Sieben Monate später rückte der mit 14 Jahren gemeinsam mit seinen Eltern von Sarajevo in den Gummersbacher Vorort Derschlag gezogene ehemalige Linksaußen für Adalsteinn Evjolfsson auf die Kommandobrücke des abstiegsbedrohten TV Hüttenberg, mit dem er anschließend in die 2. Liga zurückging und dort ein neues Teams formierte. Eines, das sich nach normalen Anlaufproblemen inzwischen etabliert hat und im Dezember in der Merkur-Arena zu einem 27:27-Unentschieden gekommen war.

Mit seinen erst 38 Jahren kann Emir Kurtagic bereits auf mehr als 200 Spiele als verantwortlicher Trainer in der ersten und zweiten Bundesliga blicken. An Erfahrung mangelt es dem neuen Mann beim TuS also nicht. »Mit den Spielen im Europapokal und meiner Zeit als Co-Trainer dürften es sogar an die 300 Spiele sein«, erzählte der gemeinsam mit seiner Ehefrau im Sommer nach Lübbecke ziehende Sohn eines ehemaligen Handballcoaches in der HandballWoche. Weiter sagte er: »Ich habe kürzlich Vorträge bei einer Trainerfortbildung gehalten. Da merkt man dann auch, was man in diesen vielen Spielen schon alles erlebt hat.«

Die 2. Liga ist was anderes als das Oberhaus

Nach dem Abstieg mit den Hüttenbergern sei der Job als Trainer in der 2. Liga zwar ähnlich, aber eine neue Herausforderung gewesen. Er habe die Klasse erst kennenlernen müssen. Andere Trainer, andere Spieler – die Vorbereitungen seien sehr viel intensiver als in der 1. Liga. Und die Möglichkeiten natürlich auch. Der Trainingsbetrieb, die Reisen, Übernachtungen, das alles sei ganz anders als eine Station höher. Aber auch über die Regeneration müsse man sich andere Gedanken machen als bei den bequemen Möglichkeiten der 1. Bundesliga. Inzwischen könne er das aber alles sehr gut einschätzen.

Ebenso wie die Erwartungshaltungen, die nach einem Abstieg da seien. Viele würden erwarten, dass man automatisch oben mitspielen müsse. Wenn man sich die Historie der Auf- und Absteiger aber anschaue, gab es nur wenige Teams, die auf Anhieb eine große Rolle im ersten Zweitligajahr gespielt hätten. Fast alle hätten da ihre Probleme gehabt.

An Realitätssinn scheint es Emir Kurtagic nicht fehlen...

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